Die US-amerikanische Ratingagentur Standard & Poors (S&P) hat den globalen Rückversicherern bescheinigt, gut durch die von Gewitterstürmen geprägten vergangenen anderthalb Jahre gekommen zu sein. Dennoch warnen die Expertinnen und Experten die Gesellschaften in einem aktuellen Bericht vor zunehmenden Sekundärgefahren wie Gewitterstürmen, die mittlerweile den Großteil der versicherten Schäden aus Naturgefahren ausmachen. Die angemessene Modellierung solcher Risiken sei zudem schwierig, heißt es in dem Bericht.
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Generali: Gute Halbjahreszahlen trotz höherer Schäden
Die Generali ist im ersten Halbjahr in allen Sparten gewachsen. Das gestiegene operative Ergebnis ist auf die Lebensversicherung und die Vermögensverwaltung zurückzuführen, die der Konzern zuletzt mit der Übernahme des US-Asset Managers Conning ausgebaut hat. Im Schaden- und Unfallbereich ging das operative Ergebnis aufgrund hoher Schäden zurück. In der Kfz-Versicherung will Generali zunächst nicht weiter wachsen.
Europa ohne Reservepuffer für 2024
Exklusiv Der Herbst wird stürmisch in der Autoversicherung. Fast alle Kfz-Versicherer wollen die Preise deutlich erhöhen. Angesichts hoher technischer Verluste im Jahr 2023 bleibt ihnen kaum etwas anderes übrig. Viele Kunden werden wechseln wollen. Die Direktversicherer können davon profitieren. Der Versicherungsmonitor stellt aktuell die wichtigsten Direktversicherer vor. Heute: die Europa, der Direktanbieter des Dortmunder Versicherers Continentale.
Marsh: „Crowdstrike war wie eine Naturkatastrophe“
IT-Ausfälle wie derjenige, den der Sicherheitsdienstleister Crowdstrike kürzlich verursacht hat, sind unvermeidbar, meint der Makler Marsh McLennan. Er geht davon aus, dass gut 500 seiner Kunden betroffen sind. Der Schaden, den Crowdstrike verursacht hat, dürfte mit geschätzten 300 Mio. Dollar (275 Mio. Euro) bis 1 Mrd. Dollar überschaubar bleiben. Allerdings treten solche mittelschweren Vorfälle wohl häufiger ein als ein einzelner Großschaden, meint der Makler. Unternehmen sollten sich deshalb mit Notfallplänen wappnen.
Ausschluss für psychische Erkrankungen unwirksam
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ist wegen einer Ausschlussklausel zu psychischen Erkrankungen in der Restschuldversicherung gegen die Société Générale Insurance vor Gericht gezogen. Das Landgericht Hamburg hat die Klausel für unwirksam erklärt, da sie zu weit gefasst sei und Versicherte benachteilige. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, als nächstes wird sich das Oberlandesgericht Hamburg mit dem Fall beschäftigen. Bestätigt es das Urteil, könnte das auch eine Signalwirkung für andere Versicherer haben.
Darag verkauft US- und Bermuda-Geschäft
Der Run-off-Spezialist Darag trennt sich von seinem Geschäft in den USA und Bermuda. Damit reagieren die Eigner – drei Private Equity-Unternehmen – auf Darags Probleme im nordamerikanischen Markt. Käufer ist der US-Abwickler Riverstone. Zuvor hatten die Darag-Eigner versucht, einen zusätzlichen Investor zu finden. Jetzt will sich Darag auf das Geschäft in Europa konzentrieren, das deutlich besser dasteht.
Schadengeplagte Allianz meldet starke Zahlen
Die Allianz musste im zweiten Quartal 2024 deutliche Belastungen aus Naturkatastrophen schultern. Dennoch konnte die neue Finanzchefin Claire-Marie Coste-Lepoutre starke Zahlen für das erste Halbjahr präsentieren: Der Gesamtumsatz stieg deutlich, auch das operative Ergebnis und der Aktionärsgewinn legten zu. Nach dem Abschluss des 1 Mrd. Euro schweren Aktienrückkaufs will der Münchener Konzern bis Jahresende weitere eigene Aktien im Volumen von 500 Mio. Euro zurückkaufen.
