2.200 D&O-Schäden hat der Gesamtverband der Versicherer (GDV) im Jahr 2023 bei in Deutschland tätigen Versicherern registriert. Das seien 7 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte der Verband mit. Jeder Schaden koste im Schnitt fast 100.000 Euro, so der GDV weiter. Dennoch lag die Schadenquote 2023 unter 40 Prozent. Die GDV-Zahlen geben allerdings nur einen Teil der Wahrheit wieder. Einige Versicherer melden ihre Zahlen nicht, darunter die Allianz.
Versicherer
Neue Solvency-Regeln verzögern sich
Die geplanten Neuregelungen des Solvency II-Reviews werden für Versicherer wohl nicht vor 2028 relevant. Das erklärte Markus Horstkötter, Partner bei EY, auf einer Lebensversicherungskonferenz in Köln. Bei der Veranstaltung unterstrich außerdem Matthias Weber, Vorstandsmitglied der HDI-Bancassurance-Töchter, das Bekenntnis des Konzerns zu den Bankenpartnerschaften. Hier will er weiter stark wachsen – das Erstarken neuer digitaler Banken sei dabei kein Hindernis.
Neue Geschäftsführung bei HDI Risk Consulting
Leute – Aktuelle Personalien HDI Risk Consulting, die Risikoberatungstochter des Industrieversicherers HDI Global, hat einen weiteren Geschäftsführer bekommen. Philipp Glanz (Bild) unterstützt Geschäftsführer Jörg Ohlsen seit 1. Oktober 2024 in der Position. Weitere personelle Neuigkeiten gibt es beim Rechtsschutzversicherer ÖRAG, bei der frisch fusionierten BarmeniaGothaer, beim europäischen Versichererverband Insurance Europe und dem Personalberater Clever Match.
BMF legt Reformpläne für private Altersvorsorge vor
Der Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums (BMF) für eine Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge liegt vor. Er sieht die Ausweitung der Förderung auf Altersvorsorgedepots ohne Garantien und Auszahlungspläne als Alternative zur lebenslangen Rente vor. Das ist eine Enttäuschung für die Versicherer. Altersvorsorge sei mehr als Vermögensbildung, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands GDV in einer Mitteilung. Der Fondsverband BVI lobt die Pläne dagegen als Paradigmenwechsel.
Wildunfälle kosten Kfz-Versicherer mehr als 1 Mrd. Euro
Wildunfälle nehmen in Deutschland zu und werden für die deutschen Kfz-Versicherer immer teurer: Sie mussten im vergangenen Jahr fast 1,1 Mrd. Euro dafür ausgeben, rund 135 Mio. Euro mehr als im Jahr zuvor, berichtet der Versichererverband GDV. Auch hier machen sich die steigenden Teile- und Werkstattkosten bemerkbar.
Schäden durch Hurrikan „Helene“ größer als erwartet
Der Hurrikan „Helene“, der am Freitag in Florida auf Land traf, hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und bisher mindestens 89 Menschenleben gefordert. Der Rückversicherungsmakler Gallagher Re korrigierte seine Prognose nach oben und schätzt die versicherten Schäden nun auf einen mittleren bis hohen einstelligen Milliardenbetrag. Die wirtschaftlichen Schäden liegen sehr deutlich darüber. Der Rückversicherungsmarkt dürfte die Folgen des Hurrikans kaum zu spüren bekommen.
Verivox: Kfz-Versicherungen um 21 Prozent teurer
Das Vergleichsportal Verivox meldet kurz vor dem Beginn der Wechselsaison in der Kfz-Versicherung Preiserhöhungen von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Schon 2023 hatten die Anbieter ihre Preise im zweistelligen Prozentbereich erhöht, doch das hat nicht ausgereicht, um die stark steigenden Kosten für Ersatzteile und Lohnkosten in Werkstätten zu kompensieren. Laut Verivox fallen die Preiszuschläge in der Haftpflicht höher aus als in der hochdefizitären Kaskoversicherung.
