Im Lager der Sparkassen gibt es momentan lebhafte Diskussionen über mögliche Fusionen von Kreditinstituten, Bausparkassen und auch von Versicherern, die zum Finanzverbund gehören. Es könnten allerdings noch bis zu drei Jahre ins Land gehen, bevor es hier zu Gesprächen kommt, sagt jedenfalls Ulrich-Bernd Wolff von der Sahl, Vorstandsvorsitzender der Sparkassenversicherung in Stuttgart. Dass es konkrete Pläne über ein Zusammengehen des Versicherers mit der Provinzial Nordwest gibt, hatten die Eigner bisher dementiert. Die Sparkassenversicherung hat 2015 trotz hoher Schäden gut verdient.
Versicherer
VGH: Kostenquote von 24 Prozent bis 2020
Der öffentliche Versicherer VGH konnte seinen Umsatz in der Schaden- und Unfallversicherung 2015 steigern, in der Lebensversicherung ging das Beitragsvolumen leicht zurück. Vorstandschef Hermann Kasten zeigte sich mit den Ergebnissen angesichts der Niedrigzinsen und weiteren Herausforderungen zufrieden. So gelang eine Absenkung der Kosten bei der Tochter Brandkasse. Kasten kündigte weitere Kostensenkungen in der Sparte bis 2020 an. So sollen die rückläufigen Renditen aus der Kapitalanlage aufgefangen werden.
GDV-Präsident Erdland macht weiter
Leute – Aktuelle Personalien GDV-Präsident Alexander Erdland, 64, macht nach Ablauf seiner Amtszeit im November noch ein Jahr weiter. Nach Informationen des Versicherungsmonitors hat das Präsidium des Verbandes ihn gebeten, ein weiteres Jahr im Amt zu verbleiben. Erdland hat zugestimmt und stellt sich deshalb im November erneut zur Wahl. Beim Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische, den Erdland leitet, will er Anfang 2017 aufhören. Offenbar sieht Erdland seine Mission in Berlin noch nicht als beendet an.
Aba fordert rasches bAV-Gesetz
Die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (Aba) fordert nach der Veröffentlichung zweier Gutachten zur Reform der bAV einen darauf aufsetzenden Gesetzentwurf bis zur Sommerpause. Angesichts der insgesamt zu geringen zusätzlichen Vorsorge der Deutschen sei die Stärkung von Betriebsrenten noch in der laufenden Legislaturperiode dringend nötig, sagte Aba-Chef Heribert Karch. Die auf dem Tisch liegenden Vorschläge hält er in der Summe für vielversprechend. Voraussetzung für den Erfolg sei aber die Klärung strittiger Punkte im Rahmen eines Runden Tisches.
GKV und PKV: duales System voller Ungleichheiten
Privatpatienten erhalten im Vergleich zu den Mitgliedern der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) schneller und häufiger Zugang zu Innovationen. Das kann, muss aber nicht immer ein Vorteil sein, findet der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem (Bild). Zum Teil profitieren auch die gesetzlich Versicherten von der liberaleren Kostenübernahme in der privaten Krankenversicherung (PKV). Dem stehen allerdings Entsolidarisierungseffekte gegenüber. Der Bremer Wissenschaftler Heinz Rothgang hält ein einheitliches Versicherungsmodell – Stichwort Bürgerversicherung – aus Gerechtigkeitsgründen für notwendig, sieht darin aber auch eine Zukunft für die PKV.
Axa erhält Versicherungskäse des Jahres
Der Bund der Versicherten hat die Relax Rente mit Indexbeteiligung der Axa Lebensversicherung zum „Versicherungskäse des Jahres“ gekürt. Die Rentenversicherung mit Indexpartizipation ist nach Einschätzung der Jury intransparent und für Verbraucher eigentlich nicht zu verstehen. Auch die Werbung mit Selbstverständlichkeiten und die hohe Kostenbelastung waren für die Verbraucherschützer ein Grund für die Negativ-Auszeichnung. Nominiert für den Preis waren auch „Mehrsicherung.de“ von MyLife und der Ordnungswidrigkeiten-Rechtsschutz der Arag für Käufer einer bestimmten Lautsprecher-Marke.
Union nimmt PKV in die Pflicht
Der CDU-Politiker Michael Hennrich sieht dringenden Handlungsbedarf in der privaten Krankenversicherung (PKV). Für vordringlich hält er größere Wechselmöglichkeiten für Privatversicherte durch eine Mitgabe der Alterungsrückstellungen. Hier müsse sich die Branche bewegen. Gegen den Widerstand der SPD könne die Union zurzeit keine Maßnahmen zur Verbesserung der Situation für PKV-Kunden in Angriff nehmen, bedauerte Hennrich. PKV-Vertreter signalisierten auf der Wissenschaftstagung des Bundes der Versicherten Handlungsbereitschaft, warnten aber vor radikalen Schritten.
