Archiv ‘Naturkatastrophen’

Pflichtversicherung à la Aktuarvereinigung

Die Versicherungspflicht gegen Elementarschäden soll kommen, doch noch sind viele Fragen offen. Die Deutsche Aktuarvereinigung warnt davor, den Umgang mit Klimarisiken mit einer solchen Pflicht als abgehakt zu betrachten. Es brauche ein Gesamtkonzept aus risikogerechter Prämienkalkulation, Prävention und Kumulschutz, etwa in Form einer staatlichen Rückversicherung. Viele Fragen seien noch offen.

Zurich feiert Geburtstag und will aggressiv wachsen

Die Zurich Gruppe Deutschland hat ehrgeizige Wachstumspläne. Insbesondere im Mittelstandsgeschäft will der Versicherer ordentlich zulegen. Das kündigten der Vorstandsvorsitzende Carsten Schildknecht und Vorständin Petra Riga-Müller bei einem Medienempfang in Köln an. Anlass war das 150-jährige Firmenjubiläum der Zurich in Deutschland. Zudem will das Unternehmen Städte und Kommunen beim Thema Klimaresilienz stärker unterstützen. An den Verkaufsplänen ihrer Altbestände in der Lebensversicherung hält die Gruppe weiterhin fest.

ILS-Fonds: Es geht auch parametrisch

 Exklusiv  Über Versicherungsverbriefungen (Insurance-Linked Securities, ILS) können branchenfremde Investoren in den Rückversicherungsmarkt investieren. Ob sie bei einem Schaden zur Kasse gebeten werden, lässt sich aber oft erst mit Zeitverzögerung sagen. Parametrische ILS-Fonds könnten Abhilfe schaffen, glaubt Nils Ossenbrink, Managing Partner beim Investmentmanager Twelve Securis. Im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor erklärt er, wie der neue parametrische ILS-Fonds funktioniert, den Twelve Securis zusammen mit Lumyna Investments und dem Generali-Industrieversicherer GC&C aufgelegt hat.

Howden: Milliardenschäden durch Klimarisiken

Extreme Wetterereignisse, allen voran lange Dürreperioden, verursachen in der europäischen Landwirtschaft jährlich Schäden von durchschnittlich 28 Mrd. Euro. Das Problem: Versichert ist nur der geringste Teil. In Deutschland sind gängige Versicherungspolicen zu stark auf Hagelschäden ausgerichtet. Um die Ernährungssicherheit in Europa auch künftig gewährleisten zu können, braucht es modernere Mechanismen des Risikotransfers, schreibt der Versicherungsmakler Howden in einer Studie, die die Europäische Investitionsbank und die Europäische Kommission in Auftrag gegeben haben.

Swiss Re: Viele Probleme, mehr Gewinn

Trotz eines turbulenten Jahresauftakts konnte der Rückversicherer Swiss Re seinen Konzernüberschuss im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres steigern und damit die Erwartungen der Analysten übertreffen. Allerdings musste die Gruppe im versicherungstechnischen Ergebnis Rückgänge hinnehmen. Auch die Nachreservierung im US-Haftpflichtgeschäft wirkt noch nach. Laut Swiss Re ist die Gewinnsteigerung auf die disziplinierte Zeichnungspolitik, günstige Investitions- und Steuereffekte sowie höhere Kapitalerträge zurückzuführen.

Allianz steckt hohe Naturkatastrophenschäden weg

Der Versicherungskonzern Allianz musste bereits im ersten Quartal knapp 400 Mio. Euro für Naturkatastrophenschäden verkraften. Auch die geopolitischen Unsicherheiten gingen nicht spurlos an dem Unternehmen vorbei und betrafen vor allem die Vermögensverwaltung. Finanzchefin Claire-Marie Coste-Lepoutre zeigte sich jedoch zufrieden mit dem Jahresstart und sieht sich weiter auf Kurs, die gesteckten Jahresziele zu erreichen.

Großschäden kosten Hannover Rück viel mehr als geplant

Die verheerenden Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien Anfang des Jahres kosten den Rückversicherer Hannover Rück deutlich mehr, als er für das erste Quartal für solche Großschäden eingeplant hatte. Entsprechend ging der Gewinn deutlich zurück. Konzernchef Clemens Jungsthöfel zeigte sich dennoch zuversichtlich, die Jahresziele zu erreichen. Bei den Erneuerungen im April musste der Rückversicherer einen Preisrückgang hinnehmen. Der Trend könnte anhalten, so Hannover Rück.

Allianz nächstes Jahr wieder in Präsenz

Der Branchenriese Allianz wird seine Hauptversammlung 2026 wieder in Präsenz abhalten, kündigte Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE, auf der in diesem Jahr noch ausschließlich digitalen Hauptversammlung des Unternehmens an. Digitale Hauptversammlungen hätten zwar Vorteile gebracht und mehr Aktionären eine Teilnahme ermöglicht. Eine Präsenzveranstaltung sei für viele aber auch ein Zeichen der Wertschätzung. Zudem gab die Gruppe ihre Wachstumsstrategie für die kommenden Jahre bekannt.

Trend zu 145 Mrd. Dollar Naturgefahrenschäden 2025

Entwickeln sich die versicherten Schäden durch Naturkatastrophen weltweit entsprechend dem langfristigen Trend, könnten sie sich 2025 auf 145 Mrd. Dollar (127,4 Mrd. Euro) belaufen, nach 137 Mrd. Dollar im Vorjahr. Entwickelt sich das laufende Jahr dagegen zu einem Spitzenjahr mit besonders hohen Schäden, könnte die Belastung für die Branche mehr als doppelt so hoch ausfallen. Zu diesem Ergebnis kommt der Rückversicherer Swiss Re in einer aktuellen Studie.

A.M. Best senkt Ausblick für Londoner Markt

Die Ratingagentur A.M. Best hat ihren Ausblick für den Londoner Versicherungsmarkt von „positiv“ auf „stabil“ revidiert. Grund dafür sei das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, erklärt die Agentur in einem aktuellen Bericht. Sie prognostiziert für das laufende Geschäftsjahr überdurchschnittlich hohe Schäden aus Naturkatastrophen. Auch die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle und das Problem der sozialen Inflation seien nicht zu unterschätzen.

Itzehoer saniert Kfz schneller als gedacht

Die deutschen Kfz-Versicherer haben die Krise der vergangenen Jahre noch nicht ganz hinter sich gelassen, viele befinden sich noch in den roten Zahlen. Mit der Itzehoer Versicherung geht allerdings ein wichtiger Anbieter davon aus, in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen in der Sparte zu schreiben. Grund ist, dass die Sanierung schneller vorangeht als gedacht. In der Rechtsschutzversicherung will der Versicherer weiter wachsen.

Rückversicherung: Entspannung in Asien

In der Januar-Erneuerung hatten die Rückversicherungspreise bereits merklich nachgegeben. Bei den Vertragsverhandlungen zum 1. April hat sich dieser Trend fortgesetzt, berichten die Makler Aon, Howden Re und Gallagher Re. Vor allem Versicherer aus Japan und Südkorea konnten von Nachlässen im zweistelligen Prozentbereich profitieren. Befeuert wurde das von der Fülle an Rückversicherungskapital und relativ wenig Naturkatastrophen in der Region. Die Waldbrände in Kalifornien haben die Verhandlungen kaum beeinflusst.

BdV gehen Elementar-Pläne nicht weit genug

Die Pläne von Union und SPD, eine verpflichtende Elementarschadenabsicherung einzuführen, sieht der Bund der Versicherten (BdV) als Schritt in die richtige Richtung. Allerdings stört die Verbraucherschützer die mögliche Opt-out-Möglichkeit, zudem geht ihnen der Vorschlag nicht weit genug. Sie schlagen einen Risikopool in Verbindung mit der Grundsteuer vor.

W&W will 2024 schnell vergessen

Der Versicherungs- und Bausparkonzern W&W hat ein herausforderndes Geschäftsjahr 2024 hinter sich. Hohe Belastungen durch Naturkatastrophen, ein starker Rückgang im Bauspargeschäft und explodierende Kosten in der Kfz-Versicherung haben das Gesamtergebnis der Gruppe nach unten gedrückt. Für 2025 will der Konzern aber an seinem Gewinnziel festhalten.

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