Insurtech
Lloyd‘s Accelerator geht in die siebte Runde
Der Versicherungsmarkt Lloyd‘s of London startet die siebte Runde seines hauseigenen Accelerator-Programms. Für elf Start-ups aus Großbritannien, den USA, Portugal, Finnland und Singapur geht es am 6. September los. Zehn Wochen lang sollen sie gemeinsam mit Experten aus den Lloyd’s-Syndikaten an ihren Zukunftsideen für die Versicherungswelt arbeiten. Die Schwerpunkte liegen in diesem Jahr auf Datenmanagement, Kryptowährungen und Schadenbearbeitung.
Lemonade verdoppelt Verlust
Der US-Direktversicherer Lemonade hat für das zweite Quartal einen Verlust von 56 Mio. Dollar bekanntgegeben, mehr als doppelt so hoch wie der Verlust von 21 Mio. Dollar im Vorjahresquartal. Das Unternehmen geht auch für das volle Jahr 2021 von Verlusten aus, meldet aber kräftiges Wachstum der Bruttoprämieneinnahmen. Gleichzeitig gab Lemonade einen höheren Anteil an Rückversicherer weiter. Das Unternehmen wirbt für sich mit diesem Bild als der „beliebteste Gebäudeversicherer Amerikas“.
Branson startet bei der BaFin
Leute – Aktuelle Personalien Mark Branson (Bild) hat seine Arbeit bei der deutschen Finanzaufsicht aufgenommen. Bei seinem Amtseintritt hat der Nachfolger von Felix Hufeld ambitionierte Ziele verkündet. Außerdem: Der Großmakler Aon stellt sein neues globales Führungsteam vor. Das Hamburger Start-up Nect expandiert nach Spanien, und die beiden Banken Credit Suisse und JP Morgan werben Manager von Allianz Global Investors und Hiscox ab.
Insurtechs: Der Gründungsboom ist vorbei
Die Geschäftsmodelle der meisten Insurtechs aus dem deutschsprachigen Raum haben sich während der Pandemie bewährt. Viele Gesellschaften konnten ihr Neugeschäft in den vergangenen 18 Monaten sogar stark ausbauen. Zu diesem Ergebnis kommt das aktuelle „Insurtech-Radar“ des Beraters Oliver Wyman und des Policenaufkäufers Policen Direkt. Der große Gründungsboom scheint beendet zu sein. Grund zur Beunruhigung ist das nach Ansicht der Studienverantwortlichen aber nicht.
Insurtech-Investitionen erreichen neuen Rekordwert
Die Insurtechs weltweit haben im ersten Halbjahr 2021 insgesamt 7,4 Mrd. Dollar von Geldgebern erhalten. Das ist nicht nur ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, sondern auch mehr, als die Jungunternehmen insgesamt im vergangenen Jahr eingesammelt haben. Zu diesem Ergebnis kommt der Makler und Berater Willis Towers Watson (WTW) in einem aktuellen Bericht. Treiber des Wachstums waren die millionenschweren Finanzierungsrunden von reiferen Insurtechs. WTW warnt in diesem Zusammenhang vor Überbewertungen.
Lemonade mit Doppelspitze
Leute – Aktuelle Personalien Lemonade, der viel beachtete Digitalversicherer aus den USA, wird künftig von zwei CEOs geführt. Neben dem bisherigen Chef Daniel Schreiber wird Mitgründer Shai Wininger Co-CEO. Seine bisherige Rolle als Chief Operating Officer geht an eine Frau. Außerdem: Swiss Re Corporate Solutions überträgt Caroline Pritchard weitere leitende Aufgaben, zudem hat der Industrieversicherer zwei Führungspositionen im Bereich internationale Programme neu besetzt. Personelle Veränderungen gibt es außerdem bei Lloyd’s of London und FM Global.
Ico-Lux will Versicherungsbetrug bekämpfen
Exklusiv Das Start-up Ico-Lux tüftelt seit drei Jahren an seiner Bildforensik-Software, um Betrügern in der Versicherungsbranche schneller das Handwerk legen zu können. Nach mehreren Pilotprojekten mit privaten Krankenversicherern ist das Produkt nun marktreif, verkündet Mitgründer Jan Franke im Interview. „Jetzt geht es darum, das Ganze in die Breite zu streuen und in den Vertrieb zu gehen.“ Zugute dürfte der Firma die Tatsache kommen, dass es während der Pandemie mehr Betrugsversuche gab.
Klein und (noch) unbeschwert
Junge Digitalversicherer halten zwar in puncto Marktanteil und Größe mit den Versicherungsriesen nicht mit, können aber dafür ohne schwere IT-Altlasten leichter vorne mitspielen, wenn es um digitale, datengetriebene Prozesse geht. „Wir haben den großen Vorteil, dass wir neu angefangen haben“, sagte Roman Rittweger, Chef des jungen privaten Krankenversicherers Ottonova, auf einer Fachkonferenz der Süddeutschen Zeitung. Auch bei der Automatisierung von Prozessen profitiere das junge Unternehmen von Freiräumen, die große Konzerne nicht haben.
KI aus der Nische herausholen
Vom Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) versprechen sich Versicherer ein besseres Kundenverständnis, schnellere Services und eine höhere Marge – vor allem durch Effizienzgewinne in der Schadenbearbeitung. Doch bisher ist KI meist nur punktuell im Einsatz. Es mangelt an der Verfügbarkeit der Daten, vielerorts aber auch an der Bündelung der vielen einzelnen KI-Anwendungen, um sie nach außen und nach innen sichtbarer zu machen. Die Technik muss aus ihrer Sonderrolle heraus und den Stellenwert als ganz normales Werkzeug zur Datenanalyse erhalten, forderten Experten bei einer digitalen Fachkonferenz der Süddeutschen Zeitung.








