Leute – Aktuelle Personalien Christian Thimann, bislang in der Pariser Axa-Führung für Strategie zuständig und als von der EU beauftragter Experte für nachhaltige Finanzierungen tätig, wird Chef des Wiesbadener Run-off-Spezialisten Athene. Athene gehört zur Athora-Gruppe in Bermuda. Vorgängerin Ina Kirchhof wechselt in den Aufsichtsrat der Athene Lebensversicherung. Stefan Spohr ist jetzt Chef der Athene Deutschland Service GmbH. Claudius Vievers wird Chief Risk Officer und Vorstand der Athene Leben. In wenigen Monaten werden alle Athene-Gesellschaften in Athora umbenannt.
Archiv ‘Run-off’
Gothaer gibt Rück-Bestand in den externen Run-off
Die Gothaer hat den Altbestand der früheren Gothaer Rück verkauft. Das Portfolio enthält vor allem europäische Kfz-Haftpflichtrisiken und allgemeine Haftpflichtverträge. Der Bestand und die Kapitalanlagen wurden von der Gothaer Finanzholding an die Axa Liabilities Manager verkauft, neben der Darag einer der wichtigen Anbieter für Run-off-Übernahmen in der Schaden- und Unfallversicherung. Die Gothaer ließ sich von Guy Carpenter beraten, dem Rückversicherungsmakler von Marsh.
Generali einig mit Viridium über Run-off-Verkauf
Der Versicherer Generali hat sich nach Informationen von Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor aus Finanzkreisen mit dem Abwicklungsspezialisten Viridium im Grundsatz über einen Verkauf der Mehrheit an der Generali Lebensversicherung in München geeinigt. Ein Minderheitsanteil soll bei der Generali bleiben. Allerdings ist der Verkauf noch nicht formal besiegelt. Aktuell sprechen die Viridium-Gruppe und deren Anteilseigner, der britische Investor Cinven und die Talanx-Tochter Hannover Rück, mit der Finanzaufsicht BaFin über die Transaktion. Generali, Viridium und die Finanzaufsicht wollten nicht Stellung nehmen.
ZZR wird leichter, Provisionsdeckel kommt
Die Bundesregierung hat den lang erwarteten Bericht zur Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes und ein Maßnahmenpaket vorgelegt. Das Dokument soll am Mittwoch vom Finanzausschuss diskutiert werden. Die Koalition will die Regeln für die Zinszusatzreserve (ZZR) verändern und damit die Zuführung reduzieren und die Auflösung strecken. Gleichzeitig soll ein Provisionsdeckel eingeführt werden (den Maßnahmenkatalog finden Sie weiter unten, den vollen Text der Evaluierung in unserer Whitepaper-Bibliothek). Zum ersten Mal werden dabei auch die Provisionen für Restschuldversicherungen ausdrücklich genannt. Details wie die Höhe des Deckels liegen noch nicht vor.
Mylife hat neuen Eigentümer
Der Lebensversicherer Mylife geht durch eine komplexe Transaktion an die Schweizer Beteiligungsgesellschaft Inlife. Der bisherige Besitzer – ein Fonds der Beteiligungsgesellschaft Augur Capital – verkauft seine Anteile an ein Konsortium, zu dem Inlife gehört. Inlife hat sich bisher auf die Abwicklung von Liechtensteiner und Schweizer Lebensversicherern konzentriert und will mit Mylife nun auch in Deutschland in den Run-off-Markt einsteigen. Mylife soll aber auch weiterhin Netto-Lebenspolicen verkaufen.
Viridium: Wir haben das Thema Run-off unterschätzt
In der öffentlichen Debatte um den Verkauf von geschlossenen Lebensversicherungsbeständen an Abwickler hat sich die Versicherungsbranche nicht gerade mit Ruhm bekleckert, glaubt Heinz-Peter Roß, Chef des Abwicklers Viridium. Es fehlte eine einheitliche Kommunikationsstrategie. Er mahnte auf einer Lebensversicherungskonferenz in Köln eine Versachlichung der Diskussion an, Versicherer sollten Übertreibungen tunlichst vermeiden. Zudem nannte er Details zu Viridiums Abwicklungsplattform.
Equitable Life macht dicht
Equitable Life, einer der ältesten Lebensversicherer weltweit, wird wahrscheinlich Ende 2019 endgültig vom Markt verschwinden. Die Reste der britischen Gesellschaft, die seit einem Beinahe-Zusammenbruch im Jahr 2000 für das Neugeschäft geschlossen ist, sollen an den Abwickler Reliance Life gehen, der zur amerikanischen Life Company Consolidation Group gehört. Die Übertragung soll 1,8 Mrd. Pfund Kapital freisetzen und den verbliebenen 261.000 Kunden durchschnittliche Auszahlungen von 6.900 Pfund bescheren. Equitable Life war in finanzielle Turbulenzen geraten, weil der Versicherer für Policen mit hohen Garantiezinsen zu geringe Rückstellungen gebildet hatte.
