Aufsicht & Regeln rss

Grüne kritisieren BaFin-Schulungen

Die Grünen fühlen sich von BaFin-Chef Felix Hufeld schlecht informiert. So zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion, dass die Finanzaufsicht bei der Schulung von Mitarbeitern in den vergangenen Jahren auch auf externe Institute mit Verbindungen zur Versicherungsbranche gesetzt hat. Genau danach hatte der Grünen-Finanzpolitiker Gerhard Schick Chefaufseher Hufeld 2014 im Finanzausschuss des Bundestags gefragt – und eine zumindest missverständliche Antwort erhalten.

Solvency II: Signal Iduna prüft Deurag-Fusion

Die neuen EU-weiten Eigenkapitalregeln Solvency II und die Rechtsschutzversicherung passen schlecht zusammen. Das gilt jedenfalls für Unternehmen, die allein diese Sparte betreiben. Ergo hat mit der Zusammenlegung des Rechtsschutzspezialisten DAS mit der Ergo Versicherung reagiert. Ähnliche Gedanken macht sich auch die Signal Iduna, heißt es in Marktkreisen – die Tochter Deurag wird möglicherweise mit der Signal Iduna Allgemeine zusammengelegt. Auch die Erhöhung der Schadenbelastung durch gesetzliche Änderungen an der Anwaltsgebühren zeigt Wirkung. Der Markt ist weiter hart umkämpft, zeigt unsere Tabelle mit Prämienvolumen und Marktanteilen aller Gesellschaften.

Infrastruktur: Eiopa-Vorschlag nutzt deutschen Versicherern

Die Ratingagentur Fitch glaubt, dass die Vorschläge der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa zur Eigenkapitalunterlegung von Infrastrukturinvestitionen das Anlagevolumen der Versicherer in diesem Bereich erhöhen werden. Der Anteil im Portfolio werde verglichen mit anderen Anlagen aber relativ klein bleiben. Auch werde der Ausbau nicht schnell voranschreiten, weil die Versicherer noch Expertise sammeln müssten. Von den neuen Regeln profitierten vor allem deutsche Gesellschaften, glaubt Fitch. Die Versicherer ihrerseits begrüßen die Vorschläge, sehen aber noch Verbesserungspotenzial.

Eiopa entwickelt Europa-Rente

Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa hat ein Konsultationspapier zur geplanten europäischen Privatrente veröffentlicht, der Pan-European Personal Pension (PEPP). Kunden sollen diesen Vertrag leicht zwischen EU-Ländern mitnehmen können, auch der Anbieterwechsel soll einfach sein. In ihrem Papier schlägt Eiopa weitreichende Festlegungen vor, die nicht allen Marktteilnehmern schmecken dürften. So ist die Behörde dafür, dass PEPPs vor allem über das Internet verkauft werden und Anbieter die Renditen auf die Bruttoprämie ohne Abzug der Kosten berechnen. Das würde Versicherer treffen, die über Vertreter und Makler verkaufen.

Infrastruktur: Eiopa schlägt Erleichterungen vor

Versicherer würden gern mehr in Infrastrukturprojekte investieren, doch die EU-Eigenkapitalregeln Solvency II sehen dafür eine hohe Eigenkapitalunterlegung vor. Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa hat jetzt ein Konsultationspapier mit neuen Berechnungsmethoden vorgelegt, die einen schonenderen Eigenmitteleinsatz bei Investitionen in Anleihen und Aktien von Infrastrukturprojekten erlauben. Die Versicherer haben bis zum 9. August 2015 Zeit, sich zu den Vorschlägen zu äußern.

bAV: Weniger Probleme beim Jobwechsel

Eine Woche später als ursprünglich vorgesehen hat die Bundesregierung am Mittwoch den Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Mobilitätsrichtlinie verabschiedet. Passiert das Papier das Parlament, gelten ab 2018 neue Regeln für bAV-Anwartschaften beim Wechsel des Arbeitsplatzes innerhalb der EU. So sollen arbeitgeberfinanzierte Anwartschaften bereits nach dreijährigem Bestehen unverfallbar sein, bisher beträgt die Mindestdauer fünf Jahre. Die meisten Änderungen gelten auch für innerdeutsche Jobwechsel.

