Meinung am Mittwoch Die Digitalisierung ermöglicht es Krankenversicherern, neue Wege zu erproben und so vom Zahlmeister zum Gesundheitspartner zu werden. Auch den Kunden käme das zugute. Sie bekämen bessere Informationen und müssten weniger Zeit im Wartezimmer verbringen. Durch den Einsatz neuer Technologien ließen sich außerdem die Kosten deutlich senken. Bislang findet das Thema Digitalisierung in den Diskussionen zur Krankenversicherung aber noch zu wenig Beachtung.
Schlagwort-Archiv für ‘Fintechs’
Gothaer zeigt sich agil
Der mittelgroße Versicherer Gothaer sieht trotz der Veränderungen in der Branche gute Chancen für sein Geschäftsmodell und seine Marktposition. Die Gruppe sei vom Prämienvolumen her einer der zehn größten Anbieter im Lande, bei der Bekanntheit liege er auf Platz sechs und strebe eine Position unter den ersten fünf an, sagte Konzernchef Karsten Eichmann bei der Erläuterung des Jahresabschlusses 2017. Um die nötigen Skaleneffekte zu erreichen, will Eichmann die Kooperationsmodelle mit anderen Versicherern ausbauen. Den Gewinn steigerte das Unternehmen um 5,6 Prozent auf 165 Mio. Euro, die Prämieneinnahmen um 0,3 Prozent auf 4,42 Mrd. Euro.
Niroumands große Pläne mit Versicherern
Der Inkubator Finleap will den Versicherer Element im Ausland etablieren. Durch Outsourcinggeschäfte mit lokalen Versicherern dürfte Element schnell in Europa wachsen, erläutert Finleap-Gründer Ramin Niroumand im Interview mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor. Finleap geht im Versicherungsmarkt derzeit in die Offensive: Niroumand hat eine Vereinbarung mit der DVAG über die Digitalisierung der Vertriebsorganisation geschlossen und öffnet den Makler Clark als Dienstleister. Außerdem will Finleap die Plattformen Finreach Solutions für Privatkunden und Infinitec Solutions für Firmenkunden ausbauen.
Nagel verlässt Zurich Deutschland
Leute – Aktuelle Personalien Bei der Zurich Deutschland kommt es überraschend zu einem Chefwechsel: Der bisherige Chef Marcus Nagel verlässt das Unternehmen, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen. Sein Nachfolger wird Carsten Schildknecht. Er kommt – wie auch Zurich-Konzernchef Mario Greco – von der Generali, wo er von 2013 bis 2016 Chief Operating Officer war. 2017 war er als Berater und Investor in der Fintech-Branche tätig. Zurich hofft, von seiner Expertise in diesem Bereich zu profitieren.
Wefox kommt mit eigenem Versicherer
Der Makler und Maklerpool-Anbieter Wefox kommt im September mit einem eigenen Versicherer auf den Markt. Das Unternehmen One soll Hausrat- und Haftpflichtpolicen schreiben und voll digital arbeiten. Wefox-Chef Julian Teicke sieht keinen Widerspruch zur Strategie seines Unternehmens, das vor allem mit traditionellen Maklern und Versicherern kooperiert. Von One sollen alle lernen. Besonders spannend: Der in Liechtenstein ansässige Versicherer wird von der Munich Re rückversichert.
Cyberpolicen im Fokus
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Konferenzen des GDV und des GVNW zum Thema Cyber und öffentliche Anhörung zum Betriebsrentenstärkungsgesetz.
Rückversicherer müssen Geschäftsmodell ändern
Das Geschäftsmodell der Erstversicherer wird sich in Zukunft stark verändern – und das Geschäftsmodell der Rückversicherer gleich mit. Davon zeigten sich Experten auf dem Rückversicherungstag der Süddeutschen Zeitung überzeugt. So kann sich Roland Oppermann, Vorstand bei der SV Sparkassenversicherung, gemeinsame Assistance-Dienstleister von Erst- und Rückversicherern vorstellen. Die Digitalisierung stellt zusätzliche Anforderungen.
Verbände: Aufsicht soll Innovationen fördern
Die Vereinigung europäischer Versicherungsverbände fordert Aufsichtsregeln, die innovative digitale Geschäftsmodelle stärker fördern. Derzeit gebe es hier viele Hindernisse, heißt es in einem aktuellen Positionspapier der Vereinigung Insurance Europe. Als Beispiel nennt der Verband Vorgaben der Vermittlerrichtlinie IDD zum Online-Vertrieb. Fintechs und traditionellen Versicherern müsse es möglich sein, außerhalb der Grenzen des regulatorischen Regelwerks neue Ideen zu testen, so die Vereinigung. Auf diesem Weg könnten auch Stellen identifiziert werden, an denen bestehende Regeln Innovationen behindern.
Lohrmanns Verunsicherung CLXXIX
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Sensation auf dem Versicherungsjahrmarkt
Hufeld: „Der Druck steigt“
Angesichts der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt könnten schwach aufgestellte Lebensversicherer bald eine Kapitalspritze ihrer Eigentümer benötigen, glaubt BaFin-Präsident Felix Hufeld. Insgesamt attestierte er der Branche auf dem Neujahrsempfang der Aufsicht aber kurz- bis mittelfristig eine ausreichende Standfestigkeit. Durch die Digitalisierung sieht Hufeld Chancen und Risiken für die Assekuranz erwachsen. Er mahnt Versicherer und Banken, die IT-Sicherheit nicht nur unter Kostenaspekten zu betrachten. Unterdessen hat die Aufsicht auf Anfrage des Versicherungsmonitors erste Zahlen zur neuen Whistleblower-Stelle mitgeteilt.
Aktuar versus Pricing Specialist
Meinung am Mittwoch Die Digitalisierung eröffnet Versicherern eine Vielzahl von Chancen. Jedes Unternehmen muss eine passende Strategie entwickeln und diese auch umsetzen. Der Engpass sind hier nicht die Technik oder die Kosten. Es geht in erster Linie darum, die Mitarbeiter zu mobilisieren – die heutigen und die zukünftigen. Um junge Talente zu finden, müssen Versicherer umdenken. Das fängt bei der Berufsbezeichnung an – ein Pricing-Spezialist klingt attraktiver als ein Aktuar – geht aber noch viel weiter.
Fintechs suchen Kooperation
Digitale Anbieter aus der Finanzbranche setzen gegenüber etablierten Banken und Versicherern mehrheitlich auf Kooperationen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Beratungsfirma Roland Berger. Die Fintechs versprechen sich davon Zugang zu einer breiten Kundenbasis und zu finanziellen Ressourcen. Immerhin 32 Prozent der befragten Gründer sehen Geschäftspotenzial im Versicherungsbereich. Deutschland attestieren sie noch Nachholbedarf bei den Rahmenbedingungen für Start-ups.
Wer hat Angst vor der Killer-App?
Statt einer Vielzahl an Apps wird es in einigen Jahren nur noch eine dominante Anwendung geben, die alle Lebensbereiche abdeckt, prophezeit Julian Teicke, Chef des Insurtechs Financefox, auf einer Konferenz der Süddeutschen Zeitung in Köln. Auf diesem Marktplatz werden künftig auch Versicherungen gehandelt, glaubt er. Für die Versicherer sind das keine guten Nachrichten, denn dadurch würden sie den direkten Kontakt zum Kunden vollends verlieren. Allerdings bleibt ihnen noch genug Zeit zum Gegensteuern, glaubt Teicke.













