Exklusiv Um festzustellen, ob eine digitale Neuerung etwas taugt, testet Isabella Martorell Naßl, Vorständin der Versicherungskammer, sie auch schon mal selbst. Bei den digitalen Gesundheitsleistungen will der Konzern zu den Vorreitern gehören, sagt sie im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Auf Innovationen setzt der Versicherer auch beim Umgang mit den Mitarbeitenden: Sie können selbst entscheiden, ob sie im Büro oder von zu Hause arbeiten. Und auch auf der Führungsetage läuft nicht mehr alles in gewohnten Bahnen.
Archiv ‘Digitalisierung’
PKV muss zum Anbieter smarter Lösungen werden
Digitale Dienstleistungsangebote werden in der privaten Krankenversicherung (PKV) an Bedeutung gewinnen. Nach Ansicht von Daniela Rode, im Vorstand der Signal Iduna verantwortlich für die Krankenversicherung, muss es Ziel der Unternehmen sein, zum Anbieter smarter Lösungen für die Kunden zu werden. Das habe sowohl für die Versicherten als auch für das Unternehmen selbst Vorteile. Damit die PKV-Unternehmen das Potenzial der Digitalisierung nutzen können, müssten die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen stimmen, betont Rode.
PKV muss bei der Nutzung von Daten besser werden
Die privaten Krankenversicherer (PKV) haben beim Gesundheitsmanagement noch viel Luft nach oben, findet Bernhard Brühl, der Vorstandsvorsitzende von Ottonova. Das gelte insbesondere für die Sammlung und Nutzung von Daten, sagte er bei einer Veranstaltung der Vereinigung der Versicherungs-Betriebswirte. Um den Versicherten basierend auf den Daten gezielte Angebote machen zu können, ist Vertrauen notwendig. Das sollten Versicherer schon bei gesunden Kunden aufbauen.
Versicherer können Marketing mit Daten verbessern
Die Unternehmensberatung Simon-Kucher sieht viel Luft nach oben bei den Marketingausgaben von Versicherern. Oft investieren sie Gelder in Vertriebskanäle ohne zu wissen, ob die Kampagnen erfolgreich sind. Künstliche Intelligenz und Daten können ihnen dabei helfen, ihre Marketingkosten zu senken und gleichzeitig den Umsatz zu steigern.
Xempus kauft Softwareanbieter eVorsorge
Exklusiv Der Altersvorsorge-Experte Xempus hat den Softwareanbieter eVorsorge gekauft. Beide Unternehmen setzen stark auf Digitalisierung und wollen gemeinsam weitere Marktchancen in der betrieblichen Vorsorge in Deutschland und auch international erschließen. Künftig soll eine kombinierte Plattform entstehen. „Die Digitalisierung in der europäischen Versicherungswirtschaft hat noch sehr viel Luft nach oben“, sagt Malte Dummel von Xempus. Hier möchte das Start-up ansetzen. Der Kauf geht mit personellen Veränderungen einher.
Larsen: Zu viel versprochen, zu wenig geliefert
Insurtechs haben in den vergangenen zehn Jahren viel Geld eingesammelt. Ihr Versprechen, Versicherungen neu zu erfinden, haben sie aber kaum eingelöst, glaubt Jonathan Larsen, Chief Innovation Officer beim chinesischen Versicherer Ping An. Aber auch traditionelle Versicherer nutzen die Möglichkeiten, die ihnen neue Technologien ermöglichen, viel zu wenig, monierte er auf der Insurtech-Messe InsureNXT. Große Chancen sieht er im Schließen der Versicherungslücken, die sich in vielen Bereichen auftun.
Mahnke: Nicht immer nur nein sagen
Mit der rigorosen Ablehnung bestimmter Risiken könnten sich die Industrieversicherer auf Dauer überflüssig machen, warnte Alexander Mahnke, Chief Commercial Officer der MSIG Insurance Europe AG, beim Ecclesia-Symposium. Die Kunden bräuchten die Gesellschaften gerade für die schwierigen Probleme. Die Digitalisierung kann eine wichtige Rolle dabei spielen, Risiken besser einschätzbar und damit versicherbar zu machen, sagte Glenn van Mele, Geschäftsführer bei HDI Risk Consulting.
Funk setzt auf Emil-Software
Exklusiv Das Berliner Technologieunternehmen Emil hat einen weiteren wichtigen Kunden gewonnen: Der Makler und Risikoberater Funk will das Kernsystem des Start-ups, die Emil Insurance Suite, für den digitalen Ver- und Betrieb von ausgewählten Versicherungsprodukten sowie die Migration bestehender Portfolios nutzen. Von der neuen Technologie verspricht sich das Unternehmen eine schnellere Markteinführung neuer Produkte, etwa von Policen für sein neues Versicherungsportal Funk Experts.
Swiss Re arbeitet an Schadenplattform mit Benekiva
Swiss Re kooperiert mit dem Insurtech Benekiva. Ziel ist eine moderne Plattform für Schadenmanagement in der Leben- und Krankenversicherung, in die beide Partner ihre Stärken einbringen. Sie soll digitale Schadenmeldungen, ganzheitliche Arbeitsprozesse, Korrespondenz und Dokumentenmanagement sowie eine integrierte Zahlungs- und Audit-Funktion bieten. Aus Sicht der Partner kommt das Schadenmanagement bei der Verbesserung von Prozessen in Versicherungsunternehmen bislang häufig zu kurz.
HDI: „Die Komplexität muss raus“
Die Mobilität ist im Wandel: Shared Mobility ist auf dem Vormarsch, E-Autos lösen Verbrenner ab, Fahrzeuge werden künftig verstärkt über Abo-Modelle gemietet und nicht mehr gekauft. Hinzu kommt, dass viele jüngere Menschen anders als die Generation ihrer Eltern und Großeltern kaum noch Wert darauf legen, ein eigenes Auto zu besitzen. Die Kfz-Versicherer müssen sich schnell radikal wandeln, fordert HDI-Vorstand Herbert Rogenhofer. Nur dann haben sie in Zukunft einen festen Platz in der Wertschöpfungskette Mobilität.
Relyens optimistisch für die Cyberversicherung
Der auf die Krankenhaus-Haftpflicht spezialisierte Versicherer Relyens – früher Sham – rechnet sich gute Chancen für den anstehenden Einstieg in die Cyberversicherung für Kliniken aus. Als spezialisierter Anbieter sei das Unternehmen in der Lage, auf die oft sehr unterschiedlichen individuellen Bedürfnisse der einzelnen Kliniken einzugehen, sagt der Leiter der deutschen Niederlassung Dirk Bednarek. Relyens hofft auch davon zu profitieren, dass viele Cyberversicherer in diesem Segment sehr zurückhaltend sind. Lösegeldzahlungen versichert die Gruppe zurzeit nicht.
Ottonova hofft auf die bKV
Der digitale private Krankenversicherer Ottonova setzt in diesem Jahr einen Schwerpunkt auf den Vertrieb von betrieblichen Krankenversicherungen. Das Münchener Unternehmen ist vor Kurzem in dieses Segment eingestiegen und konnte bereits einen großen Kunden gewinnen. Im Jahr 2022 sind laut dem aktuellen Solvenzbericht sowohl die Prämieneinnahmen als auch die Versicherungsleistungen deutlich gestiegen. Bislang halten sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie in Grenzen.
Lohrmanns Verunsicherung: Ist das IT oder kann das weg?
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Frühjahrsputz bei der Traditionsversicherung stößt an Grenzen.












