Im Jahr 2015 haben große deutsche Versicherer entscheidende Weichenstellungen vorgenommen. Sie legten weitgehende Pläne für den Umbau der Konzerne auf, stießen Digitalisierungsprogramme an und veränderten die Zusammensetzung ihres Spitzenpersonals. Das spiegelt sich in der Berichterstattung des Versicherungsmonitors und im Leserinteresse. Wir haben untersucht, welche Artikel unsere Leser im vergangenen Jahr besonders spannend fanden.
Nachrichten
2015: Der Jahresrückblick
Mit Oliver Bäte tritt ein neuer Allianz-Chef an, große Fusionen wie die von XL und Catlin und Exor und PartnerRe bewegen die Branche, die Assekuranz erhält mit Frank Grund einen neuen Versicherungsaufseher – 2015 war ein spannendes Jahr für die Versicherungsbranche. Am Ende des Jahres blickt der Versicherungsmonitor zurück – auf die spannendsten Deals, die wichtigsten Personalien und die aufregendsten Ereignisse in den verschiedenen Sparten.
D&O: Geschäftsführer wissen wenig über Haftung
Geschäftsführer von GmbHs sind häufig schlecht über ihre Haftungsrisiken informiert. Das zeigt eine neue Umfrage im Auftrag der D&O-Zeichnungsagentur VOV. So glaubt ein Großteil der Manager, dass finanzielle Ansprüche im Haftungsfall auf das Stammkapital begrenzt sind. Ein weiteres Missverständnis betrifft die Unschuldsvermutung: Den meisten Geschäftsführern ist nicht bewusst, dass sie bei Ansprüchen im Innenverhältnis die Beweislast tragen.
Naturkatastrophen kosten Versicherer 2,1 Mrd. Euro
Schäden durch Naturkatastrophen kosten deutsche Sachversicherer 2015 insgesamt rund 2,1 Mrd. Euro. Das gab der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bekannt. Das Ergebnis liegt damit leicht über dem Vorjahreswert von 1,6 Mrd. Euro. Teuerstes Einzelereignis war Sturm „Niklas“ mit versicherten Schäden von 750 Mio. Euro. Die Sachversicherer dürfte das Ergebnis aber nur kurzfristig erfreuen. Ausbleibende Schäden senken zwar den Schadenaufwand, auf Dauer sind sie aber schlecht für das Geschäft.
Vergleichsportale: Regierung für mehr Transparenz
Die Bundesregierung unterstützt grundsätzlich die Forderung der Grünen, dass Vergleichsportale im Internet Nutzer deutlicher als bisher auf ihr Geschäftsmodell hinweisen müssen. Kunden sollten wissen, welche Rolle Provisionszahlungen der Versicherer und anderer Anbieter beim Ranking haben. Das geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen zu Vergleichsportalen als Verbraucherinformation hervor. Eine strengere Gesetzgebung lehnt die Bundesregierung jedoch ab. Die Grünen werden der Regierung in dieser Frage Konzeptlosigkeit vor.
Euler Hermes mit neuem Vertriebsdirektor
Leute – Aktuelle Personalien Der Kreditversicherer Euler Hermes hat David Nolan (Bild) zum neuen Vertriebsdirektor für die Region Deutschland, Österreich und die Schweiz ernannt. Sein Vorgänger auf dem Posten Ulrich Nöthel wird Risikodirektor, der bisherige Risikodirektor Thomas Krings verlässt das Unternehmen. Bei der Arag erhalten die Vorstände Renko Dirksen und Werenfried Wendler neue Aufgaben. Die Deutsche Familienversicherung hat mit Frank Zimmermann einen neuen Vorstand.
Allianz will auf den Philippinen wachsen
Im Jahr 2003 hat die Allianz den philippinischen Markt verlassen, jetzt will der Versicherer wieder einsteigen. Er erwirbt 51 Prozent an der Lebensversicherungstochter der philippinischen Nationalbank PNB und vereinbart eine 15 Jahre währende Vertriebskooperation mit der Bank. Die Philippinen gelten als schnell wachsender Versicherungsmarkt. Unterdessen trennt sich die Allianz-Tochter Euler Hermes von ihren Anteilen an der Wirtschaftsauskunftei Bürgel.
Pflegezusatzpolicen: Hoher Umstellungsaufwand
Die Reform der Pflegeversicherung hat Auswirkungen auf private Zusatzpolicen. Da die Leistungen der Verträge eng an das gesetzliche System gekoppelt sind, müssen auch die privaten Anbieter ihre Tarife an die Änderungen anpassen. Experten erwarten Leistungsausweitungen, aber auch Beitragssteigerungen. Wie sich die Reform auf die Nachfrage nach den Pflegezusatzversicherungen auswirken wird, ist noch ungewiss.
Kunstversicherer im Preis-Dilemma
Angesichts des heftigen Wettbewerbs unter den Anbietern sind die Preise für Kunstversicherungen seit Jahren rückläufig. Allerdings steigen die Werte von Gemälden, Skulpturen oder Installationen kontinuierlich an. Für die Versicherer bedeutet das, dass sie höhere Werte zu wesentlich geringeren Prämien versichern müssen als vor zehn Jahren. Das Geschäft ist nur deswegen auskömmlich, weil es im Kunstbereich ziemlich wenige Schäden gibt.
Swiss Re: Mehr als 2 Mrd. Dollar Schaden durch Tianjin
Die Explosion im chinesischen Hafen von Tianjin ist für die Versicherer die teuerste von Menschen verursachte Katastrophe aller Zeiten im asiatischen Raum, teilt Swiss Re anlässlich seiner Katastrophenschätzung für 2015 mit. Der Rückversicherer schätzt den Schaden auf mehr als 2 Mrd. Dollar. Insgesamt musste die Assekuranz aber weniger für die Folgen von Katastrophen zahlen als im Vorjahr.









