Drei harte Fragen – Das Kurz-Video Jens Florian-Jansen, seit kurzem Deutschlandchef des Maklers Marsh, zögerte nicht: Als der Versicherungsmonitor ihn zu zwei Videointerviews einlud, sagte er zu. Das längere Gespräch in der Reihe „Nachgefragt“ haben wir am 21. März 2023 veröffentlicht. Das kürzere Interview mit „Drei harten Fragen“ finden Sie hier, ohne Bezahlschranke. Die Kernpunkte: Warum ist er geschäftsführender CEO, und nicht einfach CEO? Warum vermittelt Marsh die Versicherung für die hoch umstrittene East African Crude Oil Pipeline? Und warum weinen Makler so viele Krokodilstränen angesichts des harten Marktes, wo sie doch massiv davon profitieren?
Unzureichende Preiserhöhungen
Die Preiserhöhungen, die Swiss Re, Munich Re, Hannover Rück und Scor im vergangenen Jahr erzielt haben, waren nicht ausreichend, um die negativen Effekte der hohen Schadeninflation auszugleichen. Reservierungen für Altschäden und neue Schäden aus dem Ukraine-Krieg schlugen heftig ins Kontor – ebenso wie die massiven Naturkatastrophenschäden. Vor allem Scor hatte mit unerwartet hohen Schäden zu kämpfen, obwohl der Rückversicherer sein Exposure 2022 stark zurückgefahren hatte, zeigt eine Analyse von Fitch. Die Ratingagentur sieht aber Licht am Horizont.
Frauke Fiegl wird Deschka-Nachfolgerin bei der Ergo
Exklusiv Frauke Fiegl übernimmt bei der Ergo die Aufgaben von Ursula Deschka, die seit Anfang 2023 Chefin des Baltikum-Geschäfts der Düsseldorfer Munich Re-Tochter ist. Fiegl, die seit 2022 im Vorstand der Ergo Kranken und der DKV sitzt, ist zur Vorstandschefin der Ergo Kranken aufgestiegen. In Kürze soll sie auch die Verantwortung für den Geschäftsbereich Gesundheit bei der Ergo Deutschland übernehmen.
Cyber: Mehr Standards, weniger Obliegenheiten
Die Lage in der Cyberversicherung entspannt sich langsam wieder, was Preise und Kapazitäten angeht. Damit rücken andere Themen in den Vordergrund. So monierten Vertreter von Kundenseite und Makler auf einer Fachveranstaltung des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft die mangelnde Standardisierung bei den Risikofragebögen der Versicherer und die ausufernden Obliegenheiten in den Verträgen.
Die Woche in Bildern 12/2023
Eine Überschwemmung in Arizona, eine Explosion in Sachsen, eine Greenpeace-Aktion vor dem Brandenburger Tor, ein kippendes Forschungsschiff und ein Sandsturm in Peking: in unserer Woche in Bildern stellen wir Ihnen Eindrücke der letzten sieben Tage zusammen.
Lebensversicherer wollen mit Banken mithalten
Die attraktiven Konditionen, die Banken dank der gestiegenen Zinsen inzwischen wieder gewähren können, setzen die Lebensversicherer unter Druck. Mit ihren Einmalbeitragsprodukten hatten sie Kunden in der Niedrigzinsphase teilweise deutlich höhere Renditen geboten als Banken. Jetzt wendet sich das Blatt. Die Lebensversicherer scheinen sich aber dem Zinswettbewerb mit den Banken stellen zu wollen, glaubt die Ratingagentur Assekurata. Die Zinsdeklarationen im Einmalbeitragsbereich liegen in diesem Jahr bereits deutlich über den Werten aus 2022.
Hans-Georg Jenssen berät GGW
Leute – Aktuelle Personalien Hans-Georg Jenssen (Bild), der als geschäftsführender Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Versicherungsmakler Ende 2022 in den Ruhestand gegangen war, hat einen neuen Job: Der gut vernetzte Experte für Vertrieb und Regulatorik berät künftig die Maklergruppe GGW unter der Leitung von Tobias Warweg. Personelle Neuigkeiten gibt es außerdem bei den VGH Versicherungen, dem Digitalversicherer Neodigital, der MLP SE, dem Maklerpool Fonds Finanz sowie der bbg Betriebsberatungs GmbH, die hinter der Vermittlermesse DKM und dem Finanzmagazin Asscompact steht.
