Exklusiv Der Cyberversicherungsmarkt ist nicht erst seit den Gerüchten um einen Verkauf des Assekuradeurs Corvus in Bewegung. Die Cogitanda-Insolvenz im November 2024 hat viele Marktteilnehmer aufgeschreckt. Unbeeindruckt zeigt sich der auf Wachstumskurs befindliche Cyberassekuradeur Stoïk. Deutschlandchefin Franziska Geier erklärt im Interview, wie das möglich ist, warum sie ihre Produkte nicht zu billig findet und wo Unternehmen in Sachen Cybersicherheit Nachholbedarf haben.
Versicherer
Insurance Europe: Globale Mindeststeuer aussetzen
US-Präsident Donald Trump sorgt bei europäischen Versicherern nicht nur mit seinen Zollplänen für Bauchschmerzen. Auch seine Ablehnung einer globalen Mindeststeuer für Unternehmen von 15 Prozent bereitet ihnen Sorgen – insbesondere die Drohung von „Vergeltungsmaßnahmen“ gegen Firmen aus Ländern, die sich nach wie vor an das Steuerabkommen halten und US-Unternehmen nachbesteuern. Der Versichererverband Insurance Europe fordert von der EU, sich für eine Aussetzung der Mindeststeuer stark zu machen.
FWU-Gründer Manfred Dirrheimer verstorben
Manfred Dirrheimer, Gründer und langjähriger Chef der Versicherungsgruppe FWU, ist in dieser Woche nach schwerer Krankheit gestorben. Das bestätigte die Familie. Dirrheimer wurde 73 Jahre alt. Der promovierte Diplom-Volkswirt hatte die Unternehmensgruppe FWU 1983 gegründet, zunächst als Unternehmensberatung. 1991 stieg sie in das Versicherungsgeschäft ein. 2024 geriet die Gruppe in wirtschaftliche Schwierigkeiten und befindet sich in verschiedenen Insolvenzverfahren.
Britische Behörde klagt Makler wegen Bestechung an
Mitarbeiter eines britischen Lloyd’s-Maklers sollen zwischen 2013 und 2016 in Ecuador Bestechungsgelder an Staatsbeamte gezahlt haben, um an Aufträge zu kommen. Zu diesem Ergebnis kommen Ermittlungen der britischen Antibetrugsbehörde SFO. Sie hat deswegen vor einem Londoner Gericht Anklage gegen den Makler United Insurance Broker erhoben. Es geht um Projekte, die öffentliche Sektoren des Landes versicherten.
Kartellamt gibt Ehe von SDK und Stuttgarter das Okay
Die Süddeutsche Krankenversicherung (SDK) und die Stuttgarter haben eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Fusion genommen. Das Bundeskartellamt hat keine Bedenken, die beiden Versicherer können zum 1. Juli 2025 wie geplant einen Gleichordnungskonzern bilden. Danach seien die „kartellrechtlichen Fesseln“ gelockert und die konkreten Vorbereitungen für die Vollfusion können Fahrt aufnehmen, sagte SDK-Chef Ulrich Mitzlaff vor Journalisten. Perfekt wird der Zusammenschluss voraussichtlich im September oder Oktober 2026.
Klage gegen kalifornische Versicherungsaufsicht
Die Verbraucherschutzorganisation Consumer Watchdog hat Klage gegen die kalifornische Versicherungsaufsicht eingereicht. Sie will verhindern, dass die Versicherer hinter dem staatlich organisierten Versicherungsprogramm Fair Plan Kosten in dreistelliger Millionenhöhe zur Sicherstellung der Regulierung von Schäden aus den verheerenden Bränden vom Januar in Los Angeles an ihre Kunden weiterreichen. Die zugrundeliegende Regelung widerspricht nach Ansicht der Kläger den Grundsätzen von Fair Plan und sei ohne Beteiligung der Öffentlichkeit zustande gekommen.
DA Direkt startet Comeback in Kfz
Die Zurich-Tochter DA Direkt sieht Wachstumschancen in der Kfz-Versicherung und will in diesem Jahr wieder stärker in das Geschäft einsteigen. „Wir haben uns im Kfz-Markt zurückgehalten, das wird sich ändern“, sagte Peter Stockhorst, Zurich-Vorstand und Chef des Direktversicherers DA Direkt, bei einem Pressegespräch. Der Direktversicherer setzt auf internationale Expansion und wird künftig auch in Polen und Frankreich Geschäft machen.
Ombudsfrau: Rekordzahl an Beschwerden seit Gründung
Die Schlichtungsstelle für Streitigkeiten im Versicherungswesen hat im Jahr 2024 so viele Beschwerden wie nie zuvor verzeichnet. Insgesamt gab es ein Plus von 19,5 Prozent im Vergleich zu 2023. Mögliche Gründe sind laut Ombudsfrau Sibylle Kessal-Wulf die höheren Erwartungen der Versicherungsnehmer und die gestiegene Bekanntheit des Vereins. Besonders betroffene Sparten sind die Kfz-, Rechtsschutz- und Lebensversicherung. Mit der Rekordzahl an Beschwerden stieg auch die durchschnittliche Bearbeitungszeit der Schlichtungsstelle.
Fondspolicen: Rendite bleibt hinter Inflation zurück
Fondsgebundene Policen mit hohem Risikoprofil bieten trotz vergleichsweise hoher Kosten höhere Netto-Renditechancen als andere Versicherungsanlageprodukte (Insurance Based Investment Products, IBIPs). Zu diesem Ergebnis kommt die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa in einer Untersuchung für die Jahre 2020 bis 2023. Allerdings reichte der durchschnittliche Ertrag über alle Mitgliedsstaaten hinweg in keiner Produktklasse aus, um die Inflation auszugleichen. Gleichzeitig gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten. Und: ESG kann sich lohnen.
Sicherheit allein reicht nicht
Neue Arbeitswelt – Kampf um die Besten Personalmangel wird in den kommenden Jahren eine der drängendsten Herausforderungen für die Versicherer. Die Gesellschaften wollen mit einem Pfund wuchern, das künftig wieder mehr wert sein könnte: dem Angebot eines sicheren Arbeitsplatzes. Doch das negative Image der Branche verstärkt die schwierige Bewerbersituation.
Arag expandiert nach Finnland
Privatrechtsschutz war in den nordischen Ländern lange unbekannt – genau hier setzt die Arag an. Seit Januar 2025 ist der Düsseldorfer Rechtsschutzversicherer mit seiner norwegischen Tochter Help Forsikring auch in Finnland vertreten. Arag sieht hier großes Potenzial, vor allem durch Gruppenverträge. In Skandinavien ist Help bereits in Norwegen, Schweden und Dänemark aktiv. Eine erste Partnerschaft haben die Finnen bereits geschlossen.
GDV bringt Ausschluss-Klausel zu PFAS
Exklusiv Der Versichererverband GDV hat eine Klausel für den Umgang mit Schäden durch sogenannte per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) für seine unverbindlichen Musterbedingungen erarbeitet. Demnach sind PFAS-Schäden zunächst vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. In einem zweiten Schritt sollen Versicherer mit den Kunden individuell vereinbaren, unter welchen Bedingungen und in welcher Höhe Schäden durch bestimmte PFAS-Stoffe wieder eingeschlossen werden können. Die Industrie kritisiert die PFAS-Klausel des GDV scharf.











