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Luftfahrt: Ukraine-Krieg schlimmer als 9/11

Noch ist die Unsicherheit groß, wie stark die Luftfahrtversicherer zur Kasse gebeten werden könnten. Doch angesichts der zahlreichen von westlichen Firmen geleasten Flugzeuge, die in Russland gestrandet sind, besteht das Potenzial für einen Großschaden, der bislang in keinem Schadenmodell auftauchte. Er könnte bis zu sieben Mal so hoch sein wie die Rechnung, die Luftfahrtversicherer nach den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 begleichen mussten, glaubt der US-Makler Gallagher. Das führt bei Versicherern und Rückversicherern zu Besorgnis.

Bedrohung durch Krankheiten und Cyberattacken

Versicherer und Rückversicherer sollten zwei Risiken besonders im Blick haben: neue Infektionskrankheiten und schwere Cyberangriffe. Sie werden nach Einschätzung des Rückversicherers Scor in den kommenden zehn Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten und die Gesellschaft, aber auch die Branche fordern. In einem aktuellen Bericht hat das französische Unternehmen eine Reihe weiterer sich entwickelnder Risiken identifiziert, mit denen sich Versicherer auseinandersetzen sollten – um sich auf neue Schadenszenarien einzustellen, aber auch auf neue Geschäftsmodelle.

Damm-Unglück: Milliardenklage zugelassen

Der anglo-australische Bergwerksgigant BHP muss sich doch vor Gericht in London wegen des tödlichen Damm-Unglücks im Jahr 2015 verantworten. Das britische Berufungsgericht Court of Appeal hat die Klage nach jahrelangem juristischen Tauziehen jetzt zugelassen. BHP will prüfen, ob es dagegen Rechtsmittel einlegen wird. Das Londoner Verfahren dürfte deutlich teurer werden als die parallel stattfindenden Prozesse in Brasilien. Zu den Versicherern von BHP soll die Allianz gehören.

R+V: So viele Großschäden wie nie zuvor

Das schwere Hochwasser an Erft und Ahr im vergangenen Jahr hat die R+V rund 730 Mio. Euro gekostet. 420 Mio. Euro sind davon schon an Kunden ausbezahlt, meldet der Versicherer. Die Flutkatastrophe wird den Anbieter aber noch lange beschäftigen, der Versicherer verzeichnete so viele Großschäden wie nie zuvor. Der Wiederaufbau der zerstörten Gebäude wird noch Jahre dauern.

Warburg Pincus will Blau Direkt übernehmen

 Exklusiv  Die US-amerikanische Private Equity-Firma Warburg Pincus will beim Maklerpool Blau Direkt einsteigen. Der Finanzinvestor beabsichtigt, die Mehrheit an dem Lübecker Unternehmen zu erwerben, haben die Unternehmen beim Bundeskartellamt angemeldet. Zu den Hintergründen ist bislang wenig bekannt. Maklerpools und Makler sind bei Private Equity-Unternehmen aktuell sehr beliebt. Die Entscheidung für den Verkauf könnte bei Blau Direkt damit zusammenhängen, dass die Investmentfirma HG Capital nach der Übernahme von Fonds Finanz angekündigt hatte, einen europäischen Superpool aufbauen zu wollen.

Lloyd’s bleibt im ikonischen Hauptsitz

Das berühmte Gebäude in der One Lime Street und der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London gehören für viele Londoner zusammen. Im Zuge der Corona-Pandemie schien es dennoch möglich, dass der Marktplatz in ein kleineres Gebäude umzieht – so reibungslos war der Übergang ins Homeoffice gelaufen. Nun steht fest: Lloyd’s wird nicht vorzeitig umziehen und verhandelt sogar über eine Verlängerung des Vertrages, berichtet die FT.