Keese: Turbulenzen können Lloyd’s nichts anhaben
Lloyd’s of London blickt zuversichtlich aufs laufende Geschäftsjahr. Auch von den aktuellen Turbulenzen im Bankensektor fühlt sich der Versicherungsmarkt nicht betroffen. „Das ist für uns kein großes Problem“, sagte Finanzvorstand Burkhard Keese dem Versicherungsmonitor. Die angekündigte Großklage in London wegen Verlusten unter anderem bei dem irischem Flugzeug-Leasing-Spezialisten AerCap infolge des Ukraine-Kriegs macht ihm ebenfalls keine Sorgen. Mit dem vergangenen Geschäftsjahr zeigt sich das Management zufrieden. Für das laufende Jahr setzt Lloyd’s auf weiter steigende Preise.
Edgar Puls: Wenig Luft für Preissenkungen
Breakfast Briefing Video-Interview HDI Global-Chef Edgar Puls sieht wenig Raum für Preissenkungen in der Industrieversicherung. Das sagte er im Interview mit Versicherungsmonitor-Herausgeber Herbert Fromme bei der Kurzkonferenz Breakfast Briefing, das wir hier im Video dokumentieren. Nach hohen technischen Verlusten habe sein Unternehmen jetzt eine Schaden-Kostenquote von knapp 96 Prozent erzielt, sagte Puls. Jetzt müsse die Branche mit der Inflation auf verschiedenen Ebenen und mit der Problematik fertigwerden, dass Lieferkettenverzögerungen die Betriebsunterbrechungsversicherung treffen. Auf die Frage, wann wieder genügend frisches Geld in den Markt fließt und die Hartmarktphase beendet, wollte er nicht klar antworten.
D&O: Vertrauensverlust durch falsche GDV-Zahlen
Um die zum Teil heftigen Preissteigerungen in der D&O-Versicherung in den vergangenen Jahren zu rechtfertigen, haben einige Versicherer gern auf die hohen Schadenquoten in der Statistik des Versichererverbands GDV verwiesen. Die hatten sich Ende letzten Jahres als fehlerhaft und zu hoch erwiesen. Das habe zu einem massiven Vertrauensverlust auf Kundenseite geführt, kritisierte der Makler Harald Köberich (im Bild links) auf einer Fachveranstaltung. Der harte Markt wäre seiner Meinung nach aber so oder so gekommen. Inzwischen stehen die Zeichen aber wieder auf Entspannung.
Zinsen gut, alles gut?
Der schnelle Zinsanstieg hat bei den Lebensversicherern in den Kapitalanlagen stille Lasten entstehen lassen. Das ist in der HGB-Rechnungslegung nicht weiter tragisch, schließlich brauchen die Gesellschaften keine Abschreibungen vorzunehmen, wenn sie die Papiere bis zur Endfälligkeit halten. Stille Lasten werden aber zum Problem, wenn Versicherer Papiere vorzeitig verkaufen, um mit den Mitteln rentabler anzulegen, erklärte Ideal-Vorständin Antje Mündörfer bei einer Fachveranstaltung. Für Ex-BdV-Chef Axel Kleinlein deutet unterdessen immer mehr darauf hin, dass die Lebensversicherer ihr Geschäft nicht beherrschen.
Swiss Re erwartet weiter harten Markt
Der Rückversicherer Swiss Re hat neueste Zahlen über die Naturkatastrophen des Jahres 2022 vorgelegt. Er erwartet, dass der Rückversicherungsmarkt weiter hart bleibt, weil die Nachfrage steigt und die Inflation wirkt. Die aktuellen Daten sind dagegen etwas entspannter: Die volkswirtschaftlichen Schäden durch alle Katastrophenereignisse sind von 303 Mrd. Dollar 2021 auf 284 Mrd. Dollar 2022 zurückgegangen. Davon entfielen 275 Mrd. Dollar auf Elementarschäden. Die versicherten Schäden sind mit 132 Mrd. Dollar für alle und 125 Mrd. Dollar für Naturereignisse leicht über dem Vorjahr.