Run-off und e-Gesundheitsakte
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Lebensversicherungskonferenz des Instituts für Versicherungswissenschaften an der Universität Leipzig und Jahrestagung des PKV-Verbands.
Run-off-Spezialisten brauchen langen Atem
Herbert Frommes Kolumne Zurich-Finanzchef Torsten Utecht fand am Dienstag beim 15. Kölner Rückversicherungssymposium der TH Köln deutliche Worte: Die spezialisierten Run-off-Plattformen haben derzeit vermutlich deutlich höhere Verwaltungskosten als die traditionellen Lebensversicherer, weil sie kaum Volumen aufweisen können. Tatsächlich sind die Run-off-Anbieter in einer schwierigen Situation: Wenn sie zu viel für Bestände bezahlen, rechnet sich ihr Geschäft nicht und die Anleger würden zu Recht unruhig. Bieten sie zu wenig, kriegen sie nicht das Volumen. Deshalb ist ein möglicher Generali-Deal mit vier Millionen Verträgen für die Plattformen so wichtig.
BaFin-Provisionsdeckel in der Diskussion
Medienanalyse Im Nachgang der teils hitzig geführten Debatte um den Run-off von Altbeständen beschäftigen sich die Medien erneut mit der Ertragskrise vieler deutscher Lebensversicherer. Um einer möglichen Verunsicherung der Kunden entgegenzuwirken, äußern sich nun Politiker verschiedener Parteien. Daneben ist die Reform der Vergütung von Versicherungsvermittlern ein großes Thema. Versicherungsaufseher Frank Grund schlägt vor, einen Provisionsdeckel von 2,5 Prozent beim Vertrieb von Vorsorgeprodukten einzuführen, der bei besonderen Leistungen der Vermittler um 1,5 Prozent aufgestockt werden kann. Branchenkennern gilt eine Provisionsbeschränkung als unvermeidlich, ansonsten könnten noch drastischere Maßnahmen durch die Politik drohen.
Run-off-Plattformen arbeiten noch nicht effizient
Run-off-Plattformen sind noch weit davon entfernt, Lebensversicherungsbestände effizienter zu verwalten als die Lebensversicherer selbst, glaubt Torsten Utecht, Finanzvorstand der Zurich Deutschland. Die Abwicklungsgesellschaften müssten erst noch weitere große Vertragsbestände übernehmen, bevor sie die Skalenvorteile, mit denen sie werben, auch tatsächlich realisieren können. Die Gefahr, dass die Kunden ihre Lebensversicherungsverträge vorzeitig auflösen, sollten sowohl die Abwickler als auch die Lebensversicherer im Auge behalten. Run-off-Plattformen könnte dieses Schicksal ereilen, wenn sie die übernommenen Kunden zu schlecht behandeln. Auf die Lebensversicherer könnte das Problem einer Massenkündigung im Falle eines abrupten Zinsanstiegs zukommen.
Rückversicherung als Alternative zum Run-off
Mit Plänen, geschlossene Lebensversicherungsbestände an Abwickler zu verkaufen, haben einige Gesellschaften für verbrannte Erde gesorgt. Solch ein Imageverlust muss nicht sein, glauben Axel Flöring (Bild), Deutschlandchef des Rückversicherungsmaklers Guy Carpenter, und Frank Achtert, Head of Capital Optimisation bei dem Unternehmen. Eine Rückversicherungslösung kann eine echte Alternative zum externen Run-off bieten, erklären sie. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor sprechen Flöring und Achtert zudem über Preise und Nachfrage im Rückversicherungsmarkt, die Auswirkungen des Brexits und Insurtechs als neue Kundengruppe.
GE will Versicherer verkaufen
Der US-Industriekonzern General Electric (GE) will seine Versicherungsbestände im Run-off verkaufen. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Entscheidung folgt hohen Belastungen aus alten Pflegeversicherungen, die GE selbst abwickelt. Im Januar musste das Unternehmen Verluste und Reservestärkungen von mehr als 20 Mrd. Dollar wegen der Altlasten bekanntgeben. Wenn GE einen Interessenten findet, dürfte der kaum einen Kaufpreis zahlen – stattdessen müsste der Industriekonzern wohl Geld mitgeben, um die Verpflichtungen endlich los zu werden.












