Maklerwechsel im Markt für Hebammenhaftpflichtdeckung: Zum 1. Oktober übernimmt ein zur Ecclesia Gruppe gehörender Makler den Gruppenvertrag des Deutschen Hebammenverbandes DHV vom bisher zuständigen Makler Securon. Der bisher verantwortliche Makler Bernd Hendges hat Securon offenbar verlassen. Der DHV-Vertrag bietet freiberuflichen Hebammen in Deutschland praktisch die einzige Möglichkeit, sich gegen Haftpflichtrisiken abzusichern. An den steigenden Versicherungsprämien dürfte der Wechsel allerdings nichts ändern.
Versicherer
Versicherungsbranche muss sich ändern
Die digitale Revolution bedroht alte Geschäftsmodelle – das gilt auch für die Versicherer. Die Branche muss ihr Geschäftsmodell ändern, um zu überleben, sagte die AIG-Managerin Seraina Maag auf dem DVS-Industrieversicherungskongress. Die Analyse von Daten eröffnet aber ganz neue Möglichkeiten für die Versicherer. Allerdings muss die Branche attraktiver werden für den Nachwuchs. Denn die Datenspezialisten, die die Branche so dringend braucht, gehen bislang lieber ins Silicon Valley.
Staatliche Terrordeckung: DVS fordert Verlängerung
Die Versicherungseinkäufer der deutschen Industrie haben sich auf ihrem diesjährigen Symposium für eine Verlängerung des staatlichen Systems zur Deckung von Terrorschäden ausgesprochen. Das Programm um den Spezialversicherer Extremus läuft Ende des Jahres aus. Neben der Deckung von Terrorschäden plagen die Risikomanager Nachwuchssorgen aufgrund des demografischen Wandels. Zudem will der Verband die Innovationstätigkeit der Branche mit der Auslobung eines Preises ankurbeln.
W&W verkauft tschechische Töchter an Allianz
Die Stuttgarter Finanzgruppe Wüstenrot und Württembergische (W&W) hat ihre beiden Versicherungstöchter in Tschechien an die Allianz verkauft. Bausparkasse und Hypothekenbank in dem Nachbarland behält sie. Damit zieht sich die W&W im Versicherungssegment vollständig aus dem Auslandsgeschäft zurück. Bereits 2007 hatte der Versicherer, der einst durchaus europäische Ambitionen hatte, das Geschäft in Großbritannien eingestellt.
Niedrigzinsen belasten Privatversicherte
Angesichts der dauerhaften Niedrigzinsen werden die privaten Krankenversicherer nicht daran vorbei kommen, in ihren Unternehmen im Bestand den Rechnungszins zu senken. Darin waren sich die Experten beim diesjährigen PKV-Forum der Continentale einig. Es wird eine kommunikative Herausforderung für die Branche, den Kunden die daraus resultierenden Beitragserhöhungen zu erklären. Das gilt besonders deshalb, weil der Zinseffekt nur in Kombination mit weiteren Faktoren berücksichtigt werden kann, also entsprechend drastische Anpassungen drohen.
Unwägbare Nutzung digitaler Daten
Die Continentale sieht die Verknüpfung von Gesundheitsdaten mit Versicherungsangeboten kritisch. Noch gebe es keinen Beleg für einen Zusammenhang von Lebensstil und Gesundheitsausgaben, sagt Vorstandschef Christoph Helmich (Bild). Das wäre aber die einzige Legitimation für die Nutzung der Daten zur Tarifierung. Weil mit den neuen digitalen Möglichkeiten gerade im Gesundheitswesen viele Unwägbarkeiten verbunden sind, müssen sich die Versicherer mit dem Thema auseinandersetzen und die Technologien verstehen, rät der Blogger Sascha Lobo.
Berater: Autonome Autos erfordern Umdenken
Cyberrisiken und Haftungsfragen sind zentrale Hindernisse für die Einführung selbstfahrender Autos auf breiter Ebene. Um die IT-Sicherheit zu verbessern, müssen die Autohersteller mit Sicherheitsexperten und Hackern zusammenarbeiten, heißt es in einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group. Bei der Regelung von Haftungsfragen sieht das Unternehmen europäische Hersteller gegenüber der Konkurrenz aus den USA im Vorteil.
Arag versichert Flüchtlinge in Sportvereinen
Die Arag Sportversicherung versichert künftig auch Flüchtlinge in deutschen Sportvereinen. Die Flüchtlinge genießen bei Unfällen oder bei Haftpflichtschäden denselben Versicherungsschutz wie Vereinsmitglieder. Organisiert ist das über Gruppenverträge der Landessportbünde, mit denen Arag kooperiert. Damit will der Versicherer den Sportvereinen die Sorge nehmen, auf möglichen Schäden sitzen zu bleiben.
Verdreifachte Wechselzahlen in der Kfz-Versicherung
Europaweit wird sich die Zahl der wechselwilligen Kunden in der Autoversicherung binnen fünf Jahren verdreifachen, glaubt das Beratungsunternehmen Deloitte. Es hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov beauftragt, 9000 Kunden in acht großen Märkten zum Kaufverhalten in der Sparte zu befragen. Der Grundtrend: Die Kfz-Versicherung bewegt sich immer mehr in Richtung digitale Informations- und Vertriebswege. Aber die Lage in den größten Märkten Europas ist sehr unterschiedlich, noch sind deutsche Autofahrer loyaler und hängen mehr am persönlichen Kontakt.
Allianz greift in der Autoversicherung an
Die Allianz geht in der Autoversicherung in die Offensive. Der Konzern hat gerade eine millionenschwere Kooperation mit dem nordamerikanischen Erst- und Rückversicherer Maiden mit Sitz in Bermuda vereinbart. Die Unternehmen verkaufