Die deutschen Versicherer haben 2024 die Qualität ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung deutlich verbessert. Das zeigt die neue ESG-Analyse (Environment, Social und Governance) von Zielke Rating und Zielke Research Consult, die 50 deutsche Versicherer bewertet. Die Zurich Gruppe Deutschland hat es erstmals an die Spitze des Rankings geschafft, auf Platz 2 ist die Versicherungskammer Bayern. Während einige Versicherer Nachhaltigkeit als Werttreiber begreifen, nutzen andere die regulatorische Situation, um Transparenz zurückzuschrauben, meint Analyst Carsten Zielke.
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Führungswechsel bei Ecclesia Credit
Der Industrieversicherungsmakler Ecclesia hat die Nachfolge in der Führung der auf Kreditversicherungen und Finanzierungen spezialisierten Tochter Ecclesia Credit geregelt: Stefan Vogel und Mark Sieber (Mitte) folgen auf Jörg Kowalewski (links) und Markus Moritz (rechts). Außerdem hat der Industrie- und Rückversicherer Everest den Run-off-Experten Gary Haase für die Abwicklung seines aufgegebenen Erstversicherungsgeschäfts angeheuert, und das schwedische Insurtech Lumera hat eine neue Finanzchefin.
BVK: Makler sollten nicht mehr mit Unabhängigkeit werben
Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) sieht das Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden kritisch, nach dem auf Courtagebasis arbeitende Makler nicht mehr mit ihrer Unabhängigkeit werben dürfen (Az. 14 U 1740/24).
Swiss Re: Leben-Geschäft wird boomen
Die globale Wirtschaft ist zwar robust aufgestellt, wird in den kommenden Jahren aber mit Herausforderungen konfrontiert sein, erwartet Jérôme Haegeli, Group Chief Economist und Leiter des Swiss Re Institute. Auf einer Veranstaltung nannte er geopolitische Spannungen, Finanzmarktrisiken und künstliche Intelligenz als Gründe. Aufatmen können hingegen die Lebensversicherer. Laut Swiss Re werden sie 2026 und 2027 einen Aufschwung erleben.
Wer profitiert von der Aktivrente?
Wird der geplante Steuerfreibetrag von 2.000 Euro für Beschäftigte im Rentenalter im Zuge der Aktivrente vor allem Besserverdienenden zugutekommen? Wie werden Branchen mit besonders ausgeprägtem Fachkräftemangel von den Plänen profitieren? Diese und andere Fragen richten Bundestagsabgeordnete von der Partei Die Linke an die Regierung per Kleiner Anfrage. In der Koalition sorgt unterdessen der Widerstand von jungen Abgeordneten der Union gegen die Pläne zur Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung weiter für Unruhe.
Zwischen Regeltreue und Risikofreude – wo bleibt der Unternehmergeist?
Wer heute die Vorstandsetagen vieler Unternehmen aus der Versicherungsbranche betritt, erlebt eine beeindruckende Choreografie der Professionalität. Meetings laufen nach klaren Agenden, Compliance ist selbstverständlich, Governance greift lückenlos, jede Entscheidung ist durch Gutachten, Gremien und Gremienfreigaben abgesichert. Stabilität ist das Gebot der Stunde – und sie ist zweifellos ein großer Erfolg. Die Branche ist so solide aufgestellt wie selten zuvor. Aber wo sind Unternehmergeist, der Blick auf den Markt und die Lust auf neue Chancen geblieben?
Berndt zu OLG-Urteil: „Wir werden das überleben“
Das Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Dresden, nach dem einem Versicherungsmakler die Verwendung des Begriffs „unabhängig“ untersagt ist, sorgt für Aufruhr und Kritik von Vermittlerverbänden – schließlich ist es nicht das erste Urteil dieser Art. Ralf Berndt, Aufsichtsratschef des Maklerpools BCA, wertet es positiv, dass die Stellung des Maklers als Sachwalter des Kunden nicht infrage gestellt wurde. Zudem gebe es andere Möglichkeiten, sich dem Kunden entsprechend zu präsentieren, sagte der frühere Stuttgarter-Vorstand bei einer Presseveranstaltung.
BaFin-Statistik: Allianz dominiert in Leben
Die Aufsichtsbehörde BaFin hat ihre Erstversicherungsstatistik für das Geschäftsjahr 2024 vorgelegt: Besonders stark zeigte sich erneut die Sparte Lebensversicherung, die ihre verdienten Bruttobeiträge auf 90,4 Mrd. Euro steigerte. Marktführer Allianz Leben baute seinen Vorsprung deutlich aus und erreichte mit fast 24 Mrd. Euro einen Marktanteil von über 25 Prozent. Gleichzeitig kommt es im Mittelfeld durch veränderte Stornoquoten und ein dynamisches Einmalbeitragsgeschäft zu Rangverschiebungen.
Zurich sieht sich gegenüber Investoren auf Kurs
Der Schweizer Versicherer Zurich zeigt sich selbstbewusst: Trotz globaler Unsicherheiten sieht Konzernchef Mario Greco den Versicherer auf Kurs, die im vergangenen Jahr gesteckten Ziele bis 2027 zu erreichen. Besonderes Wachstumspotenzial sieht er in den Bereichen Specialty, Middle Market und Life Protection. Mit einer neu strukturierten Industrieversicherung und diszipliniertem Underwriting will die Gruppe den Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz ausbauen, sagte der Manager auf dem Investorentag.
Strategische Chance durch SAP-Upgrade
Die Migration auf das neuste SAP-Betriebssystem SAP S/4HANA ist für viele Versicherer ein Meilenstein, sowohl technologisch als auch strategisch. Etliche Versicherer haben es noch nicht eingeführt. Und auch nach der technischen Umstellung ist die Reise nicht beendet, sondern beginnt erst richtig. Die neue Systemlandschaft eröffnet die Möglichkeit, Prozesse zu modernisieren und Reporting sowie Planung neu zu denken. Dieses Potenzial bleibt jedoch noch oft ungenutzt.
Klimaszewski-Blettner: „Frauen brauchen Ermutigung“
Barbara Klimaszewski-Blettner verantwortet als Vorständin den deutschen Markt und das weltweite Schadenmanagement bei HDI Global. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erzählt sie, warum Frauen in der Branche oft zusätzliche Ermutigung brauchen, wie interne Netzwerke und Sichtbarkeit Karrieren beschleunigen können und weshalb es ein Irrtum ist zu glauben, zwischen Familie und Führungsrolle wählen zu müssen. Sie berichtet von kulturellen Veränderungen bei HDI Global, ihrem persönlichen Führungsverständnis und erklärt, was die Industrieversicherung prägt.













