In zehn Jahren dürfte der dynamisch wachsende Schaden- und Unfallversicherungsmarkt in der Asien-Pazifik-Region an Westeuropa vorbeigezogen sein und sich als Nummer zwei hinter Nordamerika positioniert haben, prognostiziert McKinsey in einer aktuellen Studie. Eine weitere These: Das Schaden- und Unfallgeschäft ist und bleibt ein regionales Geschäft. Inländische Versicherer erzielen in den allermeisten Ländern höhere Beitragseinnahmen und sind rentabler als ihre ausländischen Wettbewerber. Außerdem wagt McKinsey einen Ausblick, welche Geschäftsbereiche nach der Corona-Pandemie zu den Gewinnern und welche zu den Verlierern zählen werden.
Nachrichten
Generali sieht sich nicht als Übernahmeziel
Der italienische Versicherer Generali sieht sich nicht als Ziel einer feindlichen Übernahme. Das geht aus den Antworten des Unternehmens aus Triest (im Bild das Rathaus) auf Fragen von Aktionären hervor, die im Vorfeld der Hauptversammlung in der kommenden Woche gestellt wurden. Offenbar befürchten einige Anteilseigner, dass die Axa einen Versuch zur Übernahme unternehmen könnte – und betrachten Generali-Konzernchef Philippe Donnet mit einigem Misstrauen, da der Franzose lange für die Axa in führenden Positionen gearbeitet hat.
Restschuldversicherer wollen besseres Image
Die Anbieter von Restschuldpolicen wollen mit einer „freiwilligen Selbstverpflichtung“ das Image dieser höchst umstrittenen Versicherungen aufpolieren. 23 Unternehmen haben sich der Initiative bereits angeschlossen. Die Selbstverpflichtung gehe über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus, betont der GDV. Kunden sollen beispielsweise grundsätzlich eine Widerrufsfrist von 30 Tagen erhalten. Zudem werden Abschluss- und Verwaltungskosten einer Police ohne Stornoabschlag anteilig auf die neue Police angerechnet, wenn ein stornierter Kreditvertrag direkt durch einen neuen ersetzt wird. Vorgaben zur Höhe der Provisionen enthält das Regelwerk allerdings nicht.
DER Touristik verlässt DRS
Die Rewe-Tochter DER Touristik hat einen neuen Insolvenzschutzversicherer. Sie wechselt vom Deutschen Reisepreis-Sicherungsverein (DRS) zur R+V. Damit ist die TUI das einzig verbleibende Mitglied des Vereins, der in den 90er Jahren als Branchenlösung gegründet worden war. Die von der Finanzaufsicht BaFin geforderte Eigenmittelerhöhung beim DRS auf 110 Mio. Euro muss der von der Corona-Krise arg gebeutelte Reisekonzern damit auch ganz allein stemmen. Der Betrag dürfte nicht das Ende der Fahnenstange sein.
Rückversicherungstreffen in Monte Carlo abgesagt
Erstmals in seiner 63-jährigen Geschichte fällt das Rückversicherungstreffen in Monte Carlo in diesem Jahr aus. Nachdem die drohende Absage schon in Marktkreisen die Runde gemacht hatte, ist nun die offizielle Mitteilung des Veranstalters gekommen. Das Rendez-Vous de Septembre findet wegen der Corona-Krise nicht statt. Rück- und Erstversicherer müssen nun neue Wege finden, um ihre Vertragsverhandlungen zu führen. Die Wochen des Homeoffice haben die Branche dafür bereits gewappnet, glaubt die Hannover Rück.
Stefan Lippe ist gestorben
Der bekannte Rückversicherungsmanager Stefan Lippe ist mit 64 Jahren an den Folgen des Covid-19-Virus gestorben. Das melden Schweizer Zeitungen. Lippe war einst einer der jüngsten Vorstandschefs in der deutschen Assekuranz und leitete später in einer schweren Krise die Swiss Re. Zuletzt war er im Verwaltungsrat der Axa tätig und selber als Unternehmer aktiv.
Britische Versicherungsbranche fürchtet um Ansehen
Seit Wochen ist eine Reihe von britischen Versicherern ausschließlich mit ihrer Weigerung, bei Betriebsunterbrechung zu zahlen, in den Schlagzeilen. Jetzt drohen erste Sammelklagen. Branchenvertreter mahnen, dass die Gesellschaften zumindest ihre Kommunikation anpassen sollten, um nicht ihre Reputation in Gefahr zu bringen.