Munich Re: Es gibt keine Aufweichung
Trotz nachlassender Preisdynamik glaubt die Munich Re nicht, dass die Preise für Rückdeckungen bald wieder sinken werden. Auch wenn das passieren würde, sei der Rückversicherer diversifiziert genug aufgestellt, um dennoch gute Ergebnisse abliefern zu können, unterstrich Konzernchef Joachim Wenning. Im zweiten Quartal hat der Rückversicherer gut verdient. Munich Re sieht sich weder durch den Crowdstrike-Vorfall noch durch den Börsencrash sonderlich betroffen.
Zurich mit Gewinn in Rekordhöhe
Die Zurich meldet einen Betriebsgewinn in Rekordhöhe von 4 Mrd. Dollar (3,7 Mrd. Euro), der Nettogewinn legte ebenfalls zu. In der Schaden- und Unfallversicherung konnte die Gesellschaft höhere Preise durchsetzen. Angesichts einer gestiegenen Last durch Naturkatastrophen will der Versicherer bei solchen Risiken auch künftig vorsichtig agieren. Zurich sieht sich auf Kurs, um die selbstgesteckten Ziele zu übertreffen.
Puls: „Der Preis ist nur eine Komponente“
Exklusiv Es ist mittlerweile einige Jahr her, dass der Industrieversicherer HDI Global in der Feuerversicherung wegen tiefroter Zahlen die Preise anhob. Mittlerweile liefert die Talanx-Tochter regelmäßig gute Zahlen. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor spricht Vorstandschef Edgar Puls über die aktuelle Preisentwicklung, künstliche Intelligenz und Cyber, den Umgang mit PFAS-Chemikalien und den Weg zu einer nachhaltigen Wirtschaft.
Schwere Gewitter treiben Schadenbilanz
Der Rückversicherer Swiss Re geht davon aus, dass Naturgefahren in der ersten Jahreshälfte weltweit versicherte Schäden in Höhe von 60 Mrd. Dollar (54,9 Mrd. Euro) verursacht haben. Den größten Schadentreiber sehen die Schweizer in schweren Gewittern. Damit kommt die Swiss Re zu einer ähnlichen Einschätzung wie ihr Konkurrent Munich Re.
A.M. Best irritiert über Deutschland
Die Ratingagentur A.M. Best ist irritiert darüber, dass Deutschland als einzige der großen europäischen Volkswirtschaften noch keine staatlich gestützte Versicherungslösung für Extremwetterereignisse entwickelt hat. Es wären genügend Kapazitäten an den Kapitalmärkten und bei den Rückversicherern vorhanden, schreiben Angela Yeo und Morgane Hillebrandt von A.M. Best in einem aktuellen Kommentar.
Schweizer Insurtech Helvengo löst sich auf
Der 2020 von drei Wefox-Mitarbeitern gegründete Assekuradeur Helvengo befindet sich in Liquidation. Die Investoren des jungen Insurtechs waren mit der Leistung des Unternehmens nicht mehr zufrieden. Während Helvengo sein Schweiz-Geschäft auf die Risikoträger überträgt, hat es seine deutsche Tochter an den auf die Gebäudeversicherung spezialisierten Makler Ease aus Pforzheim verkauft. Dessen Geschäftsführer Marcel Hanselmann (links) verspricht sich von dem Deal verstärkte Expertise im Bereich Sensorik.
Provinzial: Breuer und Fedlmeier verlängern
Leute – Aktuelle Personalien Wolfgang Breuer (Bild links) bleibt Vorstandsvorsitzender der Provinzial. Auch sein Stellvertreter Patric Fedlmeier bleibt in seiner Position. Sie haben sich mit dem Aufsichtsrat auf die Verlängerung der Verträge verständigt. Außerdem: Die WWK hat mit Andreas Bichlmann einen neuen Leiter des Partnervertriebs. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Industrieversicherer Generali Global Corporate & Commercial und beim Rückversicherungsmakler Howden Re.













