The Long View – Der Hintergrund Die EU-Kommission hat an die Finanzwirtschaft appelliert, Initiativen zu ergreifen, um den Klimawandel zu mildern und sich daran anzupassen. Dabei geht es darum, den Kunden zu helfen. Davon merken wir in Deutschland jedoch noch nicht viel. Die Versicherer sperren sich gegen eine verpflichtende Elementarschadenversicherung – zu Unrecht. Ein solcher Mechanismus könnte auch helfen, die Schadenregulierung zu beschleunigen, wie das Beispiel Frankreich zeigt.
Analyse
A.M. Best setzt Ausblick für Rückversicherer auf stabil
Die globale Rückversicherungswirtschaft kann nach Analyse von A.M. Best optimistischer in die Zukunft blicken. Die Ratingagentur hat den Ausblick für die Branche von negativ auf stabil gesetzt – unter anderem, weil sie angesichts des Wirtschaftswachstums in den USA mit einer steigenden Nachfrage nach Rückversicherungsschutz rechnet. Auch neue Geschäftschancen wie Cyberrisiken dürften sich positiv auswirken. In der Schadenrückversicherung sorgen branchenfremde Kapitalgeber zwar weiter für ein Überangebot an Deckung, doch der Zufluss dürfte sich nach den Rekordschäden durch Naturkatastrophen 2017 abschwächen, erwartet A.M. Best.
Problemfall Lieferkette
Versicherungsmonitor Analyse Mit der fortschreitenden Digitalisierung und politischen Entwicklungen wie dem Brexit und Strafzöllen wird die Absicherung von Lieferketten immer schwerer. Betriebsunterbrechungspolicen allein reichen nicht mehr aus. Um auch neue Risiken absichern zu können, fordern die Versicherer tiefe Einblicke in die Lieferketten ihrer Kunden. Die Unternehmen befürchten allerdings, dass Versicherer mehr Forderungen stellen, wenn die Risiken von Lieferketten transparenter sind. Externe Dienstleister könnten eine Möglichkeit sein, diesen Konflikt zu überwinden.
Neue Haftungsrisiken durch Klimawandel
Die Kanzlei Clyde & Co warnt in einer aktuellen Studie vor neuen Haftungsrisiken für Unternehmen durch den Klimawandel. Auf Unternehmen vieler Branchen kämen dadurch Schadenersatzansprüche zu, wegen möglicher Schäden an Infrastrukturen und Eigentum, sowie durch Vermögensschäden. Nicht nur die Unternehmen, sondern auch das Management könnte zur Verantwortung gezogen werden. Der Klimawandel biete für Industrieversicherer Herausforderungen und Chancen.
Assekuranz zahlt mehr Provisionen
Das Gesamtvolumen der Provisionen in der Versicherungswirtschaft lag 2017 bei 17 Mrd. Euro und damit über dem Vorjahresniveau. Das zeigt die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Frank Schäffler. Der Politiker gilt als Kritiker eines gesetzlichen Provisionsdeckels, wie ihn die Regierung im Zuge der Evaluierung des Lebensversicherungsreformgesetzes angekündigt hat. Die Antwort geht auch auf die Bedeutung der Honorarberatung ein. Schäffler bezeichnet die langsame Entwicklung als „enttäuschend“.
ZZR-Änderung senkt Druck auf Kapitalanlage
Wegen der Erleichterungen bei der Zinszusatzreserve (ZZR) müssen die Lebensversicherer im laufenden Jahr voraussichtlich weniger Bewertungsreserven auflösen als in der Vergangenheit. Die Ratingagentur Assekurata hat untersucht, wie sich das auf die Rendite auswirkt, die die Branche mindestens auf die Kapitalanlagen erzielen muss, um rechnerisch einen negativen Rohüberschuss zu vermeiden. Außerdem haben die Analysten die Ertragskraft der Anbieter in Bezug zu den Rechnungszinsanforderungen gesetzt.
Trend zu steigender Lebenserwartung stockt
Die Lebenserwartung ist in den vergangenen Jahrzehnten weltweit immer weiter gestiegen, inzwischen gibt es aber Anzeichen für eine Abschwächung des Trends. Ändert sich die Lebenserwartung, hat das Folgen für die Versicherer, die für die Ansprüche von Kunden mit einer Lebens- oder Rentenversicherung Rückstellungen bilden, heißt es in einer aktuellen Sigma-Studie von Swiss Re. Noch sei allerdings unklar, ob es sich um eine wirkliche Trendumkehr oder ein zeitlich begrenztes Phänomen handelt.
Zeitgewinn durch intelligentes Schadenmanagement
Digitale Trends 2019 Die Regulierung eines Sachschadens dauert durchschnittlich 30 Tage. Das führt nicht nur bei Kunden zu viel Frust, sondern auch zu hohen Kosten beim Versicherer. Der Dienstleister Eucon will diesen Prozess verkürzen. Mit einer großen Datenbasis und künstlicher Intelligenz werden unstrittige Schäden, die Versicherer bedenkenlos zahlen können, herausgefiltert und automatisch reguliert. Das soll den Schadenregulierungsprozess auf Stunden bis wenige Tage verkürzen.
Allianz Leben mit stabiler Überschussbeteiligung
Der Marktführer Allianz hält die Überschussbeteiligung für 2019 stabil. Kunden mit einer neuen Garantiepolice des Typs „Perspektive“ erhalten eine laufende Verzinsung von 2,9 Prozent und eine Gesamtverzinsung von 3,7 Prozent. Versicherte mit klassischen Policen erhalten mit 2,8 Prozent beziehungsweise 3,4 Prozent etwas weniger. Damit fügt sich die Allianz in den bisherigen Trend bei den Überschussdeklarationen für 2019 ein. Nur die Ergo hat bisher eine Absenkung der Verzinsung bei ihrem Direktversicherer angekündigt. Der kleine Berliner Versicherer Ideal will dagegen die Überschussbeteiligung erhöhen.
Versicherer ziehen sich aus Kohle zurück
Versicherer in Europa sind führend beim Rückzug aus dem Versicherungsgeschäft mit Kohle. Das zeigt ein aktueller Bericht von Umweltschützern. Demnach haben sich inzwischen sieben Versicherer und Rückversicherer Beschränkungen auferlegt, alle kommen aus Europa. Im Vorjahr waren es erst drei Gesellschaften gewesen. Für den Bericht haben Aktivisten von der Kampagne „Unfriend Coal“ untersucht, wie sich 24 Versicherer weltweit in Bezug auf Kohle verhalten. Neben der Übernahme von Risiken interessierten sich die Umweltschützer auch für die Kapitalanlage.
Oqio: Rundumblick auf den Schadenprozess
[versicherungsmonitoranalyse color=“white“ bg=“FireBrick“ content=“Digitale Trends 2019″]Die Wohngebäudeversicherung ist seit Jahren defizitär. Ein Grund dafür ist, dass Versicherer für Frequenzschäden oft zu viel zahlen, weil die Abrechnungen nicht genau genug kontrolliert werden. Das Unternehmen Oqio verspricht, mit seiner Plattform mehr Transparenz in die Schadenabwicklung zu bringen und so die Kosten bei Frequenzschäden um bis zu 40 Prozent zu senken. Der Name des Unternehmens ist angelehnt an das lateinische Wort für Auge „Oculus“, die Eule im Logo repräsentiert den Rundumblick.
Mit der Drohne Schäden ermitteln
Digitale Trends 2019 In den USA setzen bereits einige Versicherer Drohnen für die Schadenermittlung nach Naturkatastrophen ein. In Deutschland steht die Nutzung unbemannter Fluggeräte durch Versicherer noch am Anfang. Das Start-up Fairfleet will das ändern. Versicherer können bei dem Münchener Unternehmen Drohnenflüge über versicherte Gebäude buchen. Ein Algorithmus erkennt automatisch, wie viele Schäden es gibt und wie schwer sie sind. Fairfleet hat gerade seine zweite Finanzierungsrunde abgeschlossen.
Beschäftigte mit Informationsbedarf zu bAV
Arbeitnehmer in Großunternehmen wünschen sich mehr und passgenauere Informationen ihrer Arbeitgeber zu Möglichkeiten der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Das zeigt eine Befragung des Makler- und Beratungsunternehmens Aon. Viele der Befragten wollen im Rahmen einer persönlichen Beratung zu dem komplexen Thema informiert werden. Unter bestimmten Voraussetzungen sind viele Beschäftigte auch bereit, mehr eigenes Geld in die bAV zu stecken. Mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz hat der Gesetzgeber unter anderem die sogenannte Entgeltumwandlung attraktiver gemacht, bei der Beschäftigte aus dem Bruttoverdienst vorsorgen.
AGCS versorgt Haftpflichtkunden mit KI-Tool
Die Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) bietet Kunden in der Produkthaftpflichtversicherung ein Programm zur Risikoanalyse bei der Verarbeitung chemischer Substanzen an. Unternehmen aus der Chemie- oder Pharmaindustrie sollen mithilfe des Analyse-Tools der US-Firma Praedicat eine schnelle Übersicht über den wissenschaftlichen Stand erhalten und so Risiken bereits bei der Herstellung erkennen und ausschließen können. Bei dem Programm kommt künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen zum Einsatz. AGCS kooperiert bereits seit 2014 mit Praedicat und hatte dessen Technik bislang für die eigene Risikoanalyse eingesetzt.
Versicherungsapps treten auf der Stelle
Versicherungsmonitor Analyse Ob Taxibestellung, Mietwagen, Ticketkauf oder Fitnesstracking – die digitalen Helfer auf Smartphones erobern alle Bereiche des Alltags. Bei der Versicherung stockt die Entwicklung aber. Vor rund vier Jahren kamen die ersten digitalen Makler mit ihren Versicherungsapps auf den Markt. Das sind digitale Versicherungsordner, in denen Kunden ihre Policen verwalten und optimieren können. Auch Investoren witterten gewaltiges Potenzial für dieses Geschäftsmodell und steckten Millionen in die Start-ups. Bislang ist der von den Anbietern erhoffte und von herkömmlichen Vermitterns gefürchtete Durchbruch der digitalen Makler ausgeblieben. Das hat verschiedene Gründe.














