Meinung am Mittwoch Die Versicherungsbranche wandelt sich rasant. Wer fachlich und technologisch nicht am Ball bleibt läuft Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Auch diejenigen, die keine „Digital Natives“ sind, müssen einen leichten Zugang zu neuen digitalen Anwendungen und künstlicher Intelligenz erhalten. Vor diesem Hintergrund müssen Unternehmen lebenslanges Lernen fördern und dafür Weiterbildung aktiv ermöglichen – nicht nur als Pflichtprogramm, sondern als integraler Bestandteil der Unternehmenskultur.
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Bald geht nichts mehr ohne Agenten
Exklusiv Um den Einsatz von KI-Agenten kommt kein Versicherer herum, davon ist der KI-Experte Maximilian Vogel überzeugt. Im Interview erklärt er, wie schnell die Implementierung in der Branche kommen muss und welche Vorteile Agenten gegenüber generativer künstlicher Intelligenz (KI) haben. Agenten im Einsatz haben außerdem gezeigt, dass die KI manchmal allzu menschlich reagiert – in anderen Fällen dagegen gebremst werden muss, um menschlicher zu erscheinen.
Ungemach für Rückversicherungseinkäufer
Mithilfe von proportionalen Rückversicherungen können Erstversicherer Rückversicherer an ihren Risiken beteiligen, dafür erhalten sie eine Provision. Nach dem Willen der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa müssen sie die Provision künftig bei der Berechnung ihres sogenannten Prämienrisikos unter Solvency II berücksichtigen, warnt der Berater MSK. Das würde die Risikokapitalanforderungen der Erstversicherer in die Höhe treiben. Abhilfe könnte der unternehmensspezifische Parameter bei der Berechnung des Risikofaktors schaffen.
Allianz: Wie die Branche von Krisen profitieren kann
Geopolitische Risiken, die Alterung der Gesellschaft und der Klimawandel könnten sich in den kommenden zehn Jahren positiv auf das europäische Versicherungsgeschäft auswirken, erwartet die Allianz. Immer teurere Klimaschäden sowie der Boom bei den Verteidigungsausgaben könnten der Branche nutzen, und zwar in Form von höheren Prämieneinnahmen, schreibt der Versicherer in einem aktuellen Bericht. Auf lange Sicht sei die Branche jedoch mit der Rolle eines gesellschaftlichen Reparaturbetriebs überfordert.
KI: Die Branche lernt noch
Künstliche Intelligenz (KI) wird von vielen Versicherern eingesetzt. Trotzdem gibt es bezüglich der Technologie noch viele Unsicherheiten. Dabei geht es vor allem um Fragen zur Haftung und zum Datenschutz sowie darum, ob KI in Versicherungspolicen ausgeschlossen werden soll, zeigte eine Online-Veranstaltung des Versicherungsmonitors in Kooperation mit Hiscox. Versicherer müssen zudem weniger darauf schauen, was intern mit KI möglich ist, sondern auf Marktveränderungen und geänderte Kundenbedürfnisse eingehen.
Grund: Mehrwert von Solvency II überwiegt
Das Aufsichtsregime Solvency II sehen einige als nerviges Bürokratiemonster, das dringend entschlackt werden sollte. Frank Grund, ehemaliger Versicherungsaufseher der BaFin, widerspricht. „Es gibt zusätzliche Bürokratie durch das Regime, aber für mich überwiegt eindeutig der Mehrwert“, sagte er bei einer Konferenz der aktuariellen Beratungsgesellschaft MSK in Köln. Dazu zählen unter anderem ein besseres Verständnis und Management der Risiken. Auch die vielfältigen Berichtspflichten haben ihre Berechtigung, glaubt Grund.
Stimmung bei Versicherern wird schlechter
Die Versicherungswirtschaft blickt nicht mehr so optimistisch in die Zukunft wie noch vor einigen Monaten. Wirtschaftliche Unsicherheiten haben dafür gesorgt, dass sich das Geschäftsklima deutlich eingetrübt hat. Das ist ein Ergebnis einer Umfrage des Ifo-Instituts im Auftrag des Versicherverbandes GDV. Vor allem die Lebensversicherer blicken pessimistisch in die Zukunft, in der Schaden- und Unfallversicherung gibt es hingegen Lichtblicke.
Die Zukunft gehört den Brückenbauern
Digitaler Dienstag Die Versicherungsbranche ist geprägt von monolithischen Strukturen, die in der Vergangenheit Stabilität sicherten, aber auch zu struktureller Trägheit führten. Aufgrund der sich ändernden Rahmenbedingungen müssen die Versicherer ihre Wertschöpfung überdenken und sich in der vernetzten Welt von ihrer Rolle als Einzelkämpfer verabschieden. Denn: Die Zukunft gehört nicht den Burgbesitzern, sondern den Brückenbauern.
MSK sieht Kfz-Sparte im Aufwind
Die Kfz-Versicherer werden in diesem Jahr deutlich schwarze Zahlen schreiben. Davon zeigt sich Ralf Assenmacher von der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) bei einer Konferenz in Köln überzeugt. Die Prognosen des Unternehmens fallen optimistischer aus die anderer Experten. Der Berater rechnet mit einem positiveren Schadenverlauf, prognostiziert aber auch neue Rekordwerte bei der Erhöhung der Durchschnittsbeiträge.
Handelskonflikt macht Schiffsversicherern Sorgen
Die Zahl der Totalverluste großer Schiffe ist im vergangenen Jahr zurückgegangen, hat der Industrieversicherer Allianz Commercial beobachtet. Auch bei Bränden auf Containerschiffen und Autotransportern habe es Fortschritte gegeben, schreibt der Versicherer in seinem jährlichen Bericht zur Schifffahrt. Dafür erhöht der Handelskonflikt zwischen den USA und China die Risiken für die Branche. Auch die wachsende Schattenflotte beunruhigt den Versicherer.
Demografie und Digitalisierung fordern die Branche
Die Versicherungsbranche steht vor einem grundlegenden Wandel: Demografischer Druck, fehlender Nachwuchs und der schleppende Einsatz neuer Technologien bringen zentrale Bereiche wie Kapitalanlage und IT an ihre Grenzen. Eine neue Studie von V.E.R.S. Leipzig und Roland Berger zeigt, wo die größten Engpässe entstehen und welche Strategien erforderlich sind, damit die Branche auch in Zukunft gut funktioniert.
Sachversicherer ächzen unter Schadenlast
Der Schadenaufwand der deutschen Schaden- und Unfallversicherer hat sich seit der Ahrtal-Katastrophe nicht mehr auf das frühere Volumen eingependelt, sondern endgültig vom langjährigen Trend entkoppelt, berichtet die Ratingagentur Assekurata. 2024 haben die Gesellschaften mehr als 70 Mrd. Euro an Leistungen ausgezahlt. Setzt sich die Entwicklung fort, könnten sich die Anbieter bis zum Ende dieses Jahrzehnts auf ein jährliches Schadenvolumen von mehr als 85 Mrd. Euro einstellen.