Allianz Direct-Expansion durch Corona verzögert
Die Corona-Krise macht der Allianz einen Strich durch die Rechnung, was den Start ihres neuen paneuropäischen Direktversicherers in Italien betrifft. Statt im Mai soll Allianz Direct den Betrieb in dem stark vom Corona-Virus betroffenen Land nun erst im Oktober aufnehmen, sagte Unternehmenschef Bart Schlatmann im Bloomberg-Interview. Spanien soll 2021 nachziehen. In Deutschland und den Niederlanden ist Allianz Direct bereits seit Ende 2019 mit einer digitalen Kfz-Police am Markt. Trotz der Beeinträchtigungen durch das Corona-Virus sollen bald weitere Policen folgen.
Lloyd’s-Chef: Corona ist teuerster Schaden aller Zeiten
John Neal, Chef des Londoner Versicherungsmarktes Lloyd’s, rechnet angesichts der Corona-Krise mit heftigen Auswirkungen auf die Branche. Es werde wahrscheinlich das teuerste Ereignis, mit dem die Versicherungswirtschaft je zu kämpfen hatte, sagt er im Interview mit der Financial Times. Die Pandemie stelle Ereignisse wie Hurrikan Katrina und die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den Schatten. Versicherer würden nicht nur mit immensen Schadenaufwendungen konfrontiert, sondern auch mit der Rückzahlung von Prämien, so Neal. Er rechnet mit immensen Verlusten in Milliardenhöhe.
Assekurata: Basistarif nur Ultima Ratio
Die Ratingagentur Assekurata begrüßt die von der Bundesregierung geplanten Erleichterungen für Privatversicherte, die wegen der Corona-Krise in den Basistarif wechseln müssen. Die Maßnahme sollte aber zeitlich begrenzt werden, empfiehlt Analyst Gerhard Reichl. Der Basistarif sei nur eine Notlösung, zu der es bessere Alternativen gebe. Nach der Erfahrung von Assekurata sind die privaten Krankenversicherer bislang flexibel im Umgang mit den Nöten von Kunden. Die Agentur gibt interessante Einblicke zur Bedeutung des Basistarifs in der Branche.
Corona: Mehr Zeit für Projekte
Exklusiv Bei HDI Global, dem Industrieversicherer des Talanx-Konzerns, arbeiten wegen der Corona-Krise 95 Prozent der 3.700 Mitarbeiter im Homeoffice. Chef Edgar Puls berichtet im Interview, wie das Unternehmen die Kommunikation mit allen Mitarbeitern aufrechterhält, wieso jetzt mehr Zeit ist, um Projekte voranzubringen, und mit welchen Auswirkungen er persönlich am meisten kämpft. Außerdem erklärt er, warum jetzt die Stunde der Risikomanager gekommen ist und welche anderen positiven Seiten die Pandemie hat.
Munich Re versichert Energiespeicher
Exklusiv Die Munich Re versichert erstmals Batteriespeicheranlagen, die im Zuge der Energiewende an Bedeutung gewinnen. Der Hersteller Smart Power aus Feldkirchen ist der erste Kunde. Die Police greift, wenn Maßnahmen zur Sicherung der Leistungsfähigkeit der Lithium-Ionen-Anlagen den Selbstbehalt überschreiten. Auch der entgangene Umsatz durch den Ausfall einer Anlage lässt sich absichern. Kalkulierbar wird das Risiko, weil eine schlaue Analysesoftware für die nötige Transparenz sorgt.
KMU: Wenig Cyberdeckungen trotz Angst
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) fürchten sich am meisten vor Hackerangriffen, doch nur die wenigsten schützen sich dagegen, indem sie eine Cyberversicherung abschließen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Gothaer. Vor allem kleine Unternehmen sind beim Abschluss einer entsprechenden Police zurückhaltend. Laut der Studie sind es eher die größeren mittelständischen Firmen, die eine Cyberdeckungen besitzen. Der Preis spielt beim Kauf eine entscheidende Rolle.
PKV will für Zolgensma zahlen
Die privaten Krankenversicherer (PKV) wollen die Kosten für die Behandlung mit Zolgensma übernehmen, einer Gentherapie für Kinder, die an Spinaler Muskelathropie erkrankt sind. Es soll 2 Mio. Euro kosten und gilt als das teuerste Medikament der Welt. Der PKV-Verband hat einen entsprechenden Versorgungsvertrag mit der Novartis-Tochter Avexis abgeschlossen. Die einzelnen Unternehmen müssen dem Rahmenvertrag noch beitreten, der auch den Beihilfeträgern offensteht.













