In der Erneuerungsrunde zum 1. April hat der Rückversicherer Munich Re keine Preiserhöhungen mehr erzielen können. Auch für die kommenden Vertragsverhandlungen mit den Erstversicherern rechnet der Konzern mit stabilen Preisen. Sorgen bereitet das dem Finanzchef Christoph Jurecka allerdings nicht. Die Preise hätten inzwischen ein attraktives Niveau erreicht, sagte er bei einer Telefonkonferenz. Im ersten Quartal hat der Rückversicherer glänzend verdient. Er bleibt aber vorsichtig.
Archiv ‘Naturkatastrophen’
Versicherungsmarkt in der Golfregion wächst
Immer mehr Menschen in der Golfregion kaufen sich eine Versicherungspolice. Gerade im Nicht-Leben-Bereich sind die Prämieneinnahmen in den vergangenen Jahren stark gestiegen, zeigt ein aktueller Bericht des Rückversicherers Swiss Re. Die Autoren sehen neben der regulatorischen und wirtschaftlichen Entwicklung in den Ländern auch das Risiko von Naturkatastrophen als Treiber der Entwicklung. Lebensversicherungen sind in der Region hingegen bisher ziemlich unpopulär.
Lohrmanns Verunsicherung: Weg vom Westen
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Der Treck der Gebäudeversicherer geht in die andere Richtung.
Kalifornien: Nächste Versicherer ziehen sich zurück
Kalifornien ist in einer Versicherungskrise. Weil es für die Versicherer zunehmend schwierig wird, die hohen Schäden durch Waldbrände und andere Naturkatastrophen aufzufangen, verlängern sie bestehende Verträge nicht mehr oder ziehen sich ganz aus der Region zurück. Zuletzt ging der bisher größte Sachversicherer der Region State Farm diesen Schritt, nun folgen Tokio Marine und Trans Pacific. Die Behörden versuchen derweil gegenzusteuern.
Kosten durch Naturkatastrophen überschaubar
Naturkatastrophen sorgen überall auf der Welt für hohe Schäden, zuletzt das schwere Unwetter in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Mit Blick auf das erste Quartal dieses Jahres waren die Schäden durch Naturkatastrophen aber überschaubar. Mit 43 Mrd. Dollar (40 Mrd. Euro) lagen sie knapp unter dem Zehnjahresschnitt. Die versicherten Schäden dagegen lagen mit 20 Mrd. Dollar leicht über den Durchschnitt, schreibt der Rückversicherungsmakler Gallagher Re in einem aktuellen Bericht.
Industrieversicherern steht gutes Jahr bevor
Die europäischen Industrieversicherer werden nach einem guten Geschäftsjahr 2023 in diesem Jahr Rekordgewinne verbuchen können. Das prognostiziert die Ratingagentur Fitch. Allerdings deuten die aktuellen Preisentwicklungen darauf hin, dass die Margen ab 2025 langsamer wachsen dürften. Nach Jahren eines harten Marktes und entsprechend höheren Preisen verschärft sich der Wettbewerb wieder – was zu sinkenden Preisen führen wird, so die Experten.
So viele Unwetter wie noch nie
Im vergangenen Jahr gab es weltweit 142 Naturkatastrophen. Das ist laut Experten der Swiss Re die höchste Zahl seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Unwetter verursachten versicherte Schäden in Höhe von 108 Mrd. Dollar. Damit war 2023 das vierte Jahr in Folge mit Schäden über 100 Mrd. Dollar. Mehr als die Hälfte davon wurde von schweren Gewitterstürmen verursacht – auch das ist ein neuer Rekord. Für Deutschland sehen die Experten ein erhöhtes Risiko für starken Hagelschlag. Wenn nicht geeignete Maßnahmen ergriffen werden, könnte sich die Höhe der versicherten Schäden in den nächsten zehn Jahren verdoppeln.
