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„Da war ich das erste Mal in meiner Karriere wütend“

Die Verhärtung des Marktes in der Industrieversicherung sorgt für schlechte Stimmung zwischen Kunden und Anbietern. Auf der Euroforum-Haftpflichtkonferenz berichtet Frank Gartmann vom Energiekonzern E.on anschaulich über die Probleme, die die vergangene Erneuerung mit sich brachte. Zum ersten Mal in seiner Karriere sei er richtig wütend geworden. HDI Global-Vorstand Mukadder Erdönmez gestand Fehler in der Kommunikation mit Industriekunden ein, kündigte aber an, dass die Preiserhöhungen in den kommenden Erneuerungsrunden weiter gehen werden.

AGCS-Chef Müller: Keine Überraschungen mehr

Vielen Industrieversicherungseinkäufern sind die harschen Preiserhöhungen der Anbieter bei der Erneuerungsrunde zum Jahreswechsel sauer aufgestoßen. Auf dem virtuellen Versicherungstag der Süddeutschen Zeitung verteidigte AGCS-Chef Joachim Müller (Bild) den Schritt, gelobte auch, dass es ab jetzt keine bösen Überraschungen für Kunden mehr geben wird. Investor und Ex-AWD-Chef Carsten Maschmeyer sprach über erfolgreiche und gescheiterte Insurtechs – und seine eigenen Fehler beim AWD.

AGCS: Covid dominiert Geschäftsrisiken

Betriebsunterbrechungen sind das meistgefürchtete Risiko für Unternehmen weltweit. Das ist das Ergebnis des aktuellen Risikobarometers des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). Dahinter folgen das in der Vergangenheit vernachlässigte Pandemierisiko auf Platz zwei und Cybervorfälle auf der dritten Position. Damit drückt die Corona-Krise der neuesten Ausgabe der alljährlichen Befragung ihren Stempel auf. Bei AGCS selbst hat sie einen Schaden von rund 500 Mio. Euro in der Veranstaltungsversicherung verursacht.

Fitch: Keine Herabstufungen wegen FCA-Urteil

Am Freitag hatte der britische Supreme Court im Musterprozess der Finanzaufsicht FCA um Betriebsunterbrechungspolicen entschieden, dass die Versicherer Schäden durch den Corona-Lockdown größtenteils übernehmen müssen. Das Urteil wird die Ratings der Anbieter allerdings nicht in Mitleidenschaft ziehen, glaubt die Ratingagentur Fitch. Die zusätzlichen Reservierungen der Versicherer für Schäden halten sich bisher in Grenzen – auch dank Rückversicherungsschutz. Der Richterspruch könnte die Gesellschaften aber an einem anderen Punkt erheblichen Schaden zufügen.

Gute Aussichten für europäische Versicherer

Die Corona-Pandemie hat in den Ergebnissen der großen europäischen Versicherer zwar ihre Spuren hinterlassen, die Analysten der Investmentbank J.P. Morgan Cazenove sind dennoch optimistisch, was die Aussichten von Allianz, Axa, Generali und Zurich angeht. Bei den im Februar und März anstehenden Veröffentlichungen der 2020er Ergebnisse stehen laut den Analysten die Preise in der Industrieversicherung, die Kapitalstärke und die Corona-Pandemie im Mittelpunkt. Außerdem wichtig: Die Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen bei Generali und Axa.

Solarwinds-Hack kostet Cyberversicherer Millionen

Eigentlich soll die Technologie des IT-Anbieters Solarwinds Unternehmen vor Hackerangriffen schützen, doch kürzlich ist die Firma selbst Opfer einer gewaltigen Attacke aus dem Internet geworden. Der Angriff, der auch zahlreiche US-Behörden getroffen hat, könnte Cyberversicherer ordentlich Geld kosten, erwartet die auf Sicherheitsratings spezialisierte Firma Bitsight, glaubt aber auch, dass die Branche mit einem blauen Auge davonkommen wird.

