Versicherer
Neuer Risikotyp belastet Lloyd’s of London
Dem Londoner Versicherungsmarktplatz steigen Fassadenkletterer aufs Dach, mindestens 49 Personen waren es in den vergangenen fünf Jahren. Doch die Akrobatik am berühmten Büroturm soll nun ein Ende haben. Per gerichtlicher Verfügung will Lloyd’s das Beklettern der Zentrale in der Lime Street untersagen lassen. Das soll auch für das Verbreiten von Anleitungen und die Ermutigung Dritter zum Aufstieg über die sozialen Medien wie Youtube, Facebook oder Snapchat gelten.
Lebensversicherung: Harte Fronten im TV-Talk
Die ARD-Sendung „Hart aber Fair“ widmete sich am Montagabend dem Thema „Crash der Lebensversicherungen – Panikmache oder echte Gefahr?“ Moderator Frank Plasberg hatte Gäste aus Versicherungsbranche, Politik und Verbraucherschutz eingeladen. Doch die Fronten der Diskutanten waren verhärtet, die Meinungen klafften erwartungsgemäß weit auseinander. Wie steht es um die Branche, und was bedeutet das für die Lebensversicherten? Für die Fernsehzuschauer gab es viel Verunsicherung statt echter Erkenntnisse.
Aon Benfield: „Friederike“ kostet 1 Mrd. Euro
Vergangenen Donnerstag fegte Orkan „Friederike“ über weite Teile des Landes und verursachte in Deutschland versicherte Schäden in Milliardenhöhe. Das schätzt der Rückversicherungsmakler Aon Benfield. Mit der Provinzial Rheinland und der R+V Versicherung haben außerdem die ersten Versicherer Schadenschätzungen für das eigene Unternehmen abgegeben. Klar ist: „Friederike“ wütete zwar heftiger als „Kyrill“ im Jahr 2007, die Schäden werden aber auf jeden Fall niedriger ausfallen als damals.
R+V: Hoffnung auf den digitalen Bankvertrieb
Die R+V hängt am Schicksal der Genossenschaftsbanken, sie sind Eigner und wichtigster Vertriebskanal des Versicherers. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erläutert R+V-Chef Norbert Rollinger, wie er trotz Filialschließungen den Vertrieb über die Banken auf hohem Niveau halten will, warum die Gesellschaft trotz ihres ursprünglichen Ausstiegs aus dem Thema jetzt doch Telematik-Tarife anbietet und wieso die R+V ihm manchmal zu langsam ist. Rollinger erklärt auch, welche Rolle die beiden autonomen Busse spielen, mit denen die R+V unterwegs ist. Es handele sich keineswegs um einen Marketing-Gag, sagt er. Das ist eher der Fall beim Sponsoring für den Bundesligisten Schalke 04.
Kfz: Allianz verlangt Daten-Treuhänder
Die Allianz Deutschland verlangt von der Politik, einen Treuhänder für die Daten einzuführen, die Pkw erzeugen. Das sagte Vorstand Joachim Müller der Nachrichtenagentur dpa. Müller begründet den Vorstoß mit der Notwendigkeit, nach Unfällen festzustellen, ob Fahrer oder Technik verantwortlich sind. Bei der Forderung geht es ihm um die Daten, die automatisierte Fahrzeuge künftig sammeln müssen. Aber eine solche Entscheidung dürfte, wenn sie denn kommt, für alle Daten gelten, die ein Pkw erzeugt. Für die Branche, die selbst als Datensammler unterwegs ist, könnte das zum Bumerang werden.
Ergo feuert Vorstand Schinnenburg
Leute – Aktuelle Personalien Die Munich Re-Tochter Ergo hat sich von ihrem Vertriebsvorstand Stephan Schinnenburg getrennt. Der Versicherer bestätigte einen Bericht des Manager Magazins. Auslöser sollen Verstöße gegen den Verhaltenskodex des Unternehmens gewesen sein. Schinnenburg ist anscheinend sein autoritärer Führungsstil auf die Füße gefallen. Außerdem: Clemens Jungsthöfel wird neuer Finanzvorstand bei HDI Global. Zudem verstärkt der britische Versicherer Beazley sein Specialty Lines-Team in Europa.
Allianz-Software: Umstrittenes Geschenk
Die Allianz will die zentralen Teile ihrer eigenen Software in eine Stiftung überführen und für Konkurrenten nutzbar machen. Das führt zu Unruhe bei Software-Herstellern. Marcus Ryu (Bild), der Chef des Anbieters Guidewire, äußerte sich kritisch zu den Allianz-Plänen. Bislang gebe es ein kein Beispiel für eine gelungene Umwandlung von firmeneigener Software in ein frei verwendbares Open Source-Angebot. Die Probleme der Allianz Private Krankenversicherung bei der Einführung des Systems sind unterdessen deutlich kleiner geworden, sagte Allianz-Vorstand Christof Mascher.
Experten erwarten hohe Schäden durch „Friederike“
Das Orkantief „Friederike“, das am Donnerstag über Deutschland wütete, könnte die Versicherungswirtschaft bis zu 800 Mio. Euro kosten. Davon gehen Experten der aktuariellen Beratungsgesellschaft Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) aus. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft schätzt die Schäden auf rund 500 Mio. Euro. Betroffen waren vor allem Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Diese Bundesländer lagen direkt in der Sturmschneise.
Viridium bekommt neuen IT-Vorstand
Leute – Aktuelle Personalien Viridium, der Spezialist für Abwicklungen aus Heidelberg, hat einen neuen IT-Vorstand. Martin Setzer übernimmt zum 1. April 2018 die Position von Markus Deimel, der aus dem Unternehmen ausscheidet. Setzer soll vor allem die Digitalisierung vorantreiben. Außerdem: Der Axa-Chef Thomas Buberl wurde in den Aufsichtsrat des Bertelsmann-Konzerns berufen. Die Zurich Schweiz hat einen neuen Chef: Juan Beer. Jochen Leiber ist seit 1. Januar 2018 Vertriebsleiter bei der bbg Betriebsberatung.
Check24 gefährlicher als Insurtechs
Etablierte Versicherer sollten sich mehr Gedanken über das Vergleichsportal Check24 machen als über die Konkurrenz durch Insurtechs, hieß es auf dem SZ-Versicherungstag in Bergisch-Gladbach. Möglicherweise werde das Unternehmen sogar einen eigenen Versicherer gründen, sagte Berater Christian Mylius von EY Innovalue. Auch HUK-Coburg-Chef Klaus-Jürgen Heitmann zeigte sich beeindruckt, obwohl sein Unternehmen sich weigert, mit Check24 zusammenzuarbeiten. Verbraucherschützerin Rita Reichard erneuerte die Kritik der Verbraucherzentralen an dem Vergleichsportal.









