Insurtech rss

Vorstand Liebig verlässt Haftpflichtkasse

 Leute – Aktuelle Personalien  Stefan Liebig (Bild) verlässt bereits nach zwei Jahren seinen Vorstands-Posten bei der Haftpflichtkasse. Außerdem: Der Versicherer Markel eröffnet eine Pariser Niederlassung mit einem weiblichen Dreier-Gründungsteam, und der Krankenversicherer Vigo strukturiert sein Vertriebsteam um. Der Versicherer Helvetia splittet sein Ressort Komposit und lässt es von Thomas Lanfermann und Markus Rehle leiten. Das B2B-Insurtech Claimsforce holt sich eine neue HR-Expertin ins Boot, und das Berliner Fintech Optiopay hat einen neuen CFO.

Achtung, die Insurtechs kommen

Nicht-traditionelle Anbieter wie Insurtechs und Bigtechs werden für Kunden immer attraktiver. Laut dem World Insurance Report 2021 des Beraters Capgemini ziehen erstmals mehr als 50 Prozent der Kunden in Betracht, mit ihrer Versicherung zu einem dieser neuen Akteure zu wechseln, sofern sie das Angebot überzeugt. Gut finanziert, um ihre Angebote stetig weiterzuentwickeln, sind die neuen Angreifer jedenfalls. Insurtechs können sich über einen wahren Geldregen von Investoren freuen. Capgemini sieht vor allem sogenannte Enabler und neue Risikoträger auf der Gewinnerseite.

Lebensversicherung per Fitnesstracker

 Exklusiv  Eine Lebensversicherung in drei Minuten statt in acht Wochen – das verspricht das britische Start-up Qumata. Die eigens entwickelte künstliche Intelligenz nutzt die Daten aus Fitnesstrackern, um das Krankheits- und Sterberisiko eines Kunden zu berechnen. Damit fallen lange Fragebögen und medizinische Untersuchungen weg. In Amerika und Asien nutzen bereits erste Versicherer den Algorithmus, nun will Qumata auch in Europa Fuß fassen.

AGCS: Gefahr durch Legal Techs und Prozessfinanzierer

Sammelklagen sind auf dem Vormarsch – auch in Deutschland, warnt der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). „Ihre Auswirkungen auf Unternehmen und Geschäftsführer sollten nicht unterschätzt werden.“ Zur Ausbreitung von Sammelklagen – in ihren verschiedenen Ausführungen – tragen unter anderem sogenannte Legal Techs bei, die auf die Vereinfachung von rechtlichen Prozessen spezialisiert sind, sowie Prozessfinanzierer. Neue EU-Vorschriften, die spätestens ab Mitte 2023 auch in Deutschland greifen, erhöhen das Risiko für Sammelklagen weiter, so AGCS.

Keine Angst vor GAFA und Insurtechs

Angesichts möglicher Konkurrenz durch große Technik-Konzerne wie Google, Amazon, Facebook und Apple (GAFA) sowie Insurtechs sollten Versicherer nicht in Panik verfallen. Davon zeigte sich Jürgen Cramer, Vorstand der Sparkassen Direktversicherung, auf der K-Tagung von Scor und Meyerthole Siems Kohlruss überzeugt. Den Tech-Konzernen attestierte er nur geringe Ambitionen im Markt, den Insurtechs mangelnden Erfolg. Mit den viel diskutierten Ökosystemen rund um Themen wie Mobilität, Smart Home und Gesundheit tun sich aber auch die Versicherer schwer.

Open Insurance-Initiative Frida wird Verein

Die 2018 vom Versicherer Alte Leipziger-Hallesche, dem Insurtech Friendsurance und dem Insurlab Germany gegründete Open Insurance-Initiative Frida tritt künftig als Verein auf. Das soll helfen, die Entwicklung branchenübergreifender Schnittstellen-Standards zu beschleunigen und das Thema Open Insurance auch international voran zu bringen. Der Vorstand von Frida e.V. besteht künftig aus Friendsurance-Manager Sebastian Langrehr, Julius Kretz von der Alte Leipziger-Hallesche und Slobodan Pantelic von der HDI Vertriebs AG.

Tweet hat rechtliche Folgen für Lemonade

Nach einem Shitstorm beschert ein Beitrag auf der sozialen Plattform Twitter dem US-Versicherer Lemonade nun auch noch ein Gerichtsverfahren. Kunden des Insurtechs haben im Bundesstaat New York eine Sammelklage wegen Verstößen gegen den Datenschutz und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen eingereicht. Dabei bezieht sich der Hauptkläger ausgerechnet auf einen Blogeintrag von Lemonade, der eigentlich den Streit um den Tweet im Mai richtigstellen sollte. Dabei ging es um Algorithmen, die allein Entscheidungen treffen, dabei aber offenbar diskriminierend sind.

Nuclicore: Digitalisierung trotz Altsystemen

 Exklusiv  Die Digitalisierung der Versicherungsbranche ist bereits seit einigen Jahren im Gange, noch viel älter sind allerdings die Kernsysteme der Anbieter. Sie sind oft ein Hindernis bei der Modernisierung der Versicherer. Das Start-up Nuclicore aus Frankfurt am Main will das mit seiner Technologie ändern. Das No-Code-System ermöglicht es, IT-Projekte auch mit einem alten Kernsystem umzusetzen – in kürzester Zeit, erklärt Gründer und Geschäftsführer Eberhard Riesenkampff im Interview.

DFV will Vollsortimenter werden

Stefan Knoll hat mit der Deutschen Familienversicherung (DFV) viel vor. Nach dem Markteintritt in Österreich will der Gründer und Firmenchef die Vertriebswege und das Produktangebot deutlich ausbauen. Einen Schwerpunkt bildet dabei ein „Globalprodukt“. Grundlage ist die bereits im Juni gestartete Kombipolice im Bereich Schaden und Unfall, die 2022 um eine Sparkomponente und später um biometrische Deckungen erweitert werden soll. Dafür will Knoll einen Lebensversicherer gründen. Mit dem Wachstum im ersten Halbjahr ist das Frankfurter Unternehmen zufrieden.

Lloyd‘s Accelerator geht in die siebte Runde

Der Versicherungsmarkt Lloyd‘s of London startet die siebte Runde seines hauseigenen Accelerator-Programms. Für elf Start-ups aus Großbritannien, den USA, Portugal, Finnland und Singapur geht es am 6. September los. Zehn Wochen lang sollen sie gemeinsam mit Experten aus den Lloyd’s-Syndikaten an ihren Zukunftsideen für die Versicherungswelt arbeiten. Die Schwerpunkte liegen in diesem Jahr auf Datenmanagement, Kryptowährungen und Schadenbearbeitung.

Lemonade verdoppelt Verlust

Der US-Direktversicherer Lemonade hat für das zweite Quartal einen Verlust von 56 Mio. Dollar bekanntgegeben, mehr als doppelt so hoch wie der Verlust von 21 Mio. Dollar im Vorjahresquartal. Das Unternehmen geht auch für das volle Jahr 2021 von Verlusten aus, meldet aber kräftiges Wachstum der Bruttoprämieneinnahmen. Gleichzeitig gab Lemonade einen höheren Anteil an Rückversicherer weiter. Das Unternehmen wirbt für sich mit diesem Bild als der „beliebteste Gebäudeversicherer Amerikas“.

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