In der laufenden Debatte über die Reformpläne der Bundesregierung für die staatlich geförderte Altersvorsorge könnten die Stärken der Lebensversicherer aus Sicht von Julia Wiens größeren Raum einnehmen. Die oberste Versicherungsaufseherin der BaFin äußerte sich auf einer Veranstaltung in Berlin auch zum geplanten Kostendeckel für Standardprodukte.
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Finanzwende: Kosten von über 0,5 Prozent sind zu viel
Der Gesetzentwurf der Bundesregierung für eine Reform der Riester-Rente enttäuscht aus Sicht der Verbraucherorganisation Bürgerbewegung Finanzwende. Er liefere keine wirksamen Lösungen für die Hauptprobleme hohe Kosten und Komplexität, kritisierte die Vorsorge- und Versicherungsexpertin Britta Langenberg vor Pressevertretern. Der geplante Kostendeckel von 1,5 Prozent für Standardprodukte sei absurd hoch. Nach einer aktuellen Studie von Finanzwende kommen typische Riester-Verträge im Schnitt auf einen niedrigeren Wert.
Kabinett beschließt private Altersvorsorge-Reform
Das Bundeskabinett hat den von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vorgelegten Gesetzentwurf zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge und die Eckpunkte zur Umsetzung der Frühstart-Rente beschlossen. Beide Systeme sollen am 1. Januar 2027 starten, bei der Frühstart-Rente sollen staatliche Zulagen rückwirkend zum 1. Januar 2026 fließen. Die Versicherer begrüßen die Reform, auch wenn sie ihnen nicht in allen Details gefällt.
Regierung geht private Altersvorsorge-Reform an
Die Bundesregierung hat es nicht nur geschafft, ihr umstrittenes Rentenpaket zu verabschieden. Auch der Referentenentwurf zur Reform der steuerlich geförderten privaten Altersvorsorge ist fertig. Damit scheint der Plan, ihn noch vor der Weihnachtspause durchs Kabinett zu bringen, doch noch realistisch. Die Inhalte des Entwurfs dürften den Versicherern allerdings nicht schmecken. Neben Altersvorsorgedepot und Auszahlungsplänen ist die Zillmerung nicht mehr erlaubt.
Wochenspot: Rote Linien bei der Altersvorsorge
Wochenspot – der Podcast Regelmäßig gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe des Wochenspots sprechen Katrin Berkenkopf und Jonas Tauber über die aktuellen Berliner Pläne zur Altersvorsorge, welche rote Linie die Versicherer bereit sind zu überschreiten und was der Stand beim Thema Riester ist. Diesen Podcast können Sie auch frei auf den gängigen Plattformen hören: Spotify, Apple Podcasts und Amazon Music.
Kleinlein kritisiert Bevorzugung der Versicherer
Versicherungsmathematiker Axel Kleinlein ist mit dem kürzlich vorgelegten Gesetzesentwurf für die Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge in Deutschland im Wesentlichen zufrieden. Allerdings sieht er „handwerkliche Schwächen“, die zugunsten der Versicherungsbranche wirken und andere Finanzdienstleister benachteiligen. Auch der GDV hat eine Stellungnahme vorgelegt, in der der Verband seine Kritik an der Abkehr von lebenslangen Renten wiederholt.
GDV stemmt sich gegen Auszahlungspläne
Die Attraktivität lebenslanger Renten in der geförderten Altersvorsorge würde von der geplanten Absenkung des Garantieniveaus auf 80 Prozent im Rahmen des Referentenentwurfs des Bundesfinanzministeriums deutlich profitieren. Der Lobbyverband der Versicherer GDV kommt zum Schluss, dass dadurch um 40 Prozent höhere Renten möglich werden. Für seine Kritik an den geplanten Auszahlungsplänen holt sich der Verband Unterstützung aus der Wissenschaft.
Gemischtes Echo auf BMF-Reformpläne
Die staatlich geförderte private Altersvorsorge soll um garantiefreie Depots und Auszahlungspläne erweitert werden. Die Pläne des Bundesfinanzministeriums (BMF) haben unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Der Dachverband der Verbraucherzentralen VZBV sieht die zentrale Kostenfrage nicht gelöst, die Pläne blieben hinter den Erwartungen zurück. Vermittlerverbände äußerten sich positiv, pochen aber auf eine qualifizierte Beratung. Die Versicherer stören sich vor allem an der geplanten Alternative zur lebenslangen Rente. Der Bund der Versicherten dagegen begrüßt sie als Ende des Verrentungszwangs.
Der GDV kartet nach
Herbert Frommes Kolumne Man reibt sich die Augen. Die Lebensversicherer bieten kaum noch klassische Policen an, fast alle setzen auf fondsgebundene Verträge. Doch nun beschimpft Norbert Rollinger, Präsident des Gesamtverbandes der Versicherer (GDV), die Fondsbranche als „Brandstifter“. Der Hintergrund: Der GDV musste bei der Reform der privaten Altersvorsorge eine herbe Niederlage einstecken. Rollinger und Verbands-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen wollen das nicht hinnehmen.









