Unternehmen, die ihre Cyberpolice zum Jahreswechsel erneuern wollen, werden tief in die Tasche greifen müssen. Makler Sven Erichsen berichtet auf der Cyber-Konferenz von Euroforum über eine Verzehnfachung von Prämien bei gleichzeitiger Verdopplung des Selbstbehalts und Reduzierung des Limits. Er vergleicht die anstehende Sanierung mit der Reaktion der Versicherer auf die Terroranschläge vom 11. September 2001. Auch damals fuhren die Anbieter ihre Kapazität stark zurück. Die Cyberversicherer reagierten auf eine dramatisch verschärfte Schadensituation, berichtet Erichsen. Daran seien die Kunden nicht ganz unschuldig.
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Sanierungsmaßnahmen zeigen bei Zurich Erfolg
Viele Industrieversicherer haben in den vergangenen Monaten Preiserhöhungen und Kapazitätsbegrenzungen durchgesetzt, um die Sparte wieder in die schwarzen Zahlen zu bringen. Der Schweizer Versicherer Zurich gehört zu den härtesten Sanierern. Das hat Erfolg. Im ersten Halbjahr konnte der Konzern im Schaden- und Unfallgeschäft Prämienerhöhungen von rund acht Prozent erzielen, vor allem getrieben durch das Firmenkundengeschäft. Das hat dazu beigetragen, dass der konzernweite Reingewinn nach Steuern um 86 Prozent gestiegen ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Industrie: Preisaufschläge verlieren an Fahrt
Bei den Preiserhöhungen in der Industrieversicherung scheint der Zenit überschritten zu sein: Das Prämienniveau steigt weltweit zwar immer noch an, aber nicht mehr so stark wie in den vorangegangenen Monaten. Das zeigt eine Untersuchung des Großmaklers Marsh. Danach sind die Preise im zweiten Quartal 2021 um 15 Prozent gestiegen, im vierten Quartal des vergangenen Jahres waren es noch 22 Prozent. Marsh sieht einen geringen Preisdruck in der Sach- und der D&O-Versicherung. Aber nicht in allen Sparten gibt es Entwarnung für die Kunden.
Den Mittelstand nicht vergessen
Kommentar Viele Industrieversicherer wollen verstärkt mit dem Mittelstand ins Geschäft kommen. Der jetzt von der VW-Hauptversammlung durchgewunkene 270 Mio. Euro schwere Vergleich mit dem Autobauer und seinen Ex-Vorständen könnte ihnen dabei auf die Füße fallen. Denn im Mittelstand keimt bei einigen Unternehmen der Verdacht, dass sie vor allem wegen solcher Schäden im Großkundengeschäft höhere Preise zahlen müssen. Dem müssen die D&O-Versicherer unbedingt entgegenwirken.
PSV-Beitragssatz sinkt deutlich
Trotz Pandemie werden Unternehmen in diesem Jahr weniger tief in die Tasche greifen, um Betriebsrenten gegen Insolvenz abzusichern. Der für diese Absicherung zuständige Pensionssicherungsverein (PSV) stellte auf seiner virtuellen Mitgliederversammlung für 2021 einen Beitragssatz in Aussicht, der unter dem langjährigen Mittel von 2,8 Promille liegt. Im vergangenen Jahr waren es noch 4,2 Promille gewesen. Aus Sicht des PSV ist dennoch nicht alles in Butter.
Makler Top, Versicherer Flop
Hohe Preise, schmale Kapazitäten, schlechte Kommunikation – die Industrieversicherer haben sich bei ihren Sanierungsbemühungen in der letzten Erneuerungsrunde nicht mit Ruhm bekleckert. Den Maklern haben sie dagegen mit ihrem Verhalten zu einem Reputationszugewinn verholfen, glaubt Thomas Haukje, Präsident des Bundesverbands Deutscher Versicherungsmakler (BDVM). Er sieht seinen Berufsstand als beliebter denn je. Wenig Freunde haben sich die Versicherer auch bei den Streitigkeiten um Betriebsschließungspolicen gemacht. BDVM-Geschäftsführer Hans-Georg Jenssen sieht aber auch Versäumnisse der Finanzaufsicht BaFin.
Zielke für Riester ohne Garantie und Verrentungszwang
Die angekündigte Absenkung des Höchstrechnungszinses in der Lebensversicherung auf 0,25 Prozent ab 2022 bedeutet das Ende der Riester-Rente – sofern die vollständige Beitragsgarantie nicht gekippt wird. Das vom Versichererverband GDV angestrebte Niveau von 80 Prozent ist nach Ansicht von Carsten Zielke aber nur eine „kosmetische Veränderung“. Der Analyst fordert eine vollständige Abschaffung dieser Garantie sowie des Verrentungszwangs. Dann könnten die Versicherer ihre Aktieninvestments hochfahren, und das Riester-Geschäft könnte auch für Investmentfonds geöffnet werden.
Industrieversicherer beschädigen ihren Ruf
Rabiate Preiserhöhungen, geringere Kapazitäten, neue Ausschlüsse, kaum Kommunikation – die Versicherungseinkäufer und Risikomanager großer Unternehmen sind nach den Vertragserneuerungen zum Jahresanfang sauer auf ihre Industrieversicherer. Wie schwer die Reputation der Branche beschädigt ist, zeigt eine aktuelle Umfrage des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft. 79 Prozent der befragten Mitglieder bewerten den Ruf der Anbieter als sehr schlecht. Was die Branche machen muss, um ihre Kunden wieder milde zu stimmen.
Lohrmanns Verunsicherung: Schöne Bescherung
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Verhaltene Freude über Weihnachtsgeschenke der Industrieversicherer
Beendet den Renewal-Tanz!
Meinung am Mittwoch Jedes Jahr im Herbst geht es in der Industrieversicherung wieder rund. Binnen weniger Wochen müssen die Underwriter etwa vier Fünftel ihrer Verträge überprüfen und nachverhandeln. Die Versicherer schicken listenweise Sanierungen an den Makler, der in diesem Jahr seinen Kunden Unheilsbotschaften verkünden muss. Nach vielen Jahren, in denen Prämien und Bedingungen zum Vorteil der Kundschaft gestaltet werden konnten, sind jetzt die Versicherer am langen Hebel. Eine konsequente und flächendeckende Verpflichtung der Verhandlungsparteien zu Mehrjahresverträgen anstelle des alljährlichen Renewal-Tanzes könnte das Bild entzerren und Planungssicherheit für alle Seiten schaffen.
Lohrmanns Verunsicherung: Mission accomplished
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Industrieversicherer setzen verantwortungsvoll Preiserhöhungen durch.
Corso-Chef Andreas Berger feiert Sanierungserfolg
Exklusiv Fast hätte Andreas Berger, Chef von Swiss Re Corporate Solutions, das Ziel einer Schaden- und Kostenquote von 98 Prozent bis 2021 vorzeitig erfüllt. Im ersten Halbjahr wäre die Gesellschaft auf 98,4 Prozent gekommen, hätte es die Corona-Krise nicht gegeben, sagt er. Doch die Pandemie schlug auch bei dem Schweizer Rückversicherer und seiner Industrieversicherer voll ins Kontor. Obwohl Corporate Solutions für die ersten sechs Monate mit 122,6 Prozent weiter einen defizitären Wert ausweist, zieht Berger im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor eine positive Zwischenbilanz. Dank der allgemeinen Preiserhöhungen fallen die sanierungsbedingten Prämieneinbußen nicht ganz so drastisch aus wie geplant.
Marsh: Marktverhärtung weitet sich aus
In der Sachversicherung sanieren Industrieversicherer schon seit längerem ihre Portfolios. Im vergangenen Jahr haben sie diese Maßnahmen nun auf weitere Sparten ausgeweitet. Das geht aus dem aktuellen Versicherungsmarktreport des Großmaklers Marsh hervor. Vor allem gegen Ende des Jahres wurde eine Platzierung schwerer. Das lag neben reduzierten Kapazitäten auch am Personalmangel. Versicherer dürfen hier allerdings nicht Plattformen als Allheilmittel vorschieben, kritisiert Thomas Olaynig, Geschäftsführer und Head of Placement & Specialties.
Keese: „Wir müssen Verlustbringer rausschneiden“
Der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London hatte in den vergangenen Monaten Druck auf die Syndikate gemacht, sich von unprofitablem Geschäft zu trennen. Obwohl sich bereits Verbesserungen zeigen, will Lloyd’s es nicht dabei bewenden lassen. „Das ist ein kontinuierlicher Prozess“, sagt Burkhard Keese, Finanzchef des Versicherungsmarktes, im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Künftig will Lloyd’s jedes Jahr das schlechte Geschäft aussortieren. Auch sonst hat sich der Markt viel vorgenommen. So will er sich stärker für das alternative Kapital öffnen.