Baloise beerdigt Ökosysteme
Der Schweizer Versicherer Baloise hatte in den vergangenen Jahren viel Elan darauf verwendet, Ökosysteme rund um die Themen „Wohnen“ und „Mobilität“ aufzubauen und sich dazu an etlichen versicherungsfremden Start-ups beteiligt. Jetzt hat die Gesellschaft angekündigt, ihre Ökosystemstrategie aufzugeben, um sich stärker auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. Neuinvestitionen soll es nicht mehr geben. Für das Geschäftsjahr 2023 präsentierte die Baloise eine von Unwetterschäden gezeichnete Bilanz.
Ostern und Zahlen
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Jahrespressegespräch der Alten Leipziger-Halleschen, Pressegespräch des GDV, Sigma-Studie von Swiss Re, sowie Bilanzzahlen von W&W, Stuttgarter und Lloyd’s
Mehr Betrug durch Inflation und Klimawandel
Die Digitalisierung bietet Versicherungsbetrügern viele neue Möglichkeiten, durch künstliche Intelligenz werden diese sogar noch vielseitiger und einfacher nutzbar. Die Versicherungsbranche sieht allerdings zwei andere Trends als Ursache für den Anstieg von Betrugsfällen. Das zeigt eine Studie des Betrugsbekämpfungsspezialisten Friss. Demnach treiben Inflation und Naturkatastrophen die Anzahl und die Kreativität bei Betrugsmethoden in die Höhe. Allerdings gibt es regionale Unterschiede.
Eiopa: Europäer haben zu wenig Elementarschutz
Viele Menschen in Europa sind nicht oder nur unzureichend gegen Naturkatastrophen versichert, und nur in wenigen Ländern ist eine solche Absicherung vorgeschrieben. Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa stellt in einem aktuellen Arbeitspapier mögliche Ursachen für diese Deckungslücke zusammen. Viele Verbraucher sind sich ihrer Risiken nicht bewusst, haben aber auch Schwierigkeiten, die Policen und ihren Nutzen zu verstehen.
A.M. Best: Rückversicherer bleiben wichtig
Trotz Ausschlüssen und abgespeckten Deckungen für Frequenzschäden werden die Rückversicherer nicht an Relevanz verlieren, glaubt die Ratingagentur A.M. Best. Sie seien nach wie vor gefragt, etwa bei der Deckung von Extremwetterereignissen oder bei Public Private Partnerships. Die Ratingagentur geht davon aus, dass die Preise für Rückdeckungen weiter steigen werden. Sie beobachtet nur wenige Neugründungen im Markt – dafür aber veränderte Geschäftsmodelle bei bestehenden Anbietern.
Zufriedene Axa setzt sich neue Ziele
Die französische Axa hat ihren Gewinn im vergangenen Jahr auf 7,2 Mrd. Euro gesteigert und will ihre Anteilseigner mit einer um 16 Prozent höheren Dividende belohnen. Vorstandschef Thomas Buberl gab bei der Vorstellung der Zahlen die Ziele für die neue Strategie bis 2026 aus. Axa sei bestens aufgestellt, um in eine Phase des beschleunigten Wachstums einzutreten.
Swiss Re macht einen Haken unter 2023
Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re hat sein Gewinnziel 2023 mit einem Ergebnis von 3,2 Mrd. Dollar erreicht. Damit hat der Versicherer ein Vielfaches des Vorjahres verdient. Alle Sparten mit Ausnahme der Tochter für Digitalgeschäft Iptiq lieferten einen Beitrag, das Kapitalanlageergebnis legte deutlich zu. Vorstandschef Christian Mumenthaler kündigte eine um 6 Prozent höhere Dividende an und bestätigte das Gewinnziel 2024.
Fitch prophezeit schlechte Underwriting-Ergebnisse
2023 und 2024 waren beziehungsweise sind keine guten Jahre für die deutschen Schaden- und Unfallversicherer. Die Ratingagentur Fitch prophezeit ihnen „die schlechtesten Underwriting-Ergebnisse in der jüngeren Geschichte“. Schuld sind die Schadeninflation und steigende Rückversicherungskosten, aber auch mangelnde Preisdisziplin in der Kfz-Versicherung. Fitch rechnet allerdings damit, dass sich die Lage bald verbessern wird.














