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S&P: Versicherer stolpern über Investitionsrisiken

Für den Großteil der Versicherer in Europa, im Nahen Osten und in Afrika werden die im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie entstandenen Verluste überschaubar bleiben. Ausgenommen davon sind Gesellschaften, die Reise-, Veranstaltungsausfall- oder D&O-Versicherungen anbieten. Zu diesem Ergebnis kommt die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P). Weitaus mehr werden die Versicherer mit der Volatilität ihrer Investitionsrisiken zu kämpfen haben, glauben die Analysten.

Wegweisendes Urteil zu Betriebsschließungsschäden

Das Landgericht (LG) Mannheim hat sich als erstes Gericht in die durch die Corona-Pandemie entstandene Debatte um die Betriebsschließungsversicherung eingeschaltet. Eine Unternehmerin, die insgesamt drei infolge der Corona-Krise geschlossene Hotels betreibt, wollte mit einer einstweiligen Verfügung Leistungen aus ihrer Betriebsschließungsversicherung durchsetzen. Auch wenn ihre Klage abgewiesen wurde, hat sich das Gericht insgesamt auf die Seite der Versicherungsnehmer gestellt. Fachanwälte gehen davon aus, dass viele weitere Urteile dieser Art folgen und die Gerichte überwiegend zugunsten der Kunden urteilen werden. Der Rechtsstreit vor dem LG Mannheim an sich ist allerdings höchst untypisch, ist in Juristenkreisen zu hören.

Provinzial Nordwest: 2019 top, 2020 Fragezeichen

Die Provinzial Nordwest hat im vergangenen Jahr in der Schaden- und Unfallversicherung so stark zugelegt wie noch nie zuvor in ihrer Geschichte. Auch sonst ist der öffentliche Versicherer zufrieden mit der Entwicklung, inklusive des ersten Quartals 2020. Zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Geschäft will sich der Konzern zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht äußern. Setzen sich die rückläufigen Schadenzahlungen in der Kfz-Versicherung fort, könnte sich das in den Prämien fürs nächste Jahr niederschlagen.

Provisionsabgabeverbot vor Gericht

 Exklusiv  Zwei Unternehmen kämpfen derzeit auf unterschiedlichen Wegen vor Gericht für die Abschaffung des Provisionsabgabeverbotes. Der Vermittler Tippgeber und der Makler Gonetto lassen sich von den bisherigen rechtlichen Entscheidungen nicht abschrecken. Sie sind bereit, für ihr Anliegen bis vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen – wenn das Geld dafür reicht.

Moneymeets macht mehr Geschäft in der Krise

 Exklusiv  Das Insurtech Moneymeets will die Finanzberatung digitalisieren. Der Onlinemakler definiert sich als Technologieanbieter von Robo-Advisor-Lösungen und bietet Banken und Versicherern einen digitalen Versicherungsordner an. Die Kölner spüren die Krise, dennoch läuft es für die Digitalisierer gut. „Wir machen mehr Geschäft als vorher, weil die Digitalisierung in Zeiten von Corona in der Finanzindustrie durchschlägt“, sagt Moneymeets-Mitgründer Johannes Cremer im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Trotz des Ausnahmezustands laufen mit Versicherern und Banken Gespräche über Kooperationen. Für Insurtechs und Fintechs, die auf Endkunden zielen, sieht Cremer durch die Krise getrübte Zukunftsaussichten.

Meine digitale Kunstsammlung

Der junge Kunstversicherer Arte Generali hat seine App zur Verwaltung und Online-Bewertung von Sammelstücken auf den deutschen Markt gebracht. Weitere Funktionen sollen in Zukunft folgen, darunter die Möglichkeit zur Schadenmeldung. Die Technologie soll das Leben der Kunden erleichtern – und Arte Generali dabei helfen, die Wachstumsziele zu erreichen. Die Gesellschaft hat sich vorgenommen, bis 2023 auf Beitragseinnahmen von 100 Mio. Euro zu kommen.

Axa kooperiert mit Hotel-Kette Accor

Gäste der weltweit aktiven Hotel-Gruppe Accor haben ab Juli Zugang zu den Gesundheitsdienstleistungen von Axa Partners, dem Assistance-Spezialisten des französischen Versicherers. Das sieht eine strategische Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen vor. Für die Axa ist die Zusammenarbeit ein weiterer Baustein in der Strategie, zum Gesundheitspartner der Kunden zu werden. Die Krankenversicherung gehört zu den Zukunftssparten, die der Versicherer ausbauen will.

Betriebsschließung trifft Öffentliche Braunschweig

Die Öffentliche Versicherung Braunschweig rechnet mit einem Schaden von rund 1,5 Mio. Euro durch die Betriebsschließungsschäden infolge der Corona-Krise. Aufgrund des speziellen Bedingungswerks in den Policen muss der kleine Sparkassenversicherer vollständig für die Schäden aufkommen und kann sich nicht der bayerischen Lösung anschließen, bei der die Versicherer nur 15 Prozent der Schadensumme zahlen. Theoretisch wäre ein Schadenvolumen von 2,5 Mio. Euro möglich. Mit dem vergangenen Geschäftsjahr ist der Regionalversicherer zufrieden, er hat den Umsatz und den Gewinn gesteigert. Für Belastungen sorgten die gestiegene Zuführung zur Zinszusatzreserve und die Stärkung der Pensionsrückstellung für die eigene Belegschaft.

Generali setzt auf parametrische Deckungen

Parametrische Versicherungen sind in der Branche viel diskutiert, haben aber noch nicht den Durchbruch geschafft. Der italienische Versicherungskonzern Generali will nun in der Industrie- und Gewerbeversicherung verstärkt auf solche Policen setzen und hofft, dass die Corona-Pandemie den Deckungen zu einer weiteren Verbreitung verhilft. Dafür hat Generali eine strategische Partnerschaft mit dem französischen Parametrie-Experten Descartes geschlossen. Zusammen wollen die Unternehmen Deckungen für Landwirtschaft, Nahrungsmittelhersteller, Energieproduzenten und Telekomunternehmen anbieten.

DFV legt beim Neugeschäft zu

Die Deutsche Familienversicherung (DFV) hat im ersten Quartal starkes Wachstum verbucht. Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen um 31,2 Prozent auf 36,4 Mio. Euro. Die Covid-19-Pandemie hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die operative Geschäftsentwicklung, sagte der Gründer und Vorstandsvorsitzende Stefan Knoll. Deutliche Verluste verbuchte das Unternehmen jedoch bei der Kapitalanlage. Das Neugeschäft lag über den Erwartungen der DFV, fiel jedoch geringer als im Vorjahr aus, da der Versicherer Anfang 2019 den Pflegezusatztarif Henkel Careflex gestartet hatte.

Waldstein wird Investmentchef bei Catalina

 Leute – Aktuelle Personalien   Philipp Waldstein ist der neue Group Chief Investment Officer des Abwicklungsspezialisten Catalina. Im Oktober vergangenen Jahres hatte Waldstein als Geschäftsführer des Vermögensverwalters der Munich Re, der Meag, nach nur zehn Monaten im Amt hingeschmissen. Außerdem: Irene Dorner folgt auf Stefan Lippe als Vorsitzende des Prüfungsausschusses der Axa. Lippe war im April an den Folgen des Covid-19-Virus verstorben. Das Technologieunternehmen Eucon schafft die neue Position des Director Portfoliomanagement und New Products. Birgit Köhler ist neue Partnerin für den Versicherungssektor bei Deloitte.

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