Kfz-Versicherer und ihre Rückversicherer müssen für Personenschäden immer tiefer in die Tasche greifen. „Schwere Personenschäden sind eine der größten Herausforderungen für uns“, sagte Michael Pickel, Chef des Rückversicherers E+S Rück, auf einer Konferenz in Köln. Selbst schwer geschädigte Unfallopfer hätten eine immer höhere Lebenserwartung, außerdem mache das Zinsumfeld den Versicherern das Leben schwer. Dadurch steige das Risiko, dass Schadenrückstellungen nicht ausreichen.
Niedrigere Kfz-Preise – aber nur für Wechsler
Die Kfz-Versicherer versuchen in der aktuellen Wechselsaison, Kunden mit niedrigeren Prämien zu gewinnen, erhöhen aber gleichzeitig im Bestand leicht die Prämien, prognostizierte die E+S-Rück, die das Deutschland-Geschäft in der Hannover Rück-Gruppe macht. Die Ergebnisse der Autoversicherer werden im kommenden Jahr deutlich schlechter ausfallen als 2019, teilte das Unternehmen auf dem Rückversicherertreffen in Baden-Baden mit. Der Rückversicherer kommt außerdem mit einer Telematik-Lösung für Erstversicherer auf den Markt, die auf eine Bewertung des Fahrverhaltens verzichtet.
Risikomanagement: Makler melden Ansprüche an
Klimawandel, Cyber, Handelskriege – neue Risiken werden immer wichtiger für die Kunden. Aber wer spielt die Hauptrolle beim Risikomanagement? Die Makler, die Versicherer oder vielleicht die Rückversicherer? Auf diese Fragen gaben führende Manager aus der Branche sehr unterschiedliche Antworten bei einer Veranstaltung des Instituts für Versicherungswissenschaften der Universität Leipzig in Köln. Dabei spielte auch eine Rolle, wie die Versicherer mit neuen Risiken wie dem Klimawandel umgehen – und ob sie ohne Renditeverlust umweltgerecht investieren können.
Die Lehren aus Buffetts Spätstart in die Telematik
Meinung am Mittwoch Als einer der letzten großen Telematik-Verweigerer in den USA hat nun der Kfz-Versicherer Geico seinen Widerstand aufgegeben. Warren Buffett will mit dem Schritt den Konkurrenten Progressive überrunden, der mit seinen Telematik-Angeboten sehr erfolgreich ist. Auch in Deutschland ist es Zeit, Telematik aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, nämlich als Wettbewerbsvorteil über den Hebel beim Schadenaufwand und über eine positive Risikoselektion.
Parametrische Policen verdienen mehr Aufmerksamkeit
Meinung am Mittwoch Auch in diesem Jahr sind wieder zahlreiche Schäden durch Extremwetterereignisse entstanden. Davon ist aber nur ein Teil versichert. Ein Grund dafür sind die hohen Versicherungsprämien für entsprechenden Schutz. Parametrische Deckungen bieten hier einen alternativen Lösungsansatz. Rückversicherer können bei deren Entwicklung mit Know-how unterstützen. Solche indexbasierte Konzepte sind hierzulande noch nicht weit verbreitet, verdienen aber durchaus mehr Aufmerksamkeit.
Gute Signale aus Florida
Meinung am Mittwoch Bei der Erneuerung der Rückversicherungsverträge im Katastrophengeschäft in Florida zum 1. Juni 2019 sind die Preise bei schadenbelasteten Programmen zwischen 10 und 30 Prozent gestiegen. Sicher hätte es hier und da mehr sein können, insgesamt war das aber ein gutes Zeichen für die traditionelle Rückversicherung. Die alternativen Kapitalgeber gingen von realistischeren Preiserwartungen aus und reagierten verhaltener. Es bleibt zu hoffen, dass sie nach dem nächsten teuren Schaden nicht wieder in alte Muster verfallen.
Die Deckungslücke mit vereinter Kraft verkleinern
Meinung am Mittwoch Die Deckungslücke zwischen wirtschaftlichen und versicherten Schäden aus Naturkatastrophen, die sogenannte Protection Gap, ist nach wie vor hoch. Das gilt insbesondere für Schwellen- und Entwicklungsländer. Schließen lässt sie sich nur mit vereinten Kräften. Partner aus unterschiedlichen Bereichen müssen zusammenarbeiten, von der Weltbank über Regierungen bis hin zu Risikomodellierern, aber auch innerhalb der Versicherungsbranche ist Kooperation gefragt. Ziel ist es, Risiken aus Naturkatastrophen besser zu verstehen, um den Schutz zu verbessern.