Allianz X wird Investor bei Coalition

 Exklusiv  Die Allianz scheint ganz begeistert vom US-amerikanischen Start-up Coalition zu sein. Nachdem der Münchener Versicherer bereits eine enge Kooperation mit dem Cybersicherheitsexperten geschlossen hat, investiert er auch in das junge Unternehmen. Der Investmentarm Allianz X ist einer der führenden Investoren der aktuellen 250 Mio. Dollar schweren Finanzierungsrunde. Die Allianz könnte dabei von den Expansionsplänen von Coalition profitieren.

Deutsche Versicherer verlieren an Relevanz

Sieben Mal so viele Deutsche wie noch vor einem Jahr halten Versicherungen für sich und ihren Lebensstil für nicht relevant. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Softwareanbieters Guidewire. Experten hatten bei der Vorstellung der Ergebnisse auch eine Erklärung für diese schlechten Zahlen. Demnach sind die Werbekampagnen der Versicherer mitverantwortlich. Das könnte allerdings auch Vorteile haben. Gute Nachrichten gibt es bei den Preisen und der Schadenbearbeitung.

Warum Altersvorsorge ohne Garantien geht

Der Aufbau einer kapitalgedeckten Altersvorsorge ist auch ohne Garantien möglich, ja, die Garantie nutzt nichts. So argumentierte Professor Oskar Goecke auf einer Veranstaltung der TH Köln. Dominique Löbach von der Zurich beschrieb dagegen, wie bei der Zurich die Preise für die Garantie auf fondsgebundene Policen gefunden werden. Preise wollte er nicht nennen, das sei Geschäftsgeheimnis.

AGCS: Inflation wird Rolle bei Erneuerung spielen

 Exklusiv  Die hohe Inflation stellt die Industrieversicherer vor Herausforderungen. Sie schlägt sich direkt in den Schadenzahlungen nieder. Deshalb werden die Preissteigerungen bei den kommenden Erneuerungsgesprächen mit den Kunden eine Rolle spielen, kündigte Hans-Jörg Mauthe, Zentral- und Osteuropachef von Allianz Global Corporate & Specialty, im Interview mit dem Versicherungsmonitor an. Die Ziele des Versicherers für dieses Jahr sieht er aber nicht in Gefahr. Die Restrukturierung der Allianz-Tochter sei zu 95 Prozent erledigt.

DEVK droht der Stadt Köln

Der Kölner Versicherer DEVK plant seit einigen Jahren, eine neue Zentrale in Köln zu bauen. Aber die Verhandlungen mit der Stadt gestalten sich zäh. Nun reicht es dem Versicherer, der kommendes Jahr sein 70. Jubiläum in Köln feiern könnte. Die DEVK droht, aus der Stadt wegzuziehen. Die Stadt Köln sieht den Standort grundsätzlich als geeignet an. Nur die Höhe des geplanten Turms könnte ein Problem werden.

HUK-Coburg steigt bei Pitstop ein

Die HUK-Coburg, der deutsche Marktführer in der Kfz-Versicherung, baut sein Ökosystem Auto kräftig aus. Die Coburger sichern sich 25,1 Prozent an der Werkstattkette Pitstop und bieten künftig Autofahrern in über 300 weiteren Werkstätten preisgünstige Dienste an. Damit kommt das Autoservice-Netz der HUK auf insgesamt 450 Werkstätten in mehr als 200 Städten.

Adesso wird Abwickler, Axa verkauft an Athora

Viel Bewegung bei der Abwicklung von Lebensbeständen: Der Softwareanbieter Adesso bietet eine eigene Abwicklungsplattform und hat auch schon einen Kunden gefunden. Die Frankfurter Leben, die eigentlich mit der Allianz-Tochter Syncier zusammengearbeitet hat, braucht einen neuen Anbieter, nachdem die Allianz-Führung das Geschäftsmodell der Syncier eingestampft hat. In einer separaten Entwicklung deutet sich an, dass Athora einen Altbestand der Axa Deutschland kauft. Dafür braucht Athora auch Hilfe bei der IT. Ein möglicher Dienstleister wäre Thipara, die Tochter von Ergo und IBM.

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