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Lloyd’s entwickelt Corona-Policen

Der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London arbeitet an einer Betriebsunterbrechungspolice ohne vorherigen Sachschaden. Mit der von mehreren Lloyd’s-Versicherern gespeisten Poollösung sollen sich kleine und mittlere Unternehmen gegen eine zweite Corona-Welle absichern können. Die Police ist eins von drei Modellen, dass der Markt in einem neuen Diskussionspapier zur Absicherung von Pandemierisiken vorschlägt. Die Versicherer müssten sich aber nicht nur in Sachen Corona bewegen, glaubt Lloyd’s.

Neue AGCS beginnt Umbauprogramm

Weitreichende Strukturänderungen, neue Spitzenmanager, eine deutliche Verkleinerung von Managementstruktur und Belegschaft – Joachim Müller, seit Ende 2019 Chef der Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), hat sein Programm für den Industrieversicherer der Allianz vorgestellt. Er will künftig auf globaler Augenhöhe mit seinen großen Kunden arbeiten. Die Änderungen sollen sich schon 2021 positiv auswirken.

New Deal for Consumers: EU-Massenklagen kommen

 The Long View – Der Hintergrund   Das Gesetzgebungsverfahren für die im Rahmen des „New Deal for Consumers“ der EU angekündigte Möglichkeit zur Massenklage nähert sich auf europäischer Ebene der Zielgeraden. Anders als bei der deutschen Musterfeststellungsklage können Einrichtungen, die zur Durchsetzung von Verbraucheransprüchen qualifiziert sind, dabei direkt Schadenersatz für die Betroffenen erstreiten. Von der neuen Klagemöglichkeit sind auch Versicherer betroffen, zum einen als mögliche Beklagte, aber auch als Anbieter von Vermögensschaden- und D&O-Deckungen.

Swiss Re: Partnerschaften sind das A und O

Die Corona-Krise hat der Digitalisierung einen enormen Aufschwung beschert. Das sind aber nicht nur gute Nachrichten. Versicherer befürchten, dass technisch versiertere Unternehmen ihnen gefährlich werden können. Dazu gehören vorrangig Insurtechs und große Tech-Giganten wie Amazon und Google. Der Rückversicherer Swiss Re beruhigt die Branche. Insurtechs alleine werden die Branche nicht aufmischen können, und auch Tech-Konzerne nicht. Sie werden auf Partnerschaften setzen, glaubt der Rückversicherer. Zurücklehnen dürfen sich Versicherer deshalb aber nicht.

Wirecard-Insolvenz verschärft D&O-Situation

 Exklusiv  Der Zahlungsdienstleister Wirecard aus Aschheim bei München hat am Donnerstag Insolvenz angemeldet. Das wird den Druck auf die D&O-Versicherer weiter erhöhen, denn Insolvenzverwalter sind in der Regel nicht zimperlich damit, Ansprüche gegen die Versicherer zu stellen. Allerdings könnte der Nachweis krimineller Aktivitäten des Managements die Risikoträger entlasten. Inzwischen hat der Versicherungsmonitor weitere Einzelheiten der Police und der Beteiligten in Erfahrung gebracht. Wirecard hat eine Deckung von 125 Mio. Euro. Außerdem gibt es eine Prospekthaftpflichtdeckung für Anleiheemissionen von Wirecard.

Wirecard-Skandal birgt D&O-Großschaden

 Exklusiv  Der Wirecard-Skandal wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Großschaden in der D&O-Versicherung führen. Zusammen mit den Schäden, die wegen der Corona-Pandemie auf die Versicherer zukommen dürften, wird 2020 ein schwieriges Jahr für den Schadenverlauf der Sparte. Wirecard hat eine Deckung für mindestens 100 Mio. Euro abgeschlossen, hieß es der Branche. Die könnten vollständig aufgebraucht werden.

Unbequeme Wahrheiten zur BSV

Wolfgang Hanssmann ist gut vernetzt in der Branche, er hat sich als Vertriebsvorstand bei den HDI Versicherungen und vorher bei der Axa einen guten Ruf erarbeitet. Doch zurzeit muss Hanssmann mit viel Kritik aus den eigenen Reihen fertig werden. Denn er bezieht in der Diskussion über die Betriebsschließungsversicherung (BSV) für Gastronomen eine deutlich andere Position als andere Gesellschaften. Die BSV habe einen „Konstruktionsfehler“, sagt Hanssmann, den man beseitigen müsse. Aber dafür dürfe man nicht die Kunden bestrafen.

Erpressung dominiert US-Cyberschäden

Erpressungsoftware (Ransomware) breitet sich immer weiter aus und hat 2019 in den USA für einen großen Teil des Schadenaufwands in der Cyberversicherung gesorgt, schreibt Aon in seinem jüngsten Update des US-Cybermarkts. „Wir glauben, dass Ransomware auch 2020 das Schadengeschehen dominieren wird“, schreiben die Analysten des Maklers. Aon hat offizielle Daten untersucht und sieht einen moderaten Anstieg der Prämieneinnahmen. Während die Schadenfrequenz steigt, sinkt der Durchschnittsschaden leicht ab. Die Sparte ist profitabel.

Eine neue Police für Unternehmen in Schieflage

 Exklusiv  Mit der Pandemie ist die Zeit für eine neue Police im Bereich Unternehmensübernahmen gekommen, glauben der Makler Marsh und die Kanzlei Latham & Watkins: Die Distressed Mergers & Acquisitions-Police kann dort zum Einsatz kommen, wo Verkäufer angeschlagener Unternehmen keine Garantien bieten können. So könnten in schwierigen Zeiten Unternehmen durch einen neuen Eigentümer gerettet werden. Langfristig wachse hier sogar eine Konkurrenz zur Warranty & Indemnity-Deckung heran, so die Experten.

Corona-Roundup: Betriebsschließung, Axa, Lloyd’s

Über die bayerische Lösung, nach der Versicherer bis zu 15 Prozent für Betriebsschließungsschäden von Gastronomen und Hoteliers zahlen, wird viel gestritten. Handelt es sich um Kulanzzahlungen für eigentlich unversicherte Schäden oder ist es ein Vergleichsangebot? Von der Antwort auf diese Frage hängt auch ab, ob Erstversicherer Schäden an Rückversicherer weitergeben können, erklärt Vincent Schreier, Rechtsanwalt bei der Kanzlei Clyde & Co. Außerdem: Die Lufthansa schnürt zusammen mit der Axa ein Paket für erkrankte Fluggäste. Der wegen der Corona-Pandemie geschlossene Underwriting-Room von Lloyd’s of London soll am 1. September wieder öffnen. Der US-Versicherer Markel verabschiedet sich derweil aus mehreren Versicherungssparten.

AGCS feuert Hartmut Mai und Sinéad Browne

 Leute – Aktuelle Personalien  Joachim Müller (Bild), seit Ende 2019 Chef des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS), baut die Führung des Unternehmens radikal um. Als Teil des Umbaus werden Hartmut Mai und Sinéad Browne den Vorstand und das Unternehmen verlassen. Beide standen bislang an der Spitze zweier Regionen. Mai ist gerade im deutschen Markt sehr bekannt. Neu zur AGCS kommt Renate Strasser, aktuell Chefin der Schweizer Munich Re-Tochter New Re. Die AGCS ist zurzeit der größte Problemfall im Allianz-Konzern. Aber es ist unwahrscheinlich, dass schon 2020 eine Besserung eintritt.

Milliardenpotenzial bei Infrastrukturprojekten

Versicherer werden nach der Corona-Krise viele Möglichkeiten haben, in Infrastrukturprojekte zu investieren. Davon geht Swiss Re in der aktuellen Sigma-Studie aus. Gerade Schwellenländer müssen dann ihre Infrastruktur ausbauen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, allerdings haben sie dafür nicht ausreichend Geld. Deshalb werden sich Investitionsmöglichkeiten in Höhe von jährlich 920 Mrd. Dollar (814 Mrd. Euro) für institutionelle Anleger bieten. Auch beim Risikotransfer wird der Markt wachsen und das Prämienvolumen sich deutlich erhöhen.

S&P zweifelt an Allianz-Industrieversicherer

Der Allianz-Industrieversicherer AGCS war zuletzt versicherungstechnisch in die roten Zahlen gerutscht. Eine Mischung aus Preiserhöhungen und dem Ausstieg aus unprofitablen Geschäftsbereichen soll ihn in den kommenden zwei Jahren wieder auf Kurs bringen. Standard & Poor’s (S&P) bezweifelt, dass das funktioniert – und hat den Versicherer mit einem negativen Ausblick versehen. Neben den Belastungen durch die Corona-Krise fürchtet die Ratingagentur, dass zusätzliche Reservestärkungen notwendig werden könnten – auch in Deutschland.

HDI Global trennt sich von Harting

 Leute – Aktuelle Personalien   Paukenschlag bei HDI Global: Deutschlandchef Frank Harting verlässt den Vorstand des Industrieversicherers Ende Juni. Offenbar passte Harting nicht mehr in die Digitalisierungs- und Globalisierungsstrategie von Konzernchef Torsten Leue und von Edgar Puls, Chef der HDI Global. Außerdem: Das zum französischen Rückversicherer Scor gehörende Channel Syndicate hat zwei neue Underwriter, und Frank Bergert leitet künftig das Deutschlandgeschäft des auf die Schifffahrt spezialisierten Versicherungsmaklers und Dienstleisters Thomas Miller.

Allianz-Erfolg vor dem EuGH

Die Allianz hat in dem langjährigen Rechtsstreit um die Entschädigung von Frauen, die durch mangelhafte Brustimplantate geschädigt wurden, einen Teilerfolg erzielt. Der Europäische Gerichtshof (hier das Gerichtsgebäude in Luxemburg) hat am Donnerstag entschieden, dass die Beschränkung der Haftung auf Schäden in Frankreich mit dem EU-Recht vereinbar ist. Die Allianz-Vorgängerorganisation AGF war Produkthaftpflichtversicherer des Herstellers PIP.

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