Versicherer rss

W&W erholt sich langsam

Der Versicherungs- und Bausparkonzern W&W hat auch im dritten Quartal noch mit hohen Elementarschäden zu kämpfen. Trotzdem konnte das Unternehmen das Ergebnis nach IFRS leicht verbessern auf einen Überschuss von 5 Mio. Euro. Das sind zwar noch deutlich weniger als die 101 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, gleichzeitig aber eine Erholung im Vergleich zum Halbjahr 2024, wo noch ein Verlust in den Büchern stand. Der Digitalversicherer Adam Riese konnte den Bruttobeitragsbestand deutlich steigern.

„Wir müssen stärker weg vom Outsourcing“

Das Outsourcing der Schadenregulierung kann für Versicherer in Extremsituationen eine große Hilfe sein. Allerdings erhöht eine zu große Abhängigkeit von externen Partnern vor allem bei Kumulschäden die Gefahr, hohe Rückstände aufzubauen. „Wir müssen stärker weg vom Outsourcing“, sagte Ralf Eisenhauer (links im Bild), Leiter des Schaden-Außendienstes bei der Axa, bei einer Fachveranstaltung. Auch die Ergo Versicherung setzt laut Schaden-Chefin Karin Brandl wieder auf eine größere Truppe an eigenen Schadenregulierern.

Allianz Commercial räumt im Vorstand um

 Leute – Aktuelle Personalien  Im Vorstand von Allianz Commercial löst der freiwillige Weggang der bisherigen Amerika-Chefin Tracy Ryan ein Stühlerücken aus. Auf sie folgt Shanil Williams, dessen freigewordene Position als Chief Underwriting Officer wiederum nachzubesetzen war. Bei der österreichischen Einheit der Zurich ist derweil ein ehemaliger Generali-Aufmischer zurück. Weitere personelle Neuigkeiten gibt es bei Sompo, Greco, dem Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft sowie der Münchener Verein Versicherungsgruppe.

Rollinger: „Ein Irrsinn, der uns aufgedrückt wird“

Die deutschen Versicherer fordern von der künftigen Bundesregierung bessere Rahmenbedingungen für die nachhaltige Transformation, damit die Verringerung der Emissionen gelingt. Derzeit bestehe eine regulatorische Schieflage, kritisierte der Präsident des Lobbyverbands der Branche GDV Norbert Rollinger auf einer Veranstaltung in Berlin. Der GDV meldet Fortschritte beim sogenannten C02-Fußabdruck.

Swiss Re: Schluss mit Nachreservierungen

Die Swiss Re sieht keinen Bedarf für weitere Nachreservierungen im US-Haftpflichtgeschäft in der Schaden- und Unfallrückversicherung (P&C Re). Die soziale Inflation sei in den USA nicht so hoch ausgefallen, wie das Unternehmen anfangs befürchtet hatte, erläuterte Konzernchef Andreas Berger bei der Vorstellung der Zahlen für die ersten neun Monate. Der Rückversicherer musste für das US-Haftpflichtgeschäft kürzlich Nachreservierungen von 2,4 Mrd. Dollar vornehmen und hat daraufhin sein Gewinnziel für das Gesamtjahr nach unten korrigiert.

Talanx erhöht Gewinnziel – trotz Naturkatastrophen

Der Versicherungskonzern Talanx präsentiert sehr gute Zahlen für das dritte Quartal und zeigt sich dementsprechend selbstbewusst: Für das aktuelle Jahr hat er die Gewinnprognose von 1,7 Mrd. Euro auf 1,9 Mrd. Euro angehoben, trotz Großschäden in Milliardenhöhe. Vor allem das Hochwasser in Osteuropa und Hurrikan „Milton“ kamen den Versicherer teuer zu stehen. Sorgenkind bleibt das deutsche Schaden- und Unfallgeschäft der Tochter HDI Deutschland.

