Nach einem bewegten Jahr 2021 geht es 2022 stürmisch weiter – im wahrsten Sinne des Wortes. Während viele Versicherungsmakler weiterhin in Shopping-Laune sind, wird die Versicherungswirtschaft von einer großen Sturmserie und dem Angriff Russlands auf die Ukraine überrumpelt. Der Versicherungsmonitor blickt auf interessante Deals, die wichtigsten Personalien und die größten Ereignisse des Jahres zurück. Hier der erste von insgesamt drei Teilen.
Insurtech
Der Computer wehrt Betrüger ab
Künstliche Intelligenz (KI) führen Versicherer gerne als ein Beispiel an, wenn es um technologische Chancen in der Branche geht. Aber nur weil eine Anwendung auf KI basiert, ist sie nicht gleich nützlich. In einem Bereich verspricht die Technologie viel: beim Erkennen von Betrugsversuchen. Das schreibt der Digitalverband Bitkom in einer Studie.
Stühlerücken im DACH-Team von Generali
Leute – Aktuelle Personalien Die Generali nimmt Änderungen am Führungsteam ihrer neuen Geschäftseinheit Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH) vor. Die bisherige Risikochefin Katrin Gruber (Bild) besetzt die vakante Stelle der Chief Financial Officer. Marcela Středová rückt ins DACH-Gremium auf, und Jean-Pierre Schmid bekommt mehr Verantwortung. Personelle Veränderungen gibt es auch bei Element, Zurich, Helvetia und Axa XL.
Hildesheimer Start-up versichert Bitcoin-Geldbörse
Exklusiv Aus der Krypto-Szene gab es in diesem Jahr einige beunruhigende Nachrichten. Für großes Aufsehen sorgte zuletzt der Zusammenbruch der Kryptowährungsbörse FTX. Dem Start-up Bitsurance spielt dieses Debakel in die Hände, sagt Mitgründer Philipp Oehler im Interview. Die Hildesheimer versichern sogenannte Hardware-Wallets, auf denen Bitcoins gesichert sind, sowie die darauf befindlichen Bitcoinwerte. Risikoträger der Policen ist Element.
Descartes erhält Zulassung für eigenen Versicherer
Exklusiv Die französische Finanzaufsicht hat dem Pariser Assekuradeur Descartes Underwriting für seine neue Tochtergesellschaft die Lizenz zur Zeichnung von Sachpolicen erteilt. Damit will das auf parametrische Deckungen spezialisierte Unternehmen, das bislang mit Risikoträgern wie der Generali kooperiert und zuletzt auf ein gezeichnetes Prämienvolumen von mehr als 100 Mio. Dollar kam, sein Angebot deutlich ausweiten. Die neue Versicherungstochter soll 2023 auch außerhalb des französischen Heimatmarktes aktiv werden.
Clark verstärkt sich in der Schweiz
Der Digitalmakler Clark übernimmt das Allfinanz-Unternehmen UB Partner in der Schweiz. Clark erhofft sich davon, schneller auf dem Schweizer Markt wachsen zu können. UB Partner wird im Zuge der Übernahme zur Clark Switzerland AG. Bislang ist Clark mit dem Lead-Generierer 2media in der Schweiz vertreten. Das Unternehmen kam vergangenes Jahr durch die Übernahme der Finanzen Group von der Allianz X zu Clark.
Die doppelten Pantheon Underwriters
Nachschlag – Der aktuelle Kommentar Pantheon Underwriters, der gerade erst gegründete Assekuradeur aus Frankfurt, hat bereits mit einem Namensvetter zu kämpfen. Im Internet existiert eine Webseite, die den baldigen Start eines Unternehmens mit genau demselben Namen ankündigt. Wer oder was sich dahinter verbirgt, ist allerdings undurchsichtig. Pantheon ist nicht das einzige Unternehmen mit Verwechslungsgefahr.
Helpcheck: Einige Versicherer sind auf Krawall aus
Exklusiv Das Legaltech Helpcheck hilft Lebensversicherungskunden, im Fall eines Widerrufs ihre Ansprüche geltend zu machen. Das läuft allerdings nicht immer rund, berichten Mitgründer Peer Schulz und Rechtsanwalt Lutz Hartmann von HW Legal im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Und das liegt vor allem an einzelnen Versicherern, die Schreiben ignorierten, den Kopf in den Sand steckten und nicht einmal reagieren, wenn der Gerichtsvollzieher kommt. Schulz und Hartmann erheben schwere Vorwürfe gegen einige Versicherungsunternehmen und nennen Namen.
Markel beteiligt sich an neuem Assekuradeur
Exklusiv Noch bevor der Assekuradeur Pantheon Underwriters gestartet ist, hat sich der Versicherer Markel einen Anteil an dem Insurtech gesichert. Er hat 10 Prozent an dem Unternehmen erworben. Markel ist außerdem der Risikoträger für die M&A-Policen (Mergers & Acquisitions) für kleine und mittlere Unternehmen, die das Insurtech anbietet. Der Versicherer sieht großes Potenzial in dem Markt. Die Nachfrage scheint das zu bestätigen.
Konsolidierung bei Versicherern ist unvermeidbar
Versicherer, die an altbewährten Methoden, Vertriebskanälen und Strategien festhalten, haben keine Chance, künftig bestehen zu bleiben. Das war die Quintessenz einer Diskussionsrunde mit Vertretern von Verivox, Generali, Provinzial und dem Berater SMP. Die Digitalisierung wie auch Tech-Konzerne, die in den Markt drängen, werden den Druck erhöhen und letztlich zu einer Konsolidierungswelle führen, waren die Experten überzeugt. Allerdings muss ein Zusammenschluss nicht immer negativ sein.
Digitale Leuchttürme 2022 verliehen
Am Dienstagabend haben Google und Süddeutscher Verlag Veranstaltungen zum achten Mal digitale Projekte aus der Versicherungswirtschaft mit dem „Digitalen Leuchtturm“ ausgezeichnet. Nach zwei Jahren fand die Verleihung zum ersten Mal wieder in Präsenz statt – das zeigte sich an den Teilnehmerzahlen. Das erste Mal dabei war auch die neue Industry Leader Insurance bei Google Deutschland Katrin Roeske, sie hat von Jan Meessen übernommen. Über die Preise freuten sich Jarowa, Versicherungskammer Bayern, Ergo und Nuclicore.
Insurtechs auf Sinnfindung
Ernstzunehmende Konkurrenz oder nur Kooperationspartner? Bei der Frage, welche Rolle Insurtechs in der Versicherungsbranche spielen, herrschte auf einer SZ-Fachkonferenz Uneinigkeit. Während Patrick Dahmen, Vorstandsvorsitzender des Insurlab Germany, Insurtechs vor allem als Unterstützer der Versicherer bei der Verbesserung von Prozessen sieht, traut Element-Chefin Astrid Stange den Start-ups mehr zu. Einig waren sich beide bei ihrer Meinung zur Arbeit der BaFin.










