Herbert Frommes Kolumne Der digitale Versicherer Lemonade musste in dieser Woche heftig zurückrudern. Das Unternehmen hatte sich damit gebrüstet, dass es mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) „non-verbale Hinweise“ bei der Schadenmeldung auswertet, beispielsweise den Gesichtsausdruck. Unter Experten gelten solche Auswertungen als sehr unzuverlässig. Heftige Kritik in den sozialen Medien war die Folge. Lemonade hat sie verdient. Wer sensible KI-Techniken nutzt, muss fachlich auf der sicheren Seite sein und seine Kunden sehr transparent und nachvollziehbar informieren.
Kommentare
Lohrmanns Verunsicherung: Blaue Briefe für Jogi
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Wie man’s macht, man macht’s verkehrt.
Lasst uns vor die Welle springen
The Long View – Der Hintergrund „Wir wollen die Finanzberatung vom Kopf auf die Füße stellen“, heißt es im Programm der Grünen zur Bundestagswahl. Das bedeutet unter anderem einen Bürgerfonds anstelle der Riester-Rente, Honorar- statt Provisionsberatung, Bürgerversicherung und BaFin-Aufsicht für alle Vermittler. Doch brauchen wir wirklich die Politik, um unsere Branche geradezurücken? Können wir das nicht auch selbst machen?
Verschüttet von einer Lawine aus Unschuldsbewusstsein
Meinung am Mittwoch Der Betrug um das einstige Vorzeige-Fintech Wirecard gärt weiter. Er schmeckt bitter, auch für die D&O-Versicherer. Geschmacklos dagegen wirkt, dass die Bandenkriminellen ihr Unwesen jahrelang folgenlos verrichten konnten. Abseits von den Betrügern und den genarrten Betrogenen erschüttert es, dass sich kein Mensch irgendeiner Schuld bewusst ist. Streuen wir eine Prise Salz in die Wunden, aufgerissen durch unsere perfide „Weisheit“ massiv geteilter Verantwortung, fernab aller Schuldgefühle.
Geht die Arag unter die Imker?
Nachschlag – der aktuelle Kommentar Bienen umschwärmen den Arag-Turm in Düsseldorf. Vorstandssprecher Renko Dirksen skypt mit Eigner Paul-Otto Faßbender und zeigt stolz seine Honigernte. Glauben Sie nicht? Wir auch nicht. Aber es scheint möglich, dass sich der Rechtsschutzspezialist bald zum Imker mausert. Schließlich würden Bienen auch bestens zum gelb-schwarzen Wappen passen. Die Arag-Pressestelle hat sich anlässlich des Weltbienentags eingehend damit beschäftigt. Wir hätten auch für Allianz, Lemonade und Verti neue Hobby-Vorschläge.
Riester-Rente: Tote Popstars leben länger
Nachschlag – der aktuelle Kommentar Die Assekuranz und ganz besonders die Lebensversicherer haben aktuell viel zu beklagen. Die Niedrigzinsen machen es ihnen schwer, die Haltung der Versicherer zu Betriebsschließungspolicen in der Corona-Pandemie hat ihnen einen ordentlichen Image-Schaden zugefügt, und dann auch noch die leidige Riester-Rente. Aber halt: Genau diese düstere Zeit scheint jetzt die Sternstunde des abgehalfterten Popstars Riester-Rente zu werden.
Riester: Ideologie statt Reform
The Long View – Der Hintergrund Das Bundesfinanzministerium hat den Höchstrechnungszins abgesenkt, sich aber gleichzeitig einer Anpassung der Beitragsgarantie bei der Riester-Rente verweigert. Das läutet das Ende des Förderprodukts und von Teilen der betrieblichen Altersversorgung ein. Dahinter steht eiskaltes Machtkalkül. Weite Teile der SPD und auch der Grünen und der Linken stehen der privaten Vorsorge ablehnend gegenüber – und wollen die staatliche Vorsorge ausbauen. Wie gut staatliches Handeln funktioniert, zeigt die Pandemiebekämpfung: Dysfunktionalitäten, soweit das Auge reicht.
BVK setzt auf schwarz-grün
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Marktausblick Schaden- und Unfallversicherung von Assekurata, Online-Konferenz des Deutschen Instituts für Altersvorsorge und Hauptversammlung des BVK
Super-Riester-Abwickler gesucht
Herbert Frommes Kolumne Das Ende der Riester-Rente ist nahe. Dazu hat die Branche selbst beigetragen. Aber was tun mit den Beständen? Immerhin gibt es 16,4 Millionen Riester-Verträge in den verschiedenen Sparformen. Gerade die Lebensversicherer sind nicht darauf erpicht, solche Bestände für die kommenden 40 oder 50 Jahre in den Büchern zu haben – mit Beitragserhalt und komplexem Zulagensystem. Es ist Zeit für Run-off-Lösungen oder sogar einen einzigen großen Riester-Abwickler.
Lohrmanns Verunsicherung: Verhaltene Urlaubsfreude
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Lockerungen bringen nur verhaltene Urlaubsfreude.
Wochenspot: DEVK-Impfaktion und Generali
Wochenspot – der Podcast Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor jetzt auch zum Hören. In dieser Ausgabe sprechen Kaja Adchayan und Herbert Fromme über die Impfaktion der DEVK und die kühnen Pläne von Generali-Deutschlandchef Giovanni Liverani.
Der doppelte Jahn
Was wirklich wichtig ist Klatsch, Tratsch und die wirklich wichtigen Informationen über Unternehmen und Manager – das gibt es am Kaffeeautomaten, auf dem Flur und hier. Heute: Warum die SV Sparkassenversicherung aus Stuttgart zu viel von Andreas Jahn hatte.
Schöne neue Lobbywelt
Nachschlag – der aktuelle Kommentar Der Versichererverband GDV nutzt die Chancen der neuen Arbeitswelt und verwöhnt die Öffentlichkeit in der laufenden Schwerpunktwoche zur Altersvorsorge mit Veranstaltungen im Tagesrhythmus. Das ist für den Versicherungsmonitor Anlass genug, um über die Vorteile von Digitalveranstaltungen gegenüber Präsenzterminen zu reflektieren, zu denen Pressevertreter vor der Pandemie geladen wurden. Kleiner Spoiler: Es hat mit Hygiene zu tun, beschränkt sich aber nicht darauf.
Captives: Freund oder Feind des Maklers?
Meinung am Mittwoch Bei der vergangenen Erneuerungsrunde in der Industrieversicherung wurden viele Unternehmen in einer für sie unpassenden Zeit von massiven Prämienerhöhungen kalt erwischt. Immer mehr Risikomanager denken daher über alternative Absicherungsformen wie Captives nach. Haben sie erst mal einen firmeneigenen Versicherer geschaffen, werden sie sich nicht so schnell davon verabschieden. Während die Versicherer durch diese Entwicklung überflüssig zu werden drohen, können Makler ihrem Selbstbild näherkommen.
Wir sind alle Insurtechs!
Nachschlag – der aktuelle Kommentar Gutes Zureden soll bekanntlich in vielen Situationen helfen. Auch die Versicherer setzen auf lobende Worte – die sie sich selbst eintrichtern. „Wir waren das erste Insurtech!“, tönt die HUK-Coburg-Tochter HUK24. „Wir sind das einzig funktionierende deutsche Insurtech“, bauchpinselt sich die Deutsche Familienversicherung. Derlei Beispiele gibt es in der Branche viele. Weiterbringen wird das Eigenlob die Versicherer nur bedingt. Und nötig haben sie diese Phrasendrescherei nicht.













