Der Münchener Assekuradeur Fresh ist seit wenigen Tagen auf dem Markt. Was das neu gegründete Unternehmen besonders macht: es bietet eine Flatrate an, in der alle wichtigen Versicherungen für Verbraucher enthalten sind. Haftpflicht, Hausrat und sogar Kfz – Fresh bietet das Versicherungspaket zum Einheitspreis an. Wie das funktionieren kann, müsse er in letzter Zeit häufiger erklären, sagt der CEO Manuel Ströh. Und er ist sich sicher, genau kalkuliert zu haben.
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Wie die Cyber-Lücke verkleinert werden kann
Seit Jahren steigt die Anzahl der Cyberattacken, gleichzeitig erhöht sich durch die zunehmende Digitalisierung die Wahrscheinlichkeit eines katastrophalen Großschadens. Trotzdem klafft in der Deckung von Cyberrisiken ein riesiges Loch. Grund dafür sind mangelhafte Modelle, die die Schadenhöhe nicht richtig vorhersagen können, und die Angst vor zu hohen Verlusten. Die Versichererorganisation Geneva Association empfiehlt mehrere Maßnahmen, um die Versicherungslücke zu verkleinern. Einige sind schon aus dem Umgang mit großen Naturkatastrophenschäden bekannt.
Katastrophenschäden prägen drittes Quartal bei Scor
Nach einem sehr schlechten Jahr 2022 und einem ebenfalls schlechten Start in das aktuelle Jahr ging es für den französischen Rückversicherer Scor im zweiten Quartal endlich aufwärts. Dieser Trend setzte sich auch im dritten Quartal fort. Der Nettogewinn stieg um weitere rund 100 Mio. Euro. Die Schaden- und Kostenquote verschlechterte sich leicht, da besonders die von Menschen verursachten Schäden sehr hoch waren.
Allianz spürt Stürme und Inflation
Die Allianz spürt vor allem in Deutschland und Italien die Auswirkung einer Reihe mittelgroßer Sturmereignisse. In Deutschland hat der Konzern deshalb im dritten Quartal in der Schaden- und Unfallversicherung operativ nichts verdient, ein seltenes Ereignis. Außerdem macht sich die Inflation bei den Rückstellungen bemerkbar. Allerdings hat das Unternehmen über alle Sparten immer noch einen guten Gewinn erzielt. Finanzchef Giulio Terzariol sagte bei seinem letzten Pressegespräch für die Allianz – er wechselt zur Generali – er werde seine Verbindungen zu Deutschland behalten. Er sprach zudem eine deutliche Warnung an die Rückversicherer aus.
Rückenwind für Staatsfonds
Der unabhängige Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung spricht sich in der zusätzlichen Altersvorsorge für einen öffentlich verwalteten Fonds mit Opt-out aus. Das soll die durch die Demografie belastete gesetzliche Rentenversicherung entlasten. Ein solcher Fonds könnte mit geringen Kosten und einer höheren Rendite als die Riester-Rente punkten, so das gesetzlich legitimierte Gremium. Von der von der Regierung geplanten Aktienrente halten die Ökonomen nicht viel. Der GDV reagiert kritisch.
Sturm „Ciarán“ verursacht Milliardenschaden
Der Makler Aon erwartet in Europa beachtliche Schäden durch den Sturm „Ciarán“. Das Datenanalysehaus Verisk geht einen Schritt weiter und beziffert die versicherten Schäden auf 800 Mio. Euro bis 1,3 Mrd. Euro. Es bewertet „Ciarán“ und seinen Folgesturm „Domingo“ dabei als ein Schadenereignis und warnt gleichzeitig vor Folgeschäden.
Die Woche in Bildern 45/2023
Woche in Bildern Die Nachwehen der Katastrophe durch den Hurrikan „Otis“ in Acapulco, ein schweres Erdbeben der Stärke 6,4 in Nepal, die Schäden durch das Orkantief „Ciaran“ im toskanischen Prato, das Gedenken an die Opfer der Novemberpogrome im Dritten Reich durch Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft und die Überschwemmung im nordfranzösischen Saint-Etienne-au-Mont: In unserer Woche in Bildern stellen wir Eindrücke der vergangenen sieben Tage zusammen.
Barmenia Gothaer: Offen für Dritte
Nachgefragt – Das Video-Interview Die neue Versicherungsgruppe Barmenia Gothaer, die 2024 aus der Fusion der Wuppertaler Barmenia und der Kölner Gothaer entstehen soll, steht weiteren Unternehmen offen. Das sagten die beiden Chefs der Unternehmen, Andreas Eurich und Oliver Schoeller, im ausführlichen Video-Interview mit dem Versicherungsmonitor. In dem 51-minütigen Gespräch mit Herausgeber Herbert Fromme nehmen die beiden Stellung zum aktuellen Stand der Fusion, den Zielen, den möglichen Synergieeffekten und den Problemen.
Lebensversicherer in schwieriger Lage
Angesichts steigender Zinsen, Inflation und wachsender Unsicherheiten haben die Lebensversicherer zu kämpfen. Bruttobeiträge und Neugeschäft sind eingebrochen, gleichzeitig türmen sich stille Lasten in ihren Kapitalanlagen auf. Besonders gut stehen noch Allianz, LV 1871 und Ideal da. Sie führen das diesjährige Bilanzrating des Map-Reports an. Analyst Reinhard Klages rechnet mit weiteren Unternehmenszusammenschlüssen in der Branche.
Zurich wächst und kauft in USA und Indien dazu
Der Schweizer Versicherer Zurich Insurance Group hat in den ersten neun Monaten von den höheren Preisen in der Industrieversicherung profitiert und die Prämieneinnahmen in der Schadenversicherung deutlich steigern können. In der Lebensversicherung war das Wachstum noch stärker. Mit mehreren Zukäufen für die US-Tochter Farmers und der Übernahme der Mehrheit an einem indischen Versicherer sieht Finanzchef George Quinn den Versicherer weiter auf Wachstumskurs.
Sklavereigeschichte: Lloyd’s tätigt Millionen-Investment
Der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London hatte im 18. und 19. Jahrhundert eine erhebliche Rolle im transatlantischen Sklavenhandel gespielt. 2020 hatte Lloyd’s sich erstmals für seine Geschichte entschuldigt, nun möchte der Versicherungsmarkt als Wiedergutmachung Investitionen in den ehemaligen britischen Kolonien tätigen. Außerdem sollen Schwarze und andere ethnische Minderheiten durch ein Programm im Berufsleben unterstützt werden. Experten meinen, dies könne erst der Auftakt der Aufarbeitung sein.
Hannover Rück verdient 1,4 Mrd. Euro
Hannover Rück sieht sich nach einem um 25 Prozent höheren Ergebnis in den ersten neun Monaten auf Kurs, um den angepeilten Jahresgewinn von mindestens 1,7 Mrd. Euro zu erreichen. Die Großschadenlast blieb unter dem veranschlagten Budget, sodass der Rückversicherer mit einem zusätzlichen Puffer ins Abschlussquartal geht. Finanzchef Clemens Jungsthöfel zeigte sich zufrieden, sieht aber Bedarf für weitere Preiserhöhungen.











