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AIG Christian Vollbehr

AIG: „Die Branche rechnet mit Großschäden“

Christian Vollbehr ist Head of Trade Credit bei AIG und leitet die Abteilung Kreditversicherung des Industrieversicherers für Nordeuropa. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht er über aktuelle politische Risiken wie Sanktionen und den zunehmenden Protektionismus. Die aktuellen noch niedrigen Schadenquoten in der Kreditversicherung könnten sich nach Vollbehrs Ansicht unter anderem aus diesen Gründen schon bald verschlechtern. Außerdem erklärt er, warum AIG in Deutschland mit einem anderen Ansatz Kunden gewinnen will als die klassischen Kreditversicherer.

Andreas Berger Kolumne

London Calling

 Meinung am Mittwoch  Noch immer wird über die Umsetzung des Brexits hart verhandelt. Fest steht jedoch, dass mit dem Ende der britischen Mitgliedschaft in der EU große Herausforderungen auf die Versicherungswirtschaft zukommen. Im schlimmsten Fall fällt das Vereinigte Königreich auf den Status eines Drittstaates zurück. An der Stellung Londons als einem der führenden Versicherungszentren der Welt wird sich dadurch nichts ändern – wenn der Standort Antworten auf drängende Fragen findet. Im Gegenteil: Die Attraktivität Londons könnte sich sogar erhöhen. Ein Plädoyer für den Standort London in unsicheren Zeiten.

Carsten Schildknecht

Zurich Deutschland wieder profitabel

Die Deutschland-Tochter der Zurich hat im vergangenen Jahr beim Betriebsergebnis stark zugelegt. Es stieg um 16,6 Prozent auf 366 Mio. Euro. Das ist unter anderem einem ertragreicherem Underwriting und Kostensenkungen geschuldet. Wegen einer Produktumstellung in der Sachversicherung und Abgängen in der Lebensversicherung sanken die Prämieneinnahmen allerdings um 7,2 Prozent auf 5,5 Mrd. Euro. Zurich soll aber wieder zu signifikantem Wachstum zurückfinden, verspricht der neue Deutschlandchef Carsten Schildknecht.

Friedhelm Gieseler

Betriebsrente: Und sie lohnt sich doch!

 The Long View – Der Hintergrund  Oft heißt es, eine Betriebsrente lohne sich nur für Top-Verdiener, Beschäftigte mit kleinen Einkommen sollten davon die Finger lassen. Dabei können gerade Geringverdiener von der betrieblichen Altersversorgung profitieren. Die spätere Rentenzahlung ist für sie oft sozialabgaben- und steuerfrei, durch die Kombination von Arbeitgeberzuschuss und staatlicher Förderung springt oft erheblich mehr raus als bei einer privaten Rentenversicherung. Anbieter, Vermittler, Arbeitgeber, Medien und Verbraucherschützer sind in der Pflicht, diese Vorteile zu kommunizieren.

Pleite trotz starker Solvenz? Durchaus möglich

Die Solvenzquoten der deutschen Lebensversicherer haben sich 2017 durch die Bank verbessert, marktweit von 343 Prozent auf 401 Prozent nach Übergangsmaßnahmen. In der neuesten Commerzbank-Studie schreibt Analyst Michael Haid, die Lage habe sich deutlich positiv entwickelt, auch wenn die Solvency II-Zahlen schwer zu interpretieren seien. Die Wahrheit liege in den Bilanzen nach HGB-Standard. „Kann eine Gesellschaft mit einer „gesunden“ Solvenzquote insolvent werden?“, fragt Haid. „Die Antwort lautet ja.“ Doch Haid hält echte Zusammenbrüche für unwahrscheinlich. Kleinere Gesellschaften würden von Protektor aufgefangen, größere seien Teil von kapitalstarken Gruppen.

Lloyd’s jetzt oben ohne

 Nachschlag – Der aktuelle Kommentar  Der Versicherungsmarkt Lloyd’s huldigt dem Zeitgeist. Verstöße gegen den seit Jahren bestehenden Krawattenzwang werden laut Medienberichten nicht mehr geahndet. Vorher hatte Lloyd’s schon das Bier zur Mittagszeit verboten, Chefin Inga Beale drängt auf den Abschied von den geliebten Papierstapeln. Jetzt fällt eine weitere Tradition im Londoner Versicherungsmarkt. Vielleicht steckt auch hinter der Entscheidung, auf den Schlips zu verzichten, mehr als nur der Wunsch nach optischer Veränderung.

Swiss Re: Softbank erfüllt Prinzipien nicht

Der japanischen Technologiekonzern Softbank wird sich nicht an der Swiss Re beteiligen. Die Gespräche wurden erfolglos beendet, weil Softbank bestimmte Prinzipien, die bei Swiss Re für den Einstieg eines Ankeraktionärs herrschen, nicht erfüllen konnte, sagte ein Sprecher des Rückversicherers dem Versicherungsmonitor. Die Schweizer wollen mit Softbank aber freundschaftlich verbunden bleiben und können sich in Zukunft auch Kooperationen vorstellen, beispielsweise mit Softbank-Töchtern. An einem Einstieg eines Ankeraktionärs hat Swiss Re weiterhin großes Interesse.

Rückversicherung als Alternative zum Run-off

Mit Plänen, geschlossene Lebensversicherungsbestände an Abwickler zu verkaufen, haben einige Gesellschaften für verbrannte Erde gesorgt. Solch ein Imageverlust muss nicht sein, glauben Axel Flöring (Bild), Deutschlandchef des Rückversicherungsmaklers Guy Carpenter, und Frank Achtert, Head of Capital Optimisation bei dem Unternehmen. Eine Rückversicherungslösung kann eine echte Alternative zum externen Run-off bieten, erklären sie. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor sprechen Flöring und Achtert zudem über Preise und Nachfrage im Rückversicherungsmarkt, die Auswirkungen des Brexits und Insurtechs als neue Kundengruppe.

Unberechtigte Kündigung kostet Allstate Millionen

 Legal Eye – Die Rechtskolumne  Anfang Mai sprach eine Jury des San Diego Superior Court einem ehemaligen Angestellten des US-Versicherungsunternehmens Allstate mehr als 18 Mio. Dollar Schadensersatz zu. Die Jury entschied, dass der Versicherer wegen einer letztlich zu Unrecht ausgesprochenen Kündigung dem ehemaligen Mitarbeiter gegenüber haftbar sei. Neben dem tatsächlich entstandenen Schaden in Höhe von 2,6 Mio. Dollar musste das Unternehmen weitere 16 Mio. Dollar als sogenannten Strafschadensersatz (Punitive Damages) zahlen. Aus deutschem Blickwinkel scheint das in keinem Verhältnis zu stehen, in den USA gilt solch ein Urteil dagegen noch als angemessen.

Generali-Betriebsrat: „Verkauf wirtschaftlicher Flop“

In der Auseinandersetzung um den möglichen Verkauf der Generali Lebensversicherung hat der Konzernbetriebsrat zusammen mit einer Unternehmensberatung ein substanzreiches Papier erarbeitet. Während es viele bekannte Argumente gegen den externen Run-off auflistet, ist das Papier in einem zentralen Punkt neu: Die Autoren glauben, dass ein Verkauf der Gesellschaft auch wirtschaftlich ein Flop wäre und die Generali mehrere hundert Millionen Euro kosten würde. Der Konzern will davon nichts wissen.

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