Der Krieg in der Ukraine hat bisher nicht zu der befürchteten Welle an Cyberattacken geführt, die Risikolage in der Cyberversicherung bleibt durch den Konflikt aber angespannt. Sollte es zu Cybervorfällen in großem Umfang kommen, befürchtet die Ratingagentur Moody’s massive Unklarheiten und langwierige rechtliche Auseinandersetzungen beim Thema Kriegsausschluss. Die Vertragsklauseln seien noch nicht bei allen Anbietern und in allen Bereichen standardisiert. Problematisch sei auch die uneinheitliche Definition von „Cyberterrorismus“, der bei einigen Verträgen trotz eines vorhandenen Kriegsausschlusses versichert wäre.
Rückversicherer
Swiss Re: Daten bringen den Umbruch
Die Nutzung von Daten ist in der Versicherungsbranche längst nicht mehr nur ein Thema für die IT-Abteilung. Davon ist der Rückversicherer Swiss Re überzeugt. Im Gegenteil: Aktuell sind Daten der Treiber für fundamentale Veränderungen in der Wertschöpfungskette, sagte Pravina Ladva, Group Chief Digital und Technology Officer, bei einer Veranstaltung. Besonders sichtbar ist das bei der Lieferkette. Die Swiss Re macht sich das bei einer neuen Plattform zunutze.
Starkes Wachstum, große Rückversicherungspläne
Der Kölner Versicherer DEVK hat seine Beitragseinnahmen im vergangenen Jahr um 5,1 Prozent auf 4,1 Mrd. Euro gesteigert. Deutlich zulegen konnte das Unternehmen in der aktiven Rückversicherung, die laut Vorstand Bernd Zens (Bild) auch perspektivisch als Hauptwachstumstreiber fungieren soll. Tief „Bernd“ und andere Naturkatastrophen haben die DEVK spürbar getroffen, allerdings profitierte sie von umfangreichem Rückversicherungsschutz beziehungsweise einer deutlichen Entlastung durch Retrozession in der eigenen Rückversicherung.
Ausweg aus der Cyberkrise gesucht
Die Zukunft der Cyberversicherung ist angesichts der aktuellen Krise mit steigenden Prämien und sinkenden Kapazitäten ungewiss. Darin waren sich Maya Bundt vom Rückversicherer Swiss Re und Eric Schuh vom Digitalversicherer Element auf einer Veranstaltung in Berlin einig. Schuh warb für mehr Gestaltungswillen der Branche, um von den Wachstumschancen zu profitieren. Wichtig sei es, Standards zu setzen.
Howden kauft Rückversicherungsexpertise ein
Die britische Maklergruppe Howden baut ihr Know-how weiter aus. Nachdem sich das Unternehmen bereits Expertise im Privatkunden- und Gewerbegeschäft eingekauft hat, kommt mit dem US-Spezialisten Tiger Risk nun die Rückversicherung hinzu. Künftig soll Tiger Risk als Howden Tiger auftreten. Der Zukauf ist auch Teil der neuen Strategie, die Position der Tochter-Gesellschaft Dual auf dem amerikanischen Markt zu stärken.
Kohleversicherer: Die letzten ihrer Art
Betreiber von Kohlekraftwerken stehen zunehmend vor dem Problem, ihre Anlagen nicht mehr versichern zu können. Denn die großen Versicherungsgesellschaften haben neue Klimastrategien entwickelt und ziehen sich nach und nach aus der Deckung fossiler Brennstoffe zurück. In die Lücke springen kleinere, unerfahrene Anbieter oder Nischenversicherer. Ein aktueller Bericht von Klimaaktivisten zeigt am Beispiel des koreanischen Energieanbieters Kepco und dessen Versicherungsverträgen für Kohlekraftwerke, welche Versicherer nach wie vor bereit sind, solche Projekte zu versichern – und nennt Namen.
Ergo Versicherung mit neuer Privatkunden-Vorständin
Leute – Aktuelle Personalien Feriha Zingal-Krpanic (Bild) ist neue Vorständin bei der Ergo Versicherung AG, dem Schaden- und Unfallversicherer der Ergo. Außerdem: Der Abwicklungsspezialist Darag hat Alexander Roth zusätzlich zu seiner Rolle als Chef der Europa-Einheit zum Global Head of Mergers & Acquisitions ernannt. Wefox holt Hanna Jacobsson in den Aufsichtsrat. Und bei der Generali kehrt keine Ruhe in den Verwaltungsrat ein.
Neuer Signal Iduna-Lebensversicherer startet gut
Nachhaltigkeit spielt in der Gesellschaft und damit auch bei Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Bei der Signal Iduna trägt das entscheidend zum Erfolg der neuen Lebensversicherungs-AG bei, berichtete Vertriebsvorstand Torsten Uhlig auf der Bilanzpressekonferenz. Besonders in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) habe dieses Thema die Nachfrage in den ersten fünf Monaten deutlich gesteigert. 2022 wird das erste Jahr sein, in dem der Versicherer nicht in die Zinszusatzreserve einzahlen muss.
Rekordbelastung für Schaden- und Unfallversicherer
Die Schaden- und Unfallversicherer in Deutschland haben das vergangene Jahr wegen der hohen Elementarschadenbelastung, aber auch durch einen Anstieg der übrigen Schäden mit roten Zahlen abgeschlossen. Die Verschlechterung der Schaden- und Kostenquote von 90,7 Prozent im Jahr 2020 auf 102 Prozent stellt den ersten versicherungstechnischen Verlust seit 2013 dar. 2022 könnte wegen der Inflation und einer weiterhin hohen Schadenbelastung erneut herausfordernd werden, erwartet die Ratingagentur Assekurata. In der Wohngebäude- und in der Kfz-Sparte droht eine deutliche Beitragsanhebung.
SV kauft Luxemburger Rückversicherer
Die Stuttgarter Sparkassenversicherung setzt für ihren Rückversicherungsschutz in Zukunft auch eine eigene Captive ein. Dafür hat das Unternehmen eine Luxemburger Gesellschaft übernommen. Von der Rückversicherungs-Captive erhofft die SV sich einen besseren Ausgleich der Schwankungen bei den Ergebnissen. Als großer Gebäudeversicherer in einem besonders sturmgefährdeten Gebiet ist die SV ein großer Einkäufer von Rückversicherung.
Die Versicherer und das Ölpuzzle
Der Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s hat am Donnerstag bestätigt, dass er – wie berichtet – künftig kein russisches Öl auf Schiffen mehr versichert. Die EU und Großbritannien haben sich darauf verständigt, die Versicherung von Ölladungen zu verbieten. Damit wollen sie verhindern, dass Russland sein durch Sanktionen aus Europa ausgesperrtes Öl an Drittländer verkauft. Für die Versicherer wird die Einhaltung der Regel extrem kompliziert, vor allem deshalb, weil die Herkunft von Öl nicht immer eindeutig ist. Unabhängig davon gibt die erste Gesellschaft in London das Geschäft mit politischen Risiken auf.
„Die PKV ist in meinem Herzen“
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach setzt auf die konstruktive Zusammenarbeit mit der privaten Krankenversicherung (PKV). Auf der PKV-Jahrestagung in Berlin unterstrich er die wichtige Rolle der Branche für das Gesundheitssystem. Den Einsatz der PKV für die Bewältigung der Corona-Pandemie wisse er zu schätzen, sagte Lauterbach. Er sicherte erneut zu, den Vorschlag für eine neue Gebührenordnung für Ärzte wohlwollend prüfen zu wollen.
Munich Re vermarktet CO2-Zertifikate
Zusammen mit dem Heiz-, Lüftungs- und Klimatechnikunternehmen Vaillant Group will die Munich Re in Costa Rica rund 1.000 Hektar mit neuen Bäumen bepflanzen. So wollen die beiden Unternehmen ihre CO2-Bilanz verbessern. Vermittelt wurde das Projekt über die neu gegründete Munich Re-Tochter Tree Trust. Mit ihr will der Rückversicherer in den Handel mit CO2-Zertifikaten einsteigen.
Guter Jahresauftakt für Industrie- und Rückversicherer
Die globalen Industrie- und Rückversicherer haben in den ersten drei Monates des laufenden Jahres weiter von steigenden Preisen profitiert, zudem war die Schadenbelastung schwächer als im ersten Quartal 2021. Das zeigt ein aktueller Bericht des Rückversicherungsmaklers Gallagher Re, der regelmäßig Versicherer mit nennenswertem Industrie- und Rückversicherungsgeschäft unter die Lupe nimmt. Die fallenden Aktienmärkte haben jedoch die durchschnittliche Eigenkapitalrendite deutlich gedrückt, außerdem haben die steigenden Zinsen zu einem Abschmelzen des Eigenkapitals geführt.













