Das Berliner Start-up Simplesurance hat mit dem chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei eine Kooperation geschlossen. Im Online-Shop von Huawei bekommen Kunden ab sofort exklusiv Policen des Start-ups beim Kauf eines neuen Gerätes angeboten. Das Insurtech sieht die Partnerschaft als wichtigen Schritt für die geplante Asien-Expansion.
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PKV: Persönliche Beratung für die digitale Generation
Versicherungsvermittler brauchen zurzeit keine Angst zu haben, in der privaten Vollversicherung viel Geschäft an Konkurrenz im Netz zu verlieren. Nach einer Untersuchung des Marktforschungsinstituts YouGov informieren sich jüngere internetaffine Kunden zwar online, für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung wünschen sie aber den persönlichen Kontakt. Vermittler und Versicherer sind dennoch gut beraten, sich besser auf die Kommunikationsbedürfnisse dieser Kunden einzustellen und ihnen passende Angebote zu machen, sagte Holger Geißler, Sprecher und Forschungsleiter von YouGov, auf dem PKV-Forum der Continentale in Köln. Dazu zählt er etwa die Beratung per Skype.
Vermittler verdrängen Pflegebedarf
Private Pflegezusatzversicherungen verkaufen sich nach wie vor eher schleppend. Die Marktdurchdringung in diesem Segment beträgt gerade einmal vier Prozent. Nach Einschätzung von MLP-Vorstand Manfred Bauer trägt eine „doppelte Verdrängung“ zu dieser Situation bei: Nicht nur die Kunden scheuen davor zurück, sich mit einer möglichen Pflegebedürftigkeit auseinanderzusetzen. Auch viele Vermittler widmen sich lieber anderen, angenehmeren Themen, sagte Bauer auf dem PKV-Forum der Continentale in Köln.
Versicherern droht Bedeutungsverlust
Schon seit einigen Jahren wachsen die Prämieneinnahmen nicht mehr so schnell wie das Bruttoinlandsprodukt. Das ist ein gefährliches Zeichen, sagte XL Group-Chef Mike McGavick (Bild) auf einer Podiumsdiskussion beim Rückversicherungstreffen in Monte Carlo. Sein Argument: Weil die Branche zu wenige Lösungen für die Versicherung neuer Risiken bietet, verliert sie an Relevanz für die Kunden. Die Versicherungswirtschaft läuft Gefahr, von neuen Konkurrenten überholt zu werden. Auch wenn Google nicht in den Markt eintreten sollte, werden andere Herausforderer kommen, sagte Nick Leeder, Managing Director von Google Frankreich.
Allianz will stärkere Regulierung von Drohnen
Der Allianz-Industrieversicherer AGCS will, dass der Einsatz von Drohnen stärker reglementiert wird. Der Einsatz von unbemannten Fluggeräten wird sich in den nächsten zehn Jahren massiv erhöhen, erwartet der Versicherer. Das bedeutet auch steigende Risiken, etwa für den Flugverkehr. Die Versicherung von Drohnen könnte sich deshalb zu einem Wachstumsmarkt entwickeln. Weltweit hält der Versicherer bis 2020 ein Prämienvolumen von bis zu 1 Mrd. Dollar für denkbar.
Monte Carlo 2016: Weicher Markt, Fintechs, Fusionen
Eine baldige Rückkehr zu höheren Preisen für die Rückversicherung ist nicht in Sicht, aber es geht auch nicht weiter nach unten. Das ist die Meinung der Mehrheit von Teilnehmern des Branchentreffens in Monte Carlo, die der Versicherungsmonitor befragte. Nicht einig sind sich die Teilnehmer, welche Faktoren die Trendwende auslösen könnten. Ein Großschaden? Das Ende der Reserve-Freisetzungen, die heute noch die Ergebnisse positiv beeinflussen? Eine mögliche Zinswende? Außerdem: Die technologischen Änderungen machen sich bemerkbar. Und der Fusionsdruck für kleine und mittelgroße Anbieter nimmt zu. Hier unsere Übersicht über die Monte Carlo-Woche 2016.
