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Gothaer: Keine Beteiligung am Preiskampf

Momentan streben viele Versicherer, die eigentlich in der Personenversicherung zu Hause sind, mit Macht ins Geschäft mit Gewerbe- und Industriekunden. Das erzeugt Druck auf das Prämienniveau. An diesem Preiskampf will sich die Gothaer nicht beteiligen, betonte Konzernchef Karsten Eichmann. Er will den Konkurrenten mit einem neuen modularen Angebot für Gewerbekunden Paroli bieten. Großes Wachstum erhofft sich der Versicherer auch in der Cyberversicherung.

Zöllmer: Provisionsabgabeverbot auf Dauer unhaltbar

Manfred Zöllmer ist stellvertretender finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und in der Partei für die Versicherungsbranche zuständig. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht er über die Einigung der Regierung auf das Garantieverbot bei der sogenannten Nahles-Rente und eine mögliche Regulierung von Restschuldversicherungen im Zuge des IDD-Umsetzungsgesetzes. Zöllmer zeigt Verständnis für den Ärger der Makler über das Honorarannahmeverbot – und outet sich als Kritiker der Bürgerversicherung, deren Einführung die SPD fordert.

Provinzial Nordwest will Online-Abschlüsse

Die Provinzial Nordwest in Münster wird in den kommenden drei Jahren erneut 30 Mio. Euro in die Digitalisierung investieren. Damit will der Versicherer alle Produkte des Konzerns online abschlussfähig machen. Seit Anfang des Jahres bietet das Unternehmen auch Cyberpolicen für Gewerbekunden an, im Juli soll eine Deckung für Privatkunden folgen. Bei dem Dauerthema einer möglichen Fusion mit der Provinzial Rheinland zeigte sich Konzernchef Wolfgang Breuer gelassen. Es sei aber sicher, dass das Thema wieder auf dem Radar auftauchen wird.

VZBV: Vergleichsportale täuschen Verbraucher

Vergleichsportale bieten häufig keinen objektiven und umfassenden Vergleich, obwohl sie genau das versprechen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV). Untersucht wurden die fünf Portale Check24, Verivox, Toptarif, Financescout24 und Biallo. Der VZVB kritisiert vor allem, dass die Kriterien für das Ranking nicht objektiv seien und dass die Plattformen Provisionen erhalten, ohne sich deutlich als Vermittler darzustellen. Jetzt fordern die Verbraucherschützer, dass die Politik aktiv wird und gesetzliche Kriterien festlegt.

Commerzbank warnt vor Solvenz-Fehlschlüssen

Die Commerzbank hat die Solvenzquoten aller 85 deutschen Lebensversicherer untersucht. Marktweit kommt die Branche auf 344 Prozent nach Übergangsmaßnahmen, 207 Prozent unter Nutzung der Volatilitätsanpassung. Die Schlussfolgerung von Analyst Michael Haid: Die Quoten sind angesichts der niedrigen Zinsen vergleichsweise hoch – und sie sagen wenig aus. Auch ein Anbieter mit einer gesunden Quote kann in die Insolvenz rutschen, und schwache Versicherer können höhere Quoten aufweisen als stärkere.

IDD: Nicht übers Ziel hinausschießen

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Am Mittwoch wird eine öffentliche Anhörung des Wirtschaftsausschusses zum deutschen IDD-Umsetzungsgesetz stattfinden. Im Mittelpunkt werden voraussichtlich die zuletzt zwischen Bundesrat und Bundesregierung diskutierten Aspekte stehen, also das Honorarverbot für Vermittler im Privatkundengeschäft, das Provisionsabgabeverbot und der produktakzessorische Ausschließlichkeitsvermittler. Es sollte bei dieser möglicherweise letzten Gelegenheit vor der Gesetzesverabschiedung aber auch geklärt werden, welche Mitarbeiter der Versicherungsunternehmen künftig dem Vertrieb zuzuordnen sein werden. Die derzeit vorgesehene Regelung geht erheblich über die Mindestanforderungen der IDD hinaus und würde die deutschen Versicherer unangemessen belasten.

Berliner Politik im Fokus

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Nahles-Rente, IDD-Richtlinie, Provinzial Nordwest, Gothaer, Ergo

Herbert Fromme

Solvency-Quoten: Mehr Transparenz nötig

 Herbert Frommes Kolumne  Jetzt ist es passiert. Fast alle deutschen Versicherer haben am 22. Mai 2017 ihre ersten Solvenzberichte vorgelegt. Die öffentliche Wirkung ist bislang überschaubar. Davon sollte sich niemand täuschen lassen: Die Berichte werden ihre Wirkung entfalten, und sie wird nicht in jedem Fall schön sein für die betroffenen Unternehmen. Klar ist schon jetzt, dass viele Versicherer ihre Berichte künftig nutzerfreundlicher gestalten müssen, wenn sie verhindern wollen, dass ihre Daten falsch interpretiert werden. Klar ist auch, dass Anbieter mit guten Werten mit ihrer Finanzstärke werben und solche mit schlechteren Zahlen unter Druck setzen.