Karsten Crede geht zu Ergo
Leute – Aktuelle Personalien Karsten Crede, Spezialist für die Zusammenarbeit mit Autokonzernen, geht nach Informationen des Versicherungsmonitors zur Munich Re-Tochter Ergo. Dort soll er einen Bereich aufbauen, der ähnlich funktioniert wie Allianz Global Automotive bei Credes bisherigem Arbeitgeber Allianz. Allerdings kann die Ergo nicht das Netz an Ländergesellschaften aufweisen, das die Allianz hat. Dennoch ist es ein Erfolg für Munich Re-Konzernlenker Nikolaus von Bomhard und Ergo-Chef Markus Rieß, Crede gewonnen zu haben.
Barmenia sucht digitales Wachstum
Das Hauptproblem der Barmenia liegt auf der Hand: Zuviel Kranken- und Lebensversicherung, zu wenig Schadenversicherung. Mit einer Wachstumsoffensive versucht das Unternehmen, hier aufzuholen. Billig ist das nicht, die Kostenquoten sind hoch. Dennoch zeigt sich der Vorstand unter Konzernchef Andreas Eurich zufrieden mit der Entwicklung, denn Umsatz und Gewinn steigen. Er sieht das Unternehmen als digitalen Vorreiter. Zur geplanten Kooperation mit anderen privaten Krankenversicherern wollten die Vorstände nichts sagen.
Anlagedruck im Zinsvakuum
Die Zinsen ganz unten, hohe Garantien im Bestand. Die Assekuranz ächzt unter der Last, vor allem die Lebensversicherer. Es könnte noch schlimmer werden: Die anhaltenden Probleme nagen an der Krisenfestigkeit der Gesellschaften, sagte Provinzial Rheinland-Vorstand Volker Heinke auf einer SZ-Fachkonferenz in München. Die Gesellschaften versuchen, ihre Kapitalanlagen auf Kurs zu bringen. Eine Option sind Investitionen in die öffentliche Infrastruktur. Doch noch scheuen die Versicherer die Geldanlage in Gasnetze und Autobahnen.
Eiopa will Solvency II-Zinssatz senken
Versicherer müssen unter den neuen Eigenkapitalregeln Solvency II bisher bei der Berechnung von Rückstellungen für besonders lang laufende Verträge mit einem Zielzins von 4,2 Prozent kalkulieren. Viele Experten hatten diese Vorgaben angesichts der Niedrigzinsen als unrealistisch hoch kritisiert. Jetzt hat die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa die Berechnungsmethodik für die sogenannte Ultimate Forward Rate überarbeitet und schlägt einen neuen Wert von 3,7 Prozent vor. Das würde die Rückstellungen der Versicherer in die Höhe treiben.
AOK: PKV nicht zukunftsfähig
Das System der privaten Krankenversicherung (PKV) ist nicht zukunftsfähig, weil es für die wesentlichen Herausforderungen in der Krankenversicherung keine Lösung hat. Das hat der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK Klaus Jacobs (Bild) auf der Wissenschaftstagung des Bundes der Versicherten in Berlin prognostiziert. Frank Wild, sein Counterpart vom Wissenschaftlichen Institut der PKV hielt dagegen. Ohne das Korrektiv durch die PKV würde sich das Leistungsangebot für die gesetzlich Versicherten verschlechtern, sagte er.
HUK-Coburg lässt sich Zeit mit Telematik-Tarif
Der größte Kfz-Versicherer in Deutschland HUK-Coburg lässt sich durch seinen Konkurrenten Allianz nicht hetzen, was das Angebot eines Telematik-Tarifs angeht. Während die Münchener ihr Angebot bereits am 7. April vorgestellt haben, soll die Police der Coburger erst im dritten Quartal 2016 kommen. Der Versicherer wolle sicherstellen, dass der Datenschutz bei der Telematik-Lösung bestmöglich gewährleistet sei, erklärt HUK-Coburg-Chef Wolfgang Weiler. Bisher läuft es in der Kfz-Versicherung auch ohne Telematik gut: Der Konzern hat 2015 das beste Neugeschäft seiner Geschichte gemacht und den Abstand zur Allianz vergrößert, was die Zahl der versicherten Fahrzeuge angeht.
Versicherer kooperieren mit UNO und Weltbank
Vertreter von Versicherungswirtschaft, den Vereinten Nationen und der Weltbankgruppe wollen gemeinsam die Folgen des Klimawandels angehen. Vor allem die unterversicherten Entwicklungsländer sollen von der Arbeit des neu gegründeten Insurance Development Forum profitieren. Durch verschiedene Maßnahmen wie die Stärkung von Mikroversicherungen sollen auch Menschen mit niedrigem Einkommen Schutz vor Naturkatastrophen erhalten. Die Versicherer stellen dabei vor allem Know-how zur Verfügung.