Cyber: EU-Verordnung könnte Nachfrage stärken

Unternehmen drohen nach einem Datenverlust deutlich höhere Strafen, wenn demnächst neue EU-Datenschutzregeln in Kraft treten. Das könnte die Nachfrage nach Cyber-Policen in Deutschland beleben. Allerdings ist umstritten, ob Versicherer hierzulande überhaupt für solche Bußgelder aufkommen dürfen.

OECD warnt Versicherer vor Risiko-Anlagen

Nach dem Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank hat jetzt auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vor den Risiken des Niedrigzinsumfelds für Versicherer und Pensionsfonds gewarnt. Die Unternehmen sollten sich auf der Jagd nach höheren Renditen nicht zu riskanten Anlagestrategien verleiten lassen, rät die Organisation. Das bringe Gefahren mit sich, bis hin zur Insolvenz einzelner Gesellschaften. Aufseher und die Politik sollten daher ein genaues Auge auf die Anlagestrategien der Unternehmen haben.

Immer mehr PKV-Anbieter müssen Rechnungszins senken

Die privaten Krankenversicherer spüren die Effekte der Niedrigzinsphase. Lediglich zwei Anbieter haben bei der jüngsten Erhebung die Zielmarke eines aktuariellen Unternehmenszinses von 3,5 Prozent erreicht. Alle anderen müssen bei der nächsten Gelegenheit in den geschlechtsspezifischen Tarifen den Zins anpassen, was Beitragsanhebungen zur Folge hat. Oft helfen aber die Rückstellungen für Beitragsrückerstattung, um die Effekte für Kunden abzufedern. Diese Mittel belaufen sich branchenweit auf mindestens 14 Mrd. Euro.

IT-Sicherheitsgesetz verabschiedet

Das IT-Sicherheitsgesetz hat heute gegen die Stimmen der Opposition den Bundestag passiert. Stimmt der Bundesrat zu, gelten für die Versicherungsindustrie und andere ausgewählte Branchen bald IT-Mindeststandards und Meldepflichten für schwerwiegende Störfälle. Anders als ursprünglich vorgesehen, drohen bei Zuwiderhandlungen Geldstrafen. Es bleibt bei der Unsicherheit, welche Unternehmen genau unter das Gesetz fallen. Der GDV begrüßt die Regelungen.

Marktwächter nimmt sich Lebensversicherungen vor

Der neu geschaffene Finanzmarktwächter will sich im Versicherungsbereich als erstes die Standmitteilungen der Lebensversicherer vornehmen – und ruft Kunden dazu auf, die Dokumente zur Analyse an die Verbraucherzentrale Hamburg zu schicken. Geplant ist, Qualitätsstandards für die als unverständlich kritisierten Mitteilungen zu definieren. Überhaupt sei in der Lebensversicherung angesichts vieler vorzeitiger Vertragsabbrüche mehr Transparenz geboten, sagten Verbraucherschützer in Hamburg. Bundesjustizminister Heiko Maas lobte die Umsetzung des Marktwächters. Er erhofft sich davon raschere Informationen über Fehlentwicklungen.

EU-Vermittlerrichtlinie auf der Ziellinie

Die Arbeit an der Novelle der EU-Vermittlerrichtlinie könnte laut einem leitenden Beamten des Wirtschaftsministeriums Ende Juni beendet sein. Derzeit laufen die Trilog-Verhandlungen. Weil es im Detail aber noch unterschiedliche Meinungen zwischen Parlament, Rat und Kommission gibt, ist unklar, ob der Zeitplan eingehalten werden kann. Ein Provisionsannahmeverbot für unabhängige Vermittler ist offenbar vom Tisch.

Die Assekuranz und die Klimaversicherung

Wenn die Staats- und Regierungschefs am Sonntag in Bayern zusammenkommen, werden sie auch über die Zukunft der Klimaversicherung für Entwicklungsländer sprechen. Staaten mit einem geringen Budget und Menschen mit einem Einkommen von unter zwei Dollar pro Tag können sich die klassischen Angebote der privaten Anbieter nicht leisten. Deswegen sind die Gesellschaften auch zurückhaltend mit Angeboten. Beim G7-Gipfel in Elmau sollen Alternativen diskutiert werden. Auch die internationale Versicherungswirtschaft hat dabei Geschäftsinteressen.

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