Archiv ‘GDV’

Gothaer feuert Justiziar Wolfgang Rüdt

 Exklusiv  Überraschend hat sich die Gothaer nach Informationen des Versicherungsmonitors mit sofortiger Wirkung von Wolfgang Rüdt, 58, getrennt, dem Leiter der Konzernrechtsabteilung und Chief Compliance Officer des Kölner Konzerns. Hintergrund sollen Beschwerden mehrerer Frauen über ein unangemessenes Verhalten des prominenten Juristen gegenüber Mitarbeiterinnen gewesen sein. Die Gothaer wollte nicht Stellung nehmen.

Unzufriedene Lebensversicherer

 Herbert Frommes Kolumne  Die deutschen Lebensversicherer haben ein Problem. Sie sehen sich und ihre Interessen im Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) nicht ausreichend vertreten. Der schon lange schwelende Unmut ist spürbar. Zu empörten Reaktionen in den Unternehmen führte die Trennung des GDV vom stellvertretenden Hauptgeschäftsführer Peter Schwark, der für die Lebensversicherung zuständig war und bei den Gesellschaften einen hervorragenden Ruf hat. Dass der Verband Schwark nicht ersetzen will, sorgt für ungläubiges Staunen.

Die BaFin baut der Branche eine Brücke

 Herbert Frommes Kolumne  Die Debatte um Provisionen und die Provisionshöhe in der Lebensversicherung dreht sich im Kreis. Die Triumphgesänge mancher Vermittlerverbände nach dem Rückzug des Provisionsverbots-Plans der EU-Kommission liegen völlig daneben. Sie weigern sich zu verstehen, dass sich das gesellschaftliche Klima gewandelt hat und die extrem hohe Kostenbelastung nicht mehr akzeptiert wird. Wie lange angekündigt, handelt jetzt die BaFin. Die Versicherer sollten sich an die Vorgaben halten und sich nicht länger von Vertrieben und Banken durch die Manege ziehen lassen.

Werding nimmt Branche bei Kosten in die Pflicht

Auf dem Insurance Summit in Berlin hat sich der Versichererverband GDV zum zweiten Mal in der laufenden Woche mit der privaten Altersvorsorge beschäftigt. Der Wissenschaftler Martin Werding forderte angesichts der Alterung der Gesellschaft dringend einen zeitgemäßen Nachfolger für die Riesterrente. GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen sagte, das Entscheidende sei, dass eine Reform gelingt. Wenn der Prozess rund um die Fokusgruppe private Altersvorsorge in einer refomierten Riesterrente münden sollte, wäre das für ihn auch akzeptabel.

EU stellt Kleinanlegerstrategie vor

Die EU hat die heiß diskutierte Kleinanlegerstrategie vorgelegt. Wie erwartet kommen strengere Regeln auf Vermittler zu. Sie werden nach Einführung auf Umsetzung durch die Mitgliedsstaaten überprüft. Ein generelles Provisionsverbot gibt es, wie die Branche vermutet hatte, erst einmal nicht. Lediglich Geschäft ohne Beratungsleistung fällt unter ein solches Verbot. Die EU setzt außerdem auf Transparenz, Verbraucherbildung und stärkere Kontrolle.

Assekurata: Pflichtversicherung muss kommen

Viele Versicherer sprechen sich gegen eine Pflichtversicherung für Elementarschäden aus, doch für die Ratingagentur Assekurata führt kein Weg daran vorbei. Ohne ein Obligatorium, das Hausbesitzer vor Hochwasserschäden schützt, werde es keine flächendeckende Absicherung gegen das Risiko geben, sagte Analyst Dennis Wittkamp bei einer Pressekonferenz. Freiwillige Lösungen wie das Opt-Out-Modell des GDV reichten nicht aus. Schaden- und Unfallversicherer werden sich nach Einschätzung von Assekurata auf magere Jahre einstellen müssen.

Öffentliche fordern Stop-Loss und strikte Prävention

 Exklusiv  Der Verband öffentlicher Versicherer schaltet sich mit einer Stellungnahme in die Diskussion um die Elementar-Versicherung ein. Er lehnt wie der GDV ein Obligatorium ab und setzt auf das vom Versichererverband erarbeitete Opt-Out-Modell. Allerdings müsse jedwede Erhöhung der Versicherungsdichte mit konkreten Präventionsmaßnahmen einhergehen – nicht nur bei den Versicherten, sondern auch auf kommunaler Ebene. Außerdem fordern die bei Elementarrisiken besonders exponierten Öffentlichen eine Stop-Loss-Regelung, die die Haftung der Versicherer begrenzen würde.

Großer Handlungsdruck bei Elementarversicherung

Gert Wagner (Bild), Senior Research Fellow am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und früheres Mitglied des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen, ist unzufrieden mit den Fortschritten bei der Absicherung von erweiterten Elementargefahren. Obwohl verfassungsrechtliche Bedenken gegen eine Pflichtversicherung ausgeräumt worden seien, habe Bundesjustizminister Marco Buschmann von der FDP das Vorhaben aus politischen Gründen verhindert. Verbänden wie dem Verbraucherzentrale Bundesverband und dem GDV, die eigene Modelle erarbeitet haben, warf Wagner bei einer Fachveranstaltung des Bundes der Versicherten vor, nicht ausreichend in die Details zu gehen.

GDV begrüßt Whistleblower-Schutz

GDV-Geschäftsführer Jörg Asmussen sieht die Einführung des Hinweisgeberschutzgesetzes positiv. Das Gesetz soll Whistleblower schützen, die auf Fehlverhalten in Unternehmen aufmerksam machen wollen. Zudem müssen Unternehmen und Kommunen Meldestellen einrichten, die unabhängig sind. Der GDV erwartet, dass dadurch Wirtschaftsdelikte und Schadenzahlungen sinken. Das Gesetz ist am Donnerstag vom Bundestag verabschiedet worden, der Bundesrat soll Freitag folgen.

Bauinflation treibt die Sachprämien

Die Wohngebäudeversicherung wird in diesem Jahr größter Wachstumstreiber bei den Prämieneinnahmen der deutschen Versicherer sein. Aufgrund automatisierter Beitragsanpassungen dürfte die Steigerung hier 16 Prozent betragen und damit noch deutlich über der Inflationsrate liegen. Davon geht der Versichererverband GDV in seiner erstmals vorgelegten detaillierten Branchenprognose aus. Er hatte bereits Anfang April seine spartenübergreifenden Erwartungen nach unten korrigiert. In der Schaden- und Unfallversicherung geht er aber weiterhin von einem höheren Wachstum als noch 2022 aus.

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