Der Großmakler Aon sieht die Versicherer in der Pflicht, sich auf die sich durch künstliche Intelligenz (KI) verändernde Risikolandschaft einzustellen. Aus Sicht von Aon ist die KI derzeit das größte Risiko für Unternehmen. Neben den Chancen, die die Technologie mit sich bringt, entstünden zunehmend Gefahren wie Falschinformationen, Mängel in der Datenqualität oder neue Haftungsrisiken, warnt Aon in seiner Marktprognose 2026 für Deutschland.
Wie stark leidet die D&O-Versicherung unter Trumps DEI-Politik?
Die Maßnahmen der US-Regierung gegen die Gleichstellungs- und Diversitätspolitik in der Wirtschaft könnte im Zuge von Arbeitnehmerklagen gegen Diskriminierung auch Folgen für die D&O-Versicherung haben, sagte D&O-Spezialistin Karen Witt von Aon bei der Euroforum-Haftplichtkonferenz. Makler Harald Köberich warnte jedoch vor Panik: Firmen agierten derzeit mit viel Augenmaß – die Gefahr eines drastischen Anstiegs von Schadenfällen sieht er deswegen noch nicht. Unbestritten ist: Unternehmen, die in Europa und in den USA aktiv sind, müssen einen Spagat meistern.
Alarmstufe Rot im D&O-Markt
Großschäden und Insolvenzen belasten die D&O-Versicherer. Doch eine Marktverhärtung lässt bislang auf sich warten. In ein bis zwei Jahren könnte es aber so weit sein, erwarteten Experten auf der Euroforum-Haftpflichtkonferenz in Köln. Die aktuelle Situation sei auch nicht im Interesse der Kunden, warnte Daniel Messmer, D&O-Experte beim Rückversicherer Swiss Re. Denn am Ende zahle immer der Kunde, nicht der Versicherer. Diskussionen gab es auch um die Zukunft von persönlichen D&O-Deckungen.
Aon: Uneinheitliches Bild in der Industrieversicherung
Exklusiv In der Industrieversicherung zeigt sich laut dem Großmakler Aon ein uneinheitliches Bild: In der Sach- und der Kfz-Versicherung ist die Sanierung noch nicht abgeschlossen, während im Haftpflicht-Segment mehr Risikoappetit bei den Versicherern spürbar wird. In der D&O-Versicherung scheint der harte Markt vorüber zu sein, obwohl neue Gefahren drohen. Auch die Cyber-Versicherung scheint stabil zu bleiben, wobei Angriffe auf Lieferketten die Lage schnell ändern könnten.
Die Türöffnerinnen
Exklusiv Frauen sind in der Industrieversicherung noch in der Unterzahl, vor allem in Führungspositionen. Um das zu ändern und ihnen mehr Sichtbarkeit zu verschaffen, hat sich 2022 die Initiative „Frauen in der Industrieversicherung“ (Fidi) gegründet. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor berichten Frauen aus dem Führungskomitee von Fidi über Erfolge beim Netzwerken und den langen Weg, der noch zu gehen ist. Mitgründerin Andrea Brock ist sich sicher: Ohne Frauenquote wird es nicht funktionieren.
Aon mit neuer Chefin für Financial Services Group
Leute – Aktuelle Personalien Aon hat mit Karen Witt eine neue Leiterin für die Geschäftseinheit Financial Services Group in Deutschland gefunden. Außerdem: Die Zurich hat Adriana Scherzinger zur Group Head of Captives ernannt, und der Vermögensverwalter Blackstone hat einen neuen Versicherungschef. Neuigkeiten gibt es auch bei der Wirtschaftskanzlei DLA Piper.





