Der Kölner Versicherer Gothaer sieht sich auf gutem Weg, die geplante Fusion mit der Barmenia bis Ende 2024 abgeschlossen zu haben. Derzeit befinden sich beide Unternehmen in der Due Diligence-Phase, in der mögliche Risiken für den Zusammenschluss geprüft werden. Außerdem arbeiten die Gremien derzeit an der künftigen Konzernkonstruktion – wobei vor allem die beiden Krankenversicherer im Fokus stehen. Mit dem Gesamtjahr 2023 zeigte sich Vorstandschef Oliver Schoeller trotz zahlreicher Herausforderungen zufrieden.
Versicherer
Eiopa macht sich keine Sorgen um Liquidität
Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa macht sich keine großen Sorgen um die Liquidität der Versicherer, auch wenn diese sich im vergangenen Jahr verschlechtert hat. Das geht aus dem Finanzstabilitäts-Bericht der Behörde hervor. Da die Zahl der Unternehmen aber leicht gestiegen sei, die Maßnahmen wie den Verkauf von Vermögenswerten ergreifen mussten, um ihre Mittelabflüsse zu decken, hält die Behörde eine weitere Überwachung für nötig.
Versicherer sind mit 3 Mrd. Euro bei Signa investiert
Mehr als eine Handvoll deutscher Versicherer sind mit einer Gesamtsumme von mehr als 3 Mrd. Euro beim insolventen Firmennetzwerk Signa von René Benko investiert. Etwa ein Drittel dieser Summe soll nicht mit Sicherheiten gedeckt sein, berichtet die Financial Times nach Durchsicht ihr vorliegender Dokumente und unter Berufung auf mit dem Vorgang betraute Personen. Die Finanzaufsicht gibt aber Entwarnung.
Petros Papanikolaou wird Müller-Nachfolger bei AGCS
Leute – Aktuelle Personalien Die Allianz hat einen Nachfolger für Joachim Müller gefunden, Vorstandschef des Industrieversicherers AGCS, der den Konzern zum Jahresende verlässt: Petros Papanikolaou (Bild), derzeit CEO Central Europe der Allianz Gruppe, übernimmt die Aufgabe. Seine Nachfolgerin wird Nina Klingspor, aktuell Vorstandschefin der Allianz Private Krankenversicherung. Klingspors Nachfolger kommt aus eigenen Reihen.
Allianz Deutschland hat höchste Digitalkompetenz
Die Allianz Deutschland ist erneut als deutscher Versicherer mit der größten Digitalkompetenz ausgezeichnet worden. Der österreichische Unternehmensberater Finnoconsult hat gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen V.E.R.S Leipzig untersucht, wie es um die digitale Reife der Versicherer bestellt ist. Dabei konnten die Häuser mit ihren Websites punkten, offenbarten aber Lücken bei der Online-Schadenmeldung.
Pflichtlektüre mit Schwächen
Die Ratingagentur Assekurata sieht Verbesserungsbedarf bei den erstmals von Lebensversicherern veröffentlichten PAI-Berichten zu wesentlichen nachteiligen Auswirkungen der Kapitalanlage in Bezug auf bestimmte Nachhaltigkeitsindikatoren. Die Datenlage sei teils dünn, ein Vergleich der Veröffentlichungen schwierig, kritisieren die Analysten, die sich für mehr Standardisierung einsetzen. Trotz der Schwächen sollten sich die Vermittler mit den Berichten beschäftigen, empfiehlt Assekurata.
Posse um DEVK-Neubau geht in die nächste Runde
Die Posse um den geplanten Neubau der DEVK am Kölner Rheinufer ist um eine weitere Episode reicher. Der angeblich zwingend für das Personal benötigte Büroturm, der nach Angaben der Weltkulturorganisation Unesco den Status des Kölner Doms als Weltkulturerbe bedroht, wird nun doch nicht so dringend gebraucht. Der Vorstandsvorsitzende des Kölner Versicherers Gottfried Rüßmann sagte in einem Podcast des Kölner Stadt-Anzeigers, dass es sich bei den Bezugsplänen um Gerüchte handele.
Terminstress vor Weihnachten
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: erste Jahresabschlussgespräche der Versicherer, eine Eiopa-Konferenz zum Thema Sustainable Finance und das Jahresmediengespräch des GDV
2024 wird schwierig für Schaden- und Unfallversicherer
Die Ratingagentur Moody’s prognostiziert den Schaden- und Unfallversicherern ein schwieriges Jahr 2024. Die Gründe dafür sind die zwar abflauende, aber trotzdem hohe Inflation sowie mehr Schäden durch Naturkatastrophen. Außerdem müssen viele Erstversicherer wegen der Zurückhaltung der Rückversicherer mehr Risiken selbst tragen. In Deutschland verhindere derweil die starke Konkurrenz unter den Schaden- und Unfallversicherern notwendige Preiserhöhungen.
Bericht: Axa will Geschäftssegment in Europa loswerden
Der Axa-Konzern prüft laut Medienberichten den Verkauf des sogenannten Protection Business in Teilen Europas. Darunter fallen unter anderem Policen gegen Erwerbsminderung, schwere Krankheiten oder auch Restschuld. Axa wollte das nicht kommentieren. Unwahrscheinlich scheint es aber nicht, denn der Versicherer hat ein ähnliches Portfolio bereits in Großbritannien verkauft.
Oletzky: „Ich rate dazu, Insurtechs ernst zu nehmen“
Insurtechs sind nicht tot, meint Torsten Oletzky, ehemaliger Ergo-Chef und heute Professor an der Technischen Hochschule Köln. Sie sollten Lösungen für Kunden produzieren und nicht vor allem Stories für Investoren. Oletzky sprach beim jüngsten Breakfast Briefing, der Kurzkonferenz des Versicherungsmonitors. Dabei ging es auch um Wefox, die Rolle der BaFin bei Start-ups und die Probleme traditioneller Vertriebsformen, vor allem mit dem Nachwuchs. Oletzkys Vortrag inklusive der anschließenden Diskussion zeigen wir im Video.
Wie die Pflegeversicherung stabilisieren?
Die langfristige Finanzierung der Pflegeversicherung ist auch nach der jüngsten Erhöhung des Beitragssatzes nicht sichergestellt. Darin waren sich Vertreter aus Politik und Privatwirtschaft in einer Diskussion des DIA-Instituts einig. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink warb für die Herauslösung bestimmter Kosten, etwa für die Ausbildung der Pflegekräfte. Ihre CDU-Kollegin Simone Borchardt sprach sich dagegen für einen Systemwechsel aus. Florian Reuther vom PKV-Verband machte sich für mehr Eigenvorsorge stark.
Lebensversicherer gehen stabil ins neue Jahr
Die Ratingagentur Moody’s sieht die Lebensversicherer für das kommende Jahr gut aufgestellt. Sie hat die Sparte weltweit mit einem stabilen Ausblick versehen. Für die insgesamt entspanntere Lage sind vor allem die steigenden Zinsen ausschlaggebend. Dass die Aussichten nicht besser sind, liegt an der immer noch hohen Inflation. Sie lässt die Nachfrage nach Lebensversicherungen sinken. Je nachdem, wie stark Zinsen und Inflation steigen, könnte Moody’s die Prognose korrigieren.
Versicherungsvereine schwächeln leicht
Im vergangenen Jahr haben Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit in Europa bei den Prämieneinnahmen gegenüber dem Gesamtmarkt leicht verloren. Die Vereine und Genossenschaften legten um 1,4 Prozent zu, der Gesamtmarkt um 1,5 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des europäischen Verbandes der Versicherungsvereine Amice und seines internationalen Pendants Icmif. In den vergangenen zehn Jahren haben die Gegenseitigkeitsversicherer allerdings insgesamt deutlich besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt.
IAIS warnt vor Folgen des Klimawandels
Die internationale Vereinigung der Versicherungsaufseher (IAIS) sieht erhebliche klimabedingte Risiken für die Versicherungswirtschaft. Etwa ein Drittel der Investitionen der Versicherer sind laut der Vereinigung potenziell vom Klimawandel betroffen. Dies geht aus dem Global Insurance Market Report 2023 hervor, der auf den Daten der rund 60 größten internationalen Versicherungsgruppen und Aufsichtsbehörden basiert.