„Helene“ mit glimpflichen Folgen für Versicherer
Der Hurrikan „Helene“, der in der vergangenen Nacht in Florida auf Land getroffen ist, hat sich zu einem Tropensturm abgeschwächt und ist inzwischen über den US-Bundesstaaten Georgia, Tennessee sowie North und South Carolina unterwegs. Experten der Ratingagentur DBRS Morningstar erwarten trotz massenhafter Evakuierungen, dass Versicherer und Rückversicherer glimpflich davonkommen werden, da das Zentrum des Sturms über einem dünnbesiedelten Gebiet lag.
BVI keilt zurück im Streit um Fondsrente
Der Ton zwischen dem Branchenverband der Versicherer GDV und dem Fondsverband BVI im Streit über die Reform der Riester-Rente wird giftiger. GDV-Präsident Norbert Rollinger hat sich in einem Zeitungsinterview gegen die geplanten Auszahlpläne ausgesprochen. Sie erhöhten das Armutsrisiko, weil das Geld womöglich nicht bis zum Lebensende reiche. Der BVI wirft ihm vor, die Menschen für unmündig zu halten und ein Schreckensszenario zu malen.
Bundestag streitet über Aktienrente
Die Regierung hat ihre Pläne zur Stabilisierung des Niveaus der gesetzlichen Rentenversicherung und zur Schaffung eines kapitalgedeckten Generationenkapitals im Bundestag verteidigt. Aus der Opposition kam erwartungsgemäß heftige Kritik. Allerdings meldeten auch FDP-Abgeordnete Nachbesserungsbedarf im Hinblick auf die Folgen für die Beitragsentwicklung an. Für die Versicherer bleibt abzuwarten, was genau die Regierung in der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge plant.
Starker Beitragsanstieg in der PKV
Exklusiv Privatversicherte müssen sich auf deutlich höhere Prämien einstellen. Die Mehrheit der privaten Krankenversicherer (PKV) muss zum 1. Januar 2025 die Beiträge anpassen. Nach Angaben des PKV-Verbands sind rund zwei Drittel aller Vollversicherten betroffen. Bei ihnen steigen die Prämien im Schnitt um stolze 18 Prozent, viele kann es auch deutlich härter treffen. Die PKV verweist darauf, dass über die vergangenen Jahre die Beiträge in der gesetzlichen Krankenversicherung insgesamt stärker gestiegen sind als in der privaten.
Berkshire und State Farm verhageln die Umweltbilanz
Viele US-Versicherer haben es geschafft, den Anteil an fossilen Brennstoffen in ihren Kapitalanlage-Portfolien in den vergangenen zehn Jahren deutlich zu reduzieren. Doch die beiden großen Anbieter State Farm und Berkshire Hathaway setzen weiterhin auf die umweltschädlichen Materialien und vermiesen so der ganzen Branche die Bilanz. Durch ihre Investitionen in Öl-, Gas- und Kohleunternehmen ist der Anteil am Gesamtportfolio der Branche sogar gestiegen. Das zeigt eine Analyse des Wall Street Journals.
MSIG Insurance Europe stellt Führung neu auf
Leute – Aktuelle Personalien Der Industrieversicherer MSIG Insurance Europe fusioniert mit MS Amlin Insurance – was sich nun auch personell niederschlägt. Klaus Przybyla (Bild) gibt seinen Vorsitz des Vorstands bei MSIG Insurance Europe an Alexander Mahnke ab, um die Position des CEO bei MS Amlin Insurance zu übernehmen. Przybyla will das Unternehmen vor der Fusion kennenlernen, ehe er die Verantwortung für den fusionierten Versicherer übernehmen wird. Weitere personelle Änderungen gibt es bei Descartes, Generali Global Corporate & Commercial, Aon und der Donau Versicherung.