Gothaer-Drohne sucht Bambi

 Nachschlag – Der aktuelle Kommentar  Drohnen retten niedliche Rehkitze vor dem sicheren Tod! Um den Verkauf ihrer Drohnen-Versicherung anzukurbeln, demonstriert die Kölner Gothaer angebliche Einsatzmöglichkeiten der Fluggeräte. Getreu dem Motto „Tiere gehen immer“ setzt der Konzern die unbemannten Fluggeräte bei einer Live-Rettungsaktion im Oberbergischen medienwirksam in Szene. Mit Erfolg: Die Presse rückt neugierig an und fiebert mit beim inszenierten Wildretter-Laienspiel.

Bischof geht von Munich Re zu W&W

 Leute – Aktuelle Personalien  Thomas Bischof, bislang Leiter Konzernentwicklung bei der Munich Re, wechselt zur Wüstenrot und Württembergischen. Dort soll er 2018 Chef der Versicherer des Konzerns werden. Bischof war vor seiner Zeit bei der Munich Re bei der Ergo. Die W&W macht den bisherigen Vertriebsvorstand Dirk Hendrik Lehner zum weiteren Geschäftsführer der Württembergischen Vertriebspartner. Jürgen Steffan verantwortet ab 1. Juli Compliance, Controlling und M&A im Vorstand der W&W-Gruppe. Zudem schneidet der Kölner Versicherer Gothaer seine Vorstandsressorts neu zu.

Grund: Solvency II-Berichte müssen nicht perfekt sein

Die am Montag veröffentlichten Solvabilitätsberichte der Versicherer sind sehr unterschiedlich ausgefallen. Während Analysten das monieren, sieht Versicherungsaufseher Frank Grund darin kein Problem. Man könne nicht erwarten, dass jetzt schon alles perfekt ist, sagte er auf dem Rückversicherungs-Symposium der Technischen Hochschule Köln. Harsche Kritik gab es an der mit den neuen Eigenkapitalregeln eingeführten Drittstaatenregelung. Sie erschwert es ausländischen Rückversicherern, in Deutschland tätig zu werden.

Großer Zulauf zum InsurLab Germany

Acht Versicherer aus ganz Deutschland, zwei Hochschulen, die IHK Köln und ein Start-up haben in dieser Woche den Verein InsurLab Germany in Köln gegründet. Er soll den Hub InsurTech mit Leben erfüllen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hatte nach einer Ausschreibung Köln und München für diese Digitalisierungszentren im Rahmen der de:hub-Initiative ausgewählt. Der Verein will jetzt eine GmbH gründen und rasch Räume für ein Accelerator- und Incubator-Programm anmieten.

Fabric: Simpler Todesfallschutz für Eltern

Das US-Insurtech Fabric bietet seit März 2017 Lebensversicherungen für junge Eltern an, die sich in wenigen Minuten über die Unternehmens-Homepage abschließen lassen sollen. Risikoträger ist der Versicherer Vantis Life. Gegenüber der Konkurrenz will der Online-Vermittler mit vollständig digitalen Prozessen punkten, Kunden sollen von den Kostenvorteilen profitieren. Jetzt expandiert Fabric nach New York. Zu den Investoren gehört auch eine Tochter des Rückversicherers RGA.

Branche muss sich an Extremwetter anpassen

 Meinung am Mittwoch  Sogenannte stationäre Wetterlagen, die für langhaltende Unwetter- oder Hitzeperioden sorgen, treten immer häufiger auf. Vieles spricht dafür, dass das eine Folge des Klimawandels ist. Wir werden uns an diese Wetterereignisse anpassen müssen, um Schäden zu vermeiden oder wenigstens zu vermindern. Gleichzeitig wird es auch immer wichtiger, dass sich die Menschen gegen finanzielle Verluste aus extremen Wetterereignissen versichern.

Hirsch: Politik bei Restschuldversicherung am Zug

Der Versicherungsombudsmann Günter Hirsch sieht den Gesetzgeber bei Restschuldversicherungen in der Pflicht. Versicherte hätten aufgrund der Konstruktion der Deckungen zur Absicherung von Krediten über Gruppenverträge wenig Rechte, sagte er bei der Vorstellung des Jahresberichts 2016 in Berlin. Anbieten würde sich für eine Regelung das IDD-Umsetzungsgesetz, das bald abschließend im Bundestag behandelt werden soll. Die zulässigen Beschwerden legten vergangenes Jahr vor allem wegen mehr Eingaben im Bereich Rechtsschutzversicherung zu.

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