Seit einigen Jahren zeigt sich das Zinsniveau stabil, dennoch bleiben die Lebensversicherer bei der Deklarierung ihrer Überschussbeteiligungen vorsichtig. Insgesamt stiegen die Überschussbeteiligungen in den einzelnen Produktsegmenten leicht an, doch nicht alle Anbieter gehen mit diesem Trend mit. Das zeigt die diesjährige Studie der Ratingagentur Assekurata zu Überschüssen und Garantien. Der Grund dafür sind vorsichtige Zinsprognosen sowie die durch die Zinswende entstandenen stillen Lasten in den Kapitalanlagen. Sie wollen die meisten Versicherer zuerst abbauen, bevor sie die Überschüsse anheben.
Archiv ‘Überschussbeteiligung’
Lebensversicherer unter Druck
An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Assekurata-Marktstudie Lebensversicherung, Überblick über den Versicherungsmarkt von AM Best, Scor-Zahlen und Vorlesungstag des Instituts für Versicherungswissenschaften Leipzig
Positiver Trend bei Überschussbeteiligungen
Der Aufwärtstrend bei Überschussbeteiligungen in der Lebensversicherung hält 2026 an. Laut dem Analysehaus Morgen & Morgen profitieren Versicherte derzeit von stabilen Zins- und Kapitalmärkten. Seit der Trendwende 2023 stiegen die Überschüsse kontinuierlich, auch wenn zuletzt nicht mehr so viele Versicherer erhöht haben. Dieses Jahr werden 14 Anbieter die Überschussbeteiligungen anheben, so Morgen & Morgen. Die Stabilität der Märkte müsste aus Expertensicht in attraktiveren Produkten für Kunden münden.
BaFin nimmt Kreditrisiken der Versicherer in den Blick
Die Finanzaufsicht BaFin will die Kreditrisiken der Versicherer intensiv überwachen. Die Unternehmen hätten bei Kapitalanlagen in alternative Anlageklassen viele Freiheiten, sagte Behördenchef Mark Branson bei der Vorstellung des Berichts „Risiken im Fokus“. „Wir müssen wissen, wie die Versicherer diese Freiheit nutzen.“ Erstmals analysiert die BaFin auch drei Risiken, die Verbraucher betreffen, darunter die Kosten von kapitalbildenden Lebensversicherungen. Auch hohe Provisionen sieht sie kritisch.
Allianz hält Überschussbeteiligung stabil
Der Marktführer Allianz hält die Überschussbeteiligung für Lebensversicherungskunden das dritte Jahr in Folge konstant. Den Versicherten schreiben die Münchner je nach Vertrag 2026 nach wie vor eine laufende Verzinsung zwischen 2,7 und 2,8 Prozent gut. Die Gesamtverzinsung liegt bei 3,5 bis 3,8 Prozent. Andere Lebensversicherer haben ihre Deklarationen dagegen erhöht. Im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor erklärt Allianz Leben-Vorstand Volker Priebe, warum er den Versicherer dennoch gut aufgestellt sieht.
Karneval und Zahlen
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Jahresabschluss der Signal Iduna, Wertgarantie und Helvetia sowie eine Marktstudie von Assekurata zur Überschussbeteiligung
Überschussbeteiligungen steigen schwächer als 2024
Die Überschussbeteiligungen der deutschen Lebensversicherer sind Anfang 2025 erneut gestiegen, jedoch nicht so stark wie im Vorjahr, als die Zinswende den Aufwärtstrend mit Nachdruck prägte. Zu diesem Ergebnis kommt die Ratingagentur Morgen & Morgen, die 49 Anbieter unter die Lupe genommen hat. Aktuell bieten mit Ausnahme von drei Gesellschaften alle untersuchten Lebensversicherer eine Überschussbeteiligung zwischen 2,0 Prozent und 3,25 Prozent.
Viridium erhöht Überschussbeteiligung
Der angeschlagene Run-off-Spezialist Viridium erhöht die Überschussbeteiligungen seiner beiden Portfoliogesellschaften Proxalto und Entis. CEO Tilo Dresig will zeigen, dass er die Kunden gut behandelt. Er sucht händeringend einen neuen Eigner und braucht die Zustimmung der BaFin, für die Kundennutzen sehr wichtig ist. Die Aufsicht ist mit dem Viridium-Mehrheitseigner Cinven nicht mehr einverstanden, nachdem die Cinven-Tochter Eurovita in Italien in die Pleite ging.
Allianz hält Überschussbeteiligung konstant
Während Ergo, Axa, Nürnberger, Inter und VPV die Überschussbeteiligung in der Lebensversicherung 2025 erhöhen, will Marktführer Allianz die Kundengutschrift nicht verändern. Vorstand Volker Priebe verweist im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor darauf, dass der Versicherer die Kunden bereits in den vergangenen zwei Jahren und damit früher als andere Wettbewerber an den steigenden Zinsen hat teilhaben lassen. Für den Markt rechnet die Ratingagentur Assekurata mit einer weiter steigenden Überschussbeteiligung im kommenden Jahr.
Allianz siegt vor dem BGH
Mit ihrem Tarif „Perspektive“ hat die Allianz nicht gegen die Mindestzuführungsverordnung verstoßen, die in der privaten Rentenversicherung ausgeschüttete Überschussbeteiligung ist rechtmäßig. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Donnerstag entschieden (Az: IV ZR 436/22). Damit hat sich die Allianz Lebensversicherung auch in der dritten Instanz gegen die Verbraucherzentrale Hamburg durchgesetzt. Die Verbraucherschützer hatten gegen den Münchener Konzern wegen der Benachteiligung von Versicherten mit älteren Verträgen geklagt.
BGH: Hohe Anforderungen an Transparenz und Fairness
Legal Eye – Die Rechtskolumne Mitte Juni hatte der Bundesgerichtshof (BGH) das Rabattsystem teilweise beanstandet, mit dem die Generali-Tochter Dialog Lebensversicherung im Rahmen des Vitality-Programms gesundheitsbewusstes Verhalten von Kunden belohnt. Bei einigen Klauseln sahen die Richter einen Verstoß gegen das Transparenzgebot. Das Urteil verdeutlicht die hohen Anforderungen an Transparenz und Fairness in Versicherungsverträgen. Versicherer müssen sicherstellen, dass ihre Kunden bei Vertragsabschluss alle wesentlichen Informationen erhalten, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.











