Großrisiken wie Cyber und der Klimawandel machen es nötig, dass Rückversicherer, Erstversicherer und Makler besser kooperieren und Daten sowie Wissen austauschen, hieß es auf der Auftaktveranstaltung zum Branchentreffen in Baden-Baden am Sonntag. Das Thema sei allerdings sehr kontrovers, weil alle Beteiligten auf ihrer Datenhoheit bestehen, sagte Swiss Re-Chef Andreas Berger. Das gehe in Zukunft nicht mehr. Die Hurrikans „Helene“ und „Milton“ dürften den Markt nur dann verändern, wenn die Schäden über 50 Mrd. Dollar (46 Mrd. Euro) liegen, glaubt Guy Carpenter-Manager Laurent Rousseau.
Nachrichten
Kleinlein kritisiert Bevorzugung der Versicherer
Versicherungsmathematiker Axel Kleinlein ist mit dem kürzlich vorgelegten Gesetzesentwurf für die Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge in Deutschland im Wesentlichen zufrieden. Allerdings sieht er „handwerkliche Schwächen“, die zugunsten der Versicherungsbranche wirken und andere Finanzdienstleister benachteiligen. Auch der GDV hat eine Stellungnahme vorgelegt, in der der Verband seine Kritik an der Abkehr von lebenslangen Renten wiederholt.
Howden Re stärkt deutsche Leitung
Leute – Aktuelle Personalien Der Rückversicherungsmakler Howden Re will in Europa angreifen und stärkt dazu die Leitung seiner Geschäfte in Deutschland sowie Österreich. Lars Nelson (Bild) und Björn Hagendorff, die vom Konkurrenten Aon Reinsurance Solutions zu dem Makler wechseln, werden Geschäftsführer der Niederlassung in Deutschland. Mathias Raschke und Verena Schärtl übernehmen weitere Führungsaufgaben in Deutschland und Österreich. Außerdem: Marsh bekommt eine neue Finanzvorständin. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Industrieversicherer Generali Global Corporate & Commercial und dem Spezialversicherer Tokio Marine HCC.
DGTAL setzt jetzt KI-Agenten ein
Das Insurtech DGTAL hat seine auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Plattform „Driller“ weiterentwickelt. Künftig werden sogenannte KI-Agenten den Kern der Plattform bilden, die Versicherern in der Schadenbearbeitung hilft. Die KI-Agenten, eine Form der generativen KI, bieten sich insbesondere für das operative Geschäft an, erklärt DGTAL-Chef Arndt Gossmann im Gespräch. Der Grund: Sie denken selbstständig mit, sparen Zeit und Geld – und treffen sogar eigene Entscheidungen.
Die Woche in Bildern 42/2024
Woche in Bildern Der „Supermond“ über Deutschland, eine Premiere in der Raumfahrt, der Brand eines Öltankers in der Ostsee, die Entgleisung eines Regionalzugs wegen Felsbrocken im Gleisbett und die Entführung der Maus-Skulptur durch Aktivisten, die gegen Kürzungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk protestieren wollen: In unserer Woche in Bildern stellen wir Eindrücke der vergangenen sieben Tage zusammen.
Mekler: „Die bAV ist nur eines von vielen Puzzleteilen“
Die betriebliche Altersversorgung (bAV) wird nicht zuletzt aufgrund des Fachkräftemangels in Deutschland ein zunehmend wichtigeres Thema. Allerdings habe sie derzeit auch mit Problemen zu kämpfen, sagte Sandra Mekler, Managing Partner von MRH Trowe, auf einer SZ-Veranstaltung in München. Betriebsrenten seien derzeit noch zu komplex und zu verwaltungsintensiv. Zudem sollten sich Arbeitnehmer nicht nur auf die bAV verlassen, sondern auch privat vorsorgen, betonte sie.
Ferma begrüßt Erleichterungen für Captives
Die Vereinigung der europäischen Risikomanager Ferma begrüßt erleichterte Pflichten für kleine Versicherungsgesellschaften im Zuge des Solvency II-Reviews. Die meisten Captives, also unternehmenseigene Risikoträger, in der EU fallen nach Einschätzung der Vereinigung unter die Voraussetzungen. In der Folge müssen sie unter anderem keine Klimaszenarien spezifizieren und profitieren von abgespeckten Berichtspflichten, schreibt Ferma.
Luft nach oben in der Kundenbeziehung
Die Lebensversicherer stoßen mit traditionellen Produkten auf nachlassendes Interesse bei Verbrauchern, glaubt Capgemini. Die Beratungsgesellschaft hat untersucht, was die Versicherten weltweit an der Branche sowie den Verträgen und dem Service auszusetzen haben. Die Versicherungsunternehmen sehen in veralteter Technologie sowie den hohen Anforderungen bezüglich Regulatorik und Goverance die Gründe dafür, dass sie in puncto „Kundenerlebnis“ hinterherhinken.
Ottonova will rasant wachsen
Exklusiv Der junge Krankenversicherer Ottonova legt bei den Prämieneinnahmen und der Zahl der Versicherten zurzeit kräftig zu. Unternehmenschef Bernhard Brühl will schon bald bei den Schwergewichten mitmischen. In den nächsten zehn bis 15 Jahren will er die Marke von 1 Mrd. Euro an Prämieneinnahmen knacken, sagt Brühl im Interview. In Nischen wie der Krankenversicherung für Studierende und Expats sieht der Ottonova-Chef noch viel Potenzial.
Bäte: Deutschland ist nicht produktiv genug
Die deutsche Wirtschaft wird 2024 im zweiten Jahr in Folge schrumpfen. Dafür sieht Allianz-Chef Oliver Bäte mehrere Gründe. Den Deutschen fehle die Motivation, mehr zu arbeiten und so die Produktivitätslücke zu schließen, sagte er beim Bayerischen Finanzgipfel der SZ. Er forderte die Politik auf, eine bessere Infrastruktur für Kindergärten und Krippen zu schaffen, damit Eltern, die in Teilzeit arbeiten, mehr Zeit für ihren Beruf haben. Bäte hält auch bessere Rahmenbedingungen für Fachkräfte aus dem Ausland für nötig.
PKV kritisiert Krankenhausreform
Die privaten Krankenversicherer (PKV) gehen mit der Krankenhausreform von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, die der Bundestag am Donnerstag beschließen soll, hart ins Gericht. Eine Umsetzung der Reform würde zu Versorgungslücken führen und zusätzliche Kosten für die Versicherten verursachen, kritisieren sie. Eine Beteiligung am geplanten Transformationsfonds für die Umsetzung der Reform lehnt die Branche ab – und bekommt dabei unerwartete Schützenhilfe.










