Archiv ‘Cyber’

Keese: „Nicht so enden wie die Banken“

Die Versicherungsbranche stößt bei systemischen Risiken wie Pandemie, Cyber und Klimawandel an ihre Grenzen. „Es gibt inzwischen so viele systemische Risiken, die man kaum noch versichern kann“, sagte Burkhard Keese, Finanzchef von Lloyd’s of London, auf dem Münsterischen Versicherungstag. Die Versicherungsbranche sollte schnell die Kooperation mit den politisch Verantwortlichen suchen, um relevant zu bleiben. Tut sie das nicht, drohe ihr das gleiche Schicksal wie den Banken, die in den vergangenen Jahren stark an Ansehen verloren hätten.

Aon: Private Equity muss Makler integrieren

Viele Private Equity-Investoren interessieren sich für Versicherungsmakler und mischen auch hierzulande bei der Konsolidierung der Branche kräftig mit. Sie hoffen, nach ein paar Jahren mit einem dicken Plus wieder aussteigen zu können. Das wird ihnen aber nur gelingen, wenn sie die aufgekauften Firmen vernünftig integrieren und aus den Zukäufen einen Mehrwert schaffen, glaubt Aon-Präsident Eric Andersen. Beim Großmakler-Dinner der Süddeutschen Zeitung erklärte er, jetzt sei die Zeit der strategischen Käufer gekommen.

Swiss Re: Versicherer müssen Cyber anders angehen

Steigende Prämien, knappere Kapazitäten und höhere Sicherheitsanforderungen – die Lage in der Cyberversicherung ist angespannt. Ewig kann es so nicht weitergehen, ist der Rückversicherer Swiss Re überzeugt. Um einen nachhaltigen Markt zu schaffen, müssen die Anbieter von Cyberversicherungen an drei Stellschrauben drehen. Tun sie das nicht, verschenken sie enormes Wachstumspotenzial.

Mehr Widerstandskraft gegen den IT-Blackout

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Zum Jahreswechsel 2022/23 tritt die Verordnung über die Betriebsstabilität digitaler Systeme (Digital Operational Resilience Act, DORA) in Kraft. Damit will die EU die Widerstandsfähigkeit von Finanzunternehmen stärken und den Umgang mit der Abhängigkeit des Finanzsektors von der Informations- und Kommunikationstechnologie einheitlich regeln. Auch Versicherungsunternehmen sind davon betroffen. Für ihr Risikoprofil sind neben ihren eigenen IT-Einheiten und Prozessen auch Cloud-Dienstleister und Softwareunternehmen von Bedeutung, an die sie Tätigkeiten outgesourct haben.

Gute Stimmung bei den Maklern

 Herbert Frommes Kolumne  Wer heutzutage Großmakler danach fragt, wie es ihren Unternehmen geht, muss genau hinhören. Denn unweigerlich erhält er die Antwort, wie unglaublich schwierig der Markt sei und wie sehr man sich im Interesse der Kunden aufreibe. Aber dann erklären die meisten doch, dass es ihnen gut geht. Auf Nachfrage gestehen sie sogar, dass 2022 ganz ausgezeichnet wird. Daraus folgt zweierlei: Die Konsolidierungswelle mit absurd hohen Preisen für Maklerfirmen wird weitergehen. Und: Wer jetzt als Makler kein Geld verdient, versteht sein Handwerk nicht.

Basler-Daten im Darknet

 Exklusiv  Einen Hackerangriff aufzuarbeiten braucht viel Zeit, das hört man immer wieder. Nun vermittelt der Fall der deutschen Baloise-Tochter einen konkreten Eindruck davon, wie schwierig es sein kann. Monate nach dem Cyberangriff, wenn Systeme schon längst wieder laufen, bieten die Hacker im Darknet immer noch Daten des Versicherers an. Die Baloise reagiert gelassen.

Mit passgenauen Policen gegen die Irrelevanz

Gasmangel, Lieferkettenprobleme oder eine Neuauflage der Corona-Pandemie: Die versicherungsnehmende Wirtschaft steht vielen ernsthaften Risiken gegenüber, ohne dass sie mit passgenauen Versicherungsprodukten vorsorgen könnte. Das sagte der Fachanwalt für Versicherungsrecht Mark Wilhelm auf der Businessforum-Jahrestagung in Köln. Genau die brauche es aber, damit die Assekuranz nicht irrelevant werde.

E+S: Kfz-Versicherern droht Milliarden-Verlust

Wenn die Kfz-Versicherer weiter machen wie bisher, werden sie im kommenden Jahr tief in die roten Zahlen rutschen, warnt die Hannover Rück-Tochter E+S beim Rückversicherungstreffen in Baden-Baden. Sie prognostiziert einen Verlust von 2 Mrd. Euro. Den könnten die Kfz-Versicherer nur vermeiden, wenn sie ihre Preise um mindestens zehn Prozent erhöhen. Auch die Rückversicherer müssten die Preise wegen der Inflation kräftig anziehen.

Gallagher Re will rasch wachsen

 Exklusiv  Der Rückversicherungsmakler Gallagher Re, seit der Fusion mit Willis Re im Jahr 2021 auch in Deutschland aktiv, will schnell wachsen und den Marktanteil deutlich ausbauen. Dirk Spenner, Chef der Region Europa Nordost, erwartet in Baden-Baden viele Diskussionen über Preise für Katastrophendeckungen und Kapazitäten sowie über die Inflation.

Cyberversicherer Coalition gründet Rückversicherer

Das US-Insurtech Coalition reagiert auf die Knappheit an Rückversicherungskapazität mit der Gründung eines eigenen Rückversicherers. Die Gesellschaft Ferian Re sitzt auf Bermuda und soll Kapazität für die Cyberprogramme von Coalition bereitstellen. Das 2017 gegründete Unternehmen, das unter anderem von der Allianz finanziert wird, war als Assekuradeur gestartet, hat mittlerweile aber auch einen eigenen Risikoträger.

Lloyd’s und Aon wollen Kriegsfolgen versichern

Unternehmen sehen sich zurzeit so vielen Problemen gegenüber wie lange nicht. Für viele dieser Herausforderungen ist der russische Krieg gegen die Ukraine zumindest indirekt verantwortlich, heißt es in einem aktuellen Bericht des Versicherungsmarktes Lloyd’s und des Großmaklers Aon. Die beiden Unternehmen haben sich zusammengetan und ein Innovationsforum gegründet, das die Entwicklung neuer Versicherungslösungen für die Folgen des Krieges beschleunigen soll.

Datentransparenz ist keine Einbahnstraße

Die Risikomanager in Unternehmen sind auf die Versicherer derzeit nicht gut zu sprechen, vor allem nicht in Problem-Sparten wie der Cyberversicherung. Das Problem sind nicht nur knappe Kapazitäten und ausufernde Risikofragen, sondern auch einseitige Datenströme, kritisierten Risikomanager beim Ferma-Forum in Kopenhagen. Die Versicherer verlangten von Kunden viele Daten und tiefe Einblicke, ließen aber gleichzeitig nur wenig Transparenz im Underwriting-Prozess zu. HDI Global-Chef Edgar Puls, Axa XL-Europachef Xavier Veyry und AGCS-Vorstand Henning Haagen waren um Antworten bemüht.

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