Swiss Re hofft auf die Trendwende
Die Preise in der Rückversicherungsbranche sinken schon seit Jahren. Nach Meinung der meisten Experten wird sich daran so schnell auch nichts ändern. Der zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re ist da anderer Ansicht. Er glaubt fest daran, dass sich die Preise in den kommenden zwölf Monaten stabilisieren werden. Diese Hoffnung hatte das Unternehmen allerdings schon im vergangenen Jahr geäußert, ohne dass sie sich bewahrheitet hätte. Zudem hantiert der Rückversicherer mit neuen Technologien, die ihm selbst nicht ganz geheuer sind.
Aon Benfield: Insurtechs krempeln die Branche um
Der Rückversicherungsmakler Aon Benfield hat sechs Entwicklungen ausgemacht, die in den kommenden Jahren die Risikolandschaft drastisch verändern werden: Autonome Fahrzeuge, Cyber-Risiken, Brexit, Unterschiede in den Wohngebäudeversicherungen zwischen den großen Märkten, die islam-konforme Takaful-Versicherung und der Reservelevel der Versicherer. Paul Mang, Chef von Aon Benfield Analytics, beobachtet mehr als 200 Start-ups im Versicherungsbereich, in die Anleger ingesamt 49 Mrd. Dollar investiert haben. „Sie haben das Potenzial, die Branche grundlegend zu verändern“, sagte er.
Wallin: Irrweg Industrieversicherung
Wegen sinkender Preise wird die traditionelle Rückversicherung bei manchen Anbietern zunehmend unbeliebter. Viele Rückversicherer forcieren deshalb die Industrieversicherung. Der Weltmarktdritte Hannover Rück hält das nicht für die richtige Strategie. Bei der Versicherung großer Industrieunternehmen gebe es ähnliche Probleme wie in der Rückversicherung, sagte Konzernchef Ulrich Wallin beim Branchentreffen in Monte Carlo. Die Talanx-Tochter will stattdessen mit der Rückversicherung von Cyberrisken, der amerikanischen Sachrückversicherung, im Kredit- und Kautionsgeschäft und mit Lösungen zur Entlastung der Erstversicherer bei Solvency II wachsen.
A.M. Best immer skeptischer
Die US-Ratingagentur A.M. Best wird immer skeptischer in ihrer Beurteilung der Rückversicherer. Der negative Ausblick für die gesamte Branche gelte nicht nur für die sonst bei Ausblicken üblichen 18 bis 24 Monate, sondern darüber hinaus, sagte A.M. Best-Experte Robert DeRose beim Rückversicherungstreffen in Monte Carlo. Die Agentur erwartet einen weiteren Rückgang der Gewinne der Branche und vermehrte Übernahmen und Fusionen. Die negativen Entwicklungen dürften vor allem mittelgroße und kleine Gesellschaften treffen – die großen, diversifizierten Rückversicherer wie Munich Re, Swiss Re und Hannover Rück kommen besser durch die Krise.
Scor will Technologiefirmen versichern
Der französische Rückversicherer Scor will kräftig in der Industrieversicherung wachsen und in Zukunft nicht nur große Industrierisiken zeichnen, sondern auch Insurtechs und Hightech-Firmen versichern. Hier bietet die Assekuranz noch nicht die richtigen Lösungen, meint Scor. Der Rückversicherer zeigt sich sehr optimistisch zu den langfristigen Aussichten der Branche – im Gegensatz zu den Ratingagenturen, die sie mit einem negativen Ausblick versehen haben. Der Makler Willis Re glaubt, dass die sich abflachende Übernahmewelle demnächst wieder Fahrt aufnimmt.
Munich Re setzt auf Innovationen
Der weltweit größte Rückversicherer Munich Re sieht Wachstumschancen vor allem in innovativen Produkten wie Cyberpolicen und einer neuen Versicherung gegen Epidemie-Risiken. In der traditionellen Rückversicherung seien die Preise zu niedrig, um dort zu wachsen, sagte Vorstand Torsten Jeworrek beim Branchentreffen in Monte Carlo. Allerdings machen die neuen Policen erst einen kleinen Teil der Gesamtprämien aus – vielleicht zu wenig, um den Anbieter vor den Problemen im Kerngeschäft zu bewahren.