Liberty: „Das ist ein riesiges Risiko für Versicherer“

 Exklusiv  Steigende Schadenersatzforderungen stellen die in den USA tätigen Haftpflichtversicherer vor große Herausforderungen. Aus Sicht von Michael Harth, Hauptbevollmächtigter des Industrie- und Rückversicherers Liberty Specialty Markets (LSM) in Deutschland, gibt es im Markt immer noch Wettbewerber, die diese Situation unterschätzen – und gegebenenfalls nachreservieren müssen. LSM will in Europa kräftig zulegen und den Bruttoumsatz bis 2030 mehr als verdoppeln. Dabei helfen sollen künstliche Intelligenz und multinationale Programme, erklärt Harth im Interview.

Versicherer ächzen unter Elementarschäden

In Deutschland gab es in diesem Jahr zwar mehrere Überschwemmungen infolge von Starkregen, eine Katastrophe in der Größenordnung der Flut infolge von Tief „Bernd“ 2021 blieb bislang jedoch aus. Für die deutschen Versicherer wird 2024 dennoch mit einem immensen Schadenaufwand verbunden sein, wurde bei einer Fachkonferenz von Businessforum 21 in Köln deutlich. Der zunehmende Mangel an Personal in der Schadenbearbeitung verschärft die Lage.

Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung

Die Zahl der Versicherer, die Rahmenbedingungen für die Zeichnung von Klima- und Nachhaltigkeitsrisiken in ihrer Underwriting-Politik berücksichtigen, ist seit dem Jahr 2022 deutlich gestiegen. Das geht aus dem Marsh Climate and Sustainability Report 2024 hervor. Aber Klimaschützer sehen die Lage deutlich pessimistischer und werfen Großinvestoren unter Banken und Versicherern vor, immer noch zu stark in fossile Energien zu investieren.

Allianz will an Vermögensverwaltung festhalten

Der Versicherer Allianz hat sich bei der Vorstellung seiner Quartalszahlen zu seinen beiden Vermögensverwaltern Pimco und Allianz Global Investors (AGI) bekannt. „Wir finden diese Aufstellung gut und wollen den Anteil des Asset Managements nicht reduzieren“, sagte Finanzchefin Claire-Marie Coste-Lepoutre. Damit reagierte sie auf Berichte, dass der Versicherer einen Partner für AGI suche. Die Rede war sowohl von einer möglichen Fusion als auch von einem Teil-Verkauf. Nach einem guten dritten Quartal traut sich die Allianz für das Gesamtjahr einen höheren Gewinn zu.

Wenig Hoffnung auf kurzfristige bAV-Reform

Die Pläne der Bundesregierung für eine Stärkung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) werden vor den sich abzeichnenden Neuwahlen wohl nicht mehr verabschiedet. Darüber waren sich Vertreter der Regierung und der FDP auf einer Veranstaltung des Handelsblatts in Berlin einig. Staatssekretär Rolf Schmachtenberg vom Bundesarbeitsministerium (links auf dem Bild) plädierte aber dafür, dass der Gesetzentwurf von einer künftigen Regierung aufgegriffen wird.

Gewerkschaft DBV fordert zweistellige Lohnerhöhung

Die Versicherungsbranche steht vor harten Tarifverhandlungen. Ende März 2025 läuft der aktuelle Tarifvertrag aus, danach will die Gewerkschaft Deutscher Bankangestellten Verband (DBV) eine Gehaltserhöhung von 17,4 Prozent durchsetzen. Mit der Lohnerhöhung soll der Reallohnverlust ausgeglichen und die Branche wieder attraktiver für den Nachwuchs und Quereinsteiger gemacht werden, heißt es in einem aktuellen Schreiben.

Jungsthöfel folgt auch bei Talanx auf Henchoz

 Leute – Aktuelle Personalien  Clemens Jungsthöfel (Bild), der im April 2025 den Chefposten bei der Hannover Rück von Jean-Jacques Henchoz übernimmt, tritt zu diesem Zeitpunkt auch die Nachfolge des Schweizers als Verantwortlicher für den Geschäftsbereich Rückversicherung im Vorstand des Mutterkonzerns Talanx an. Personelle Neuigkeiten gibt es auch bei der GGW Group, der Beratungsgesellschaft MSK, der Deutschland-Einheit des New Yorker Spezialversicherers Assurant sowie beim Cyberrückversicherer Envelop Risk.

WordPress Cookie-Hinweis von Real Cookie Banner