Neue Restrukturierungsregeln wirken sich auf D&O aus

  The Long View – Der Hintergrund   Kurz vor Weihnachten hat die Bundesregierung neue Regeln für die Restrukturierung von Unternehmen im Vorfeld einer Insolvenz beschlossen. Das Gesetz zur Stabilisierung und Restrukturierung von Unternehmen ist am 1. Januar 2021 in Kraft getreten. Es soll Unternehmen und Gläubigern ermöglichen, früher ins Gespräch zu kommen, wird aber zu einer deutlichen Verschärfung der Haftung von Unternehmensleitern führen. Damit hat das Gesetz auch Auswirkungen auf die Managerhaftpflichtversicherung, in der die Anbieter gerade ohnehin die Bedingungen verschärfen.

Dr. Klein Wowi Finanz schluckt Makler GWB

Der zum Finanzdienstleister Hypoport gehörende Finanzberater Dr. Klein Wowi Finanz AG aus Lübeck verstärkt sein Versicherungsgeschäft mit der GWB Gesellschaft für wohnungswirtschaftliche Beratung. Der Dresdener Versicherungsmakler ist wie Dr. Klein Wowi Finanz auf gewerbliche Kunden aus der Wohnungsbranche spezialisiert. Guido Raasch, Leiter des Versicherungsgeschäfts bei Dr. Klein Wowi, kennt die neue Tochter aus seiner beruflichen Vergangenheit gut.

P&I-Clubs: Hohe Reserven wecken Begehrlichkeiten

Die Preise in der Schiffshaftpflichtversicherung werden bei der aktuellen Erneuerung für die meisten Reeder steigen. Fast alle Anbieter haben Prämienerhöhungen angekündigt. Die Makler hatten vergeblich dafür plädiert, angesichts der Corona-Pandemie das Prämienniveau unverändert beizubehalten. Jetzt wollen sie den Beitragsschock durch Rückzahlungen aus den freien Reserven abmildern.

Nexible verliert Chef an Ergo

 Leute – Aktuelle Personalien  John-Paul Pieper (Bild) hat seinen Job als CEO von Ergos digitalem Versicherer Nexible an den Nagel gehängt. Er ist nun direkt für die Ergo tätig. Außerdem: Beim Gothaer-Konzern haben mit Sylvia Eichelberg und Thomas Bischof zwei Vorstandschefs die Arbeit aufgenommen. Die Versicherungskammer Bayern hat mit Isabel Martorell Nassl und Katharina Jessel zwei neue Vorständinnen für die Kranken- und Reiseversicherung. Die Kanzlei Bach Langheid Dallmayr gab gleich vier Neubesetzungen bekannt.

Erneuerungsrunde: Zu große Erwartungen

Der Trend zu sinkenden Preisen in der Rückversicherung scheint gestoppt, wie erste Analysen der Vertragserneuerung zum 1. Januar 2021 zeigen. Allerdings konnten die Anbieter nicht so hohe Preissprünge durchsetzen, wie sie sich bei den virtuellen Treffen in Monte Carlo und Baden-Baden erhofft hatten. Zu diesem Schluss kommt der Rückversicherungsmakler Willis Re. Konkurrent Howden sieht die Lage optimistischer und spricht vom „stärksten Preisanstieg der letzten Zeit“.

Das sind die Schaden-Hotspots an Silvester

Auch an Silvester bleiben Pannen bei Unternehmen nicht aus, zeigt eine Analyse des Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). Am 31. Dezember ereignet sich demnach ein großer Teil der Schäden auf Baustellen, an Flughäfen und auf hoher See. Auch geplatzte Rohrleitungen sind zum Jahreswechsel ein großes Thema, vor allem in der Chemieindustrie. In allen Sparten sind menschliche Fehler der häufigste Auslöser für Silvester-Schäden. In diesem Jahr könnte es wegen des Corona-Lockdowns in der Sachversicherung zudem mehr unerfreuliche Zwischenfälle geben als sonst.

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