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Schaden- und Unfallversicherung bei Beiträgen vorn

Die deutschen Versicherer werden 2024 voraussichtlich mehr Beiträge im Schaden- und Unfallgeschäft erzielen als in der Lebensversicherung, schätzt der Lobbyverband GDV. Das wäre das erste Mal seit 1996. Der Verband hat seine Prognose für das laufende Jahr wegen des schwachen Geschäfts mit Policen gegen Eimalbeitrag nach unten korrigiert. In der Schaden- und Unfallversicherung erwartet er dagegen ein kräftiges Wachstum von 7,8 Prozent.

Pensionskassen gründen Servicegesellschaft

Die Pensionskasse der Caritas und ihre Schwestergesellschaft, die Kölner Pensionskasse, gründen zusammen mit vier weiteren Pensionskassen eine gemeinsame Servicegesellschaft. Die Genossenschaft soll Dienstleistungen in den Bereichen Governance, Kapitalanlage und Bestandsverwaltung anbieten und den Mitgliedern helfen, Kosten und Risiken zu minimieren. Die Caritas Pensionskasse und die Kölner Pensionskasse hatten 2020 ihre Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb verloren, nachdem sie in der Niedrigzinsphase in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten waren.

Beifall für GDV-Forderung nach schlanker Regulierung

Der GDV läuft mit seiner Forderung nach einer schlankeren Regulierung auf EU-Ebene offenbar offene Türen ein. Der Staatssekretär im Bundesfinanzministerium Heiko Thoms sagte, dass eine Stärkung des Wettbewerbs und die Kapitalmarktunion in der Zukunft im Fokus stehen. Er kündigte eine baldige Reform der privaten Altersvorsorge an. Jörg Krause von der Finanzaufsicht BaFin mahnte weitere Beitragserhöhungen in der defizitären Kfz-Versicherung an.

GDV: 18 Maßnahmen für schlankere Regulierung

Der Lobbyverband der deutschen Versicherungswirtschaft GDV fordert in einem Positionspapier eine Entlastung bei Regeln und Berichtspflichten aus Brüssel. Ein Maßnahmenpaket mit insgesamt 18 Vorschlägen soll eine effizientere Regulierung bringen, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu steigern. Das Papier erscheint passend zur Regulierungskonferenz des Verbands am Donnerstag in Berlin.

Oletzky: Insurtech-Standort Deutschland stärken

Weil Insurtechs bei der Verbreitung von Innovationen in der Versicherungswirtschaft helfen, wären mehr Gründungen wünschenswert, Deutschland hinkt hier anderen Ländern hinterher. Das sagte Torsten Oletzky von der Technischen Hochschule Köln auf einer Veranstaltung des Versichererverbands GDV in Berlin.  Er warb unter anderem für eine Verbesserung des Zugangs zu Risikokapital und die Stärkung des Unternehmertums. Im Bereich künstliche Intelligenz warnte er davor, das Feld durch eine zu vorsichtige Regulierung den USA zu überlassen.

Nachfrage nach Elementarschutz steigt

Hoffnungsschimmer in der Elementarschadenversicherung: Nach dem aktuellen Trendbarometer von Jung, DMS & Cie steigt die Nachfrage von Hausbesitzern nach einem Versicherungsschutz für Überschwemmungen und andere Naturkatastrophen. Eine Auswertung von Tarifberechnungen zeigt, dass der Anteil der Kalkulationen mit einem entsprechenden Deckungsbaustein gestiegen ist. Allerdings gilt das nicht für Gebäude in Gebieten mit hohem Risiko.

Doppelter Käse für Nachhilfe-Police der Astra

Der diesjährige „Versicherungskäse“ des Bundes der Versicherten für besonders fragwürdige Policen geht an die Astra Versicherung und ihre Nachhilfe-Versicherung, die pädagogische Kosten für erkrankte Schulkinder übernimmt. Diesen Schutz braucht man nicht, urteilte die Jury. Auch den Publikumspreis erhält die Astra. Auf den Plätzen landeten eine Absicherung für den Akku von E-Bikes der Wertgarantie und ein Kombischutz der Deutschen Familienversicherung.

Ferma will EU risikofähiger machen

In einem Manifest, das sich an die Entscheidungsträger der Europäischen Union richtet, fordert die Vereinigung europäischer Risikomanager Ferma, dass die EU risikofähiger werden muss. Insbesondere in den Bereichen Regulatorik, Cyber und Nachhaltigkeit habe Europa Nachholbedarf. Dabei geht es den Risikomanagern zum einen darum, mögliche Risiken auszumachen, zum anderen darum, mögliche Schäden abzusichern. Bei der konkreten Umsetzung werden laut Ferma die richtigen Lehren aus vergangenen Krisen helfen.

BaFin: Versicherer sollen mehr kontrollieren

Die Finanzaufsicht BaFin fordert von Versicherern in Deutschland mehr Kontrollen, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung aufzuspüren. Das sagte der zuständige BaFin-Kontrolleur Carsten Sperl in einem Interview mit dem BaFin-Journal. Besonders die Dependancen ausländischer Versicherer in Deutschland hat er dabei im Auge, da sie nicht durch die BaFin, sondern durch die Behörden ihrer Heimatländer kontrolliert würden. Sperl empfiehlt IT-gestützte Transaktions-Monitorings und die rechtzeitige Einbindung von Kontrollinstanzen in die Produktentwicklung.

Gesetzentwurf für „Generationenkapital“

Die Bundesregierung hat ihren Gesetzentwurf für die Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus vorgelegt, der auch die Schaffung eines kapitalgedeckten Bausteins regelt. Die von den Liberalen vorangetriebenen Pläne sehen die Gründung einer Stiftung namens „Generationenkapital“ vor, die bis 2036 mit Darlehen von insgesamt 200 Mrd. Euro versorgt wird. Aus der Kapitalanlage erhofft sich die Regierung ab dann rund 10 Mrd. Euro jährlich.

Cevian stockt Baloise-Anteil auf 5 Prozent auf

Der Investor Cevian Capital hat seine Beteiligung an der Schweizer Baloise auf 5,1 Prozent aufgestockt, nachdem erst im Mai die Meldeschwelle von 3 Prozent erreicht worden war. Die Schweden gelten als aktivistische Anteilseigner, die ausdrücklich Einfluss auf ihre Portfolio-Unternehmen nehmen. Attraktiv geworden war die Beteiligung nach der Abschaffung einer Stimmrechtsbeschränkung im April durch die Baloise-Generalversammlung.

GDV unterstützt Buschmann-Vorschlag

Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP), entschiedener Gegner der derzeit diskutierten Pflichtversicherung gegen Elementarschäden, wirbt im Vorfeld der Bund-Länder-Beratungen am 20. Juni für eine Angebotspflicht. Neukunden sollen bei Abschluss einer Gebäudeversicherung automatisch ein Angebot für eine Elementar-Deckung erhalten, die sie bei Bedarf abwählen können. Ihren Bestandskunden sollen die Versicherer ein Angebot machen, ihren Vertrag entsprechend auf Elementarrisiken auszuweiten. Unterstützung kommt jetzt vom Versichererverband GDV.

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