Haftpflichtversicherer müssen nach einem Behandlungsfehler auch dann Schadenersatz leisten, wenn der verurteilte Chefarzt den Fehler gar nicht selbst begangen hat, sondern die Verantwortung für einen Oberarzt übernommen hat. Das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf (OLG) entschieden (Az.: I-4 U 99/17). Ein Haftpflichtversicherer wollte durchsetzen, dass er die bisher geleisteten Zahlungen zurückerhält und künftig nicht mehr leisten muss. Er ist der Ansicht, dass der Versicherungsfall nur dadurch eingetreten ist, dass sich der Chefarzt für den vom Oberarzt verursachten Fehler hat verurteilen lassen.
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VKB zieht positives Fazit für 2018
Die Versicherungskammer Bayern blickt zufrieden auf das vergangene Jahr zurück. In allen Sparten konnte der öffentliche Versicherer vorläufigen Zahlen zufolge die Beitragseinnahmen ausbauen. In der Lebensversicherung besteht das Neugeschäft mittlerweile größtenteils aus „solvenzschonenden“ Verträgen wie Risikopolicen oder Sparprodukten ohne Zinsgarantien. Strategisch ist 2018 für die VKB einiges passiert: Der Versicherer hat sämtliche Anteile an den Saarland Versicherungen übernommen. Der Namensstreit mit der Bayerischen Beamten Versicherung über die Verwendung der Marke „Die Bayerische“ wurde zwar beigelegt. Das angespannte Verhältnis führte jedoch dazu, dass der Konkurrent eine bestehende Kooperation mit der VKB beendete.
New Nordic Advisors wickelt Qudos ab
Der Londoner Vermögensverwalter New Nordic Advisors wirft bei seiner Tochter Qudos Insurance die Flinte ins Korn: Nachdem die dänische Gesellschaft im Oktober ihr Neugeschäft einstellen musste, ist jetzt die Entscheidung für die sofortige Abwicklung gefallen. Eine umfassende operative und personelle Restrukturierung, die Ausgliederung von Vertragsbeständen an den Run-off-Spezialisten Darag und mehrere kräftige Kapitalspritzen brachten bislang nicht den erhofften Erfolg. Qudos‘ früherem Eigentümer, der kanadischen Versicherungsholding Echelon, wirft New Nordic Advisors vor, den wahren finanziellen und operativen Zustand des dänischen Versicherers vor der Übernahme im Jahr 2017 verschleiert zu haben.
Lemonade verklagt Teicke und Wefox
Der US-Versicherer Lemonade hat Julian Teicke (Bild), Gründer des Insurtechs Wefox und des Online-Versicherers One, sowie die beiden Gesellschaften auf Unterlassung und Schadenersatz in bisher nicht genannter Höhe verklagt. Lemonade-Gründer Daniel Schreiber wirft Teicke und anderen Wefox-Managern vor, unter falschen Angaben Policen bei Lemonade beantragt und Schäden gemeldet zu haben, um die App und Angebote des US-Versicherers zu kopieren. Teicke sagte dem Versicherungsmonitor, an den Vorwürfen sei nichts dran. Wefox habe auf ein Papier von Lemonade vor neun Monaten per Anwalt reagiert, seither aber bis vor wenigen Tagen nichts weiter gehört. Offenbar geht Teicke davon aus, dass Lemonade ihm mitten […]
Rechtsstreitigkeiten bei Cat Bonds
Bei Versicherungsverbriefungen scheint es doch mehr Rechtsstreitigkeiten zu geben als bisher bekannt. Etwa 50 Prozent der Schadenfälle landen vor Gericht, berichtete Niklaus Hilti, bei der Credit Suisse zuständig für den Bereich Insurance Linked Strategies, auf dem Rückversicherungstreffen in Baden-Baden. Während andere Experten wie der Rückversicherungsmakler Aon Benfield mit einer Verdoppelung des alternativen Kapitals rechnen, glaubt Hilti nicht, dass noch sehr viele neue Investoren in den Markt strömen werden.
Spezialisierte Gerichte wären gerechter
Legal Eye – Die Rechtskolumne: Juristische Auseinandersetzungen zwischen Versicherungsnehmern und Versicherern sollten vor spezialisierten Gerichten verhandelt werden. Das würde nicht nur dazu führen, dass spezialisierte Richter die Fälle verhandeln, sondern auch dazu, dass die Versicherungsnehmer von Fachanwälten vertreten werden.






