Legal Eye – Die Rechtskolumne Nichts geht ohne IT, wer weiß das besser als Versicherer? Deren Ausfall durch Cyberangriffe kann ein (finanzielles) Desaster sein. Dem aktuellen Missverhältnis zwischen dem Schutzniveau der oft hochsensiblen Daten und der tatsächlichen Cyber-Resilienz der Unternehmen soll die EU-Verordnung Digital Operational Resilience Act (DORA) abhelfen. Zwar scheint die vollumfängliche Gültigkeit ab dem 17. Januar 2025 heute in weiter Ferne zu liegen, doch der enorme Vorbereitungsaufwand im Hinblick auf die Umsetzung der statuierten Anforderungen sollte keinesfalls unterschätzt werden.
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Mehr als 1 Mrd. Dollar versicherte Schäden auf Hawaii
Die Brände auf der Inselgruppe Hawaii werden einen versicherten Schaden von mindestens 1 Mrd. Dollar erreichen, schätzen Experten von Moody’s Investors Service (MIS). Da der durchschnittliche Wert eines Einfamilienhauses in der Stadt Lahaina etwa 1,5 Mio. Dollar beträgt, dürfte die tatsächliche Schadensumme noch höher ausfallen. Laut Katastrophenschutzeinrichtungen sind alleine in Lahaina über 2.000 Gebäude beschädigt oder zerstört worden. MIS befürchtet außerdem eine mögliche Unterversicherung der Besitzer durch den massiven Preisanstieg bei Baumaterialien.
Brände auf Hawaii außer Kontrolle
Die zu Beginn der Woche entstandenen Waldbrände auf den Inseln Maui und Hawaii sind außer Kontrolle geraten, wie Behörden vor Ort berichten. US-Präsident Joe Biden hat den Notstand ausgerufen. So können schneller Gelder fließen, um die Errichtung von Notunterkünften und die Absicherung unversicherter Gebäude zu finanzieren. Die Brände haben bisher 55 Todesopfer gefordert, 1.700 Gebäude wurden zerstört. Die Höhe der versicherten Schäden ist noch unklar, aber sie dürfte hoch ausfallen.
Mehr Widerstandskraft gegen den IT-Blackout
Legal Eye – Die Rechtskolumne Zum Jahreswechsel 2022/23 tritt die Verordnung über die Betriebsstabilität digitaler Systeme (Digital Operational Resilience Act, DORA) in Kraft. Damit will die EU die Widerstandsfähigkeit von Finanzunternehmen stärken und den Umgang mit der Abhängigkeit des Finanzsektors von der Informations- und Kommunikationstechnologie einheitlich regeln. Auch Versicherungsunternehmen sind davon betroffen. Für ihr Risikoprofil sind neben ihren eigenen IT-Einheiten und Prozessen auch Cloud-Dienstleister und Softwareunternehmen von Bedeutung, an die sie Tätigkeiten outgesourct haben.
Grund: Verbesserungspotenzial bei IT-Sicherheit
Frank Grund, oberster Versicherungsaufseher bei der BaFin, sieht großes Verbesserungspotenzial bei Versicherern, was die IT-Sicherheit anbelangt – insbesondere in den Bereichen Informationsrisiko- und Informationssicherheitsmanagement. Versicherer seien aufgrund ihrer Kundendaten für Hacker sehr interessant, erklärt er im Interview mit dem BaFin-Journal. Aber auch durch interne Pannen und Ausgliederungen von IT-Services an Dienstleister kann es zu IT-Vorfällen kommen, die den Geschäftsbetrieb erheblich beeinträchtigen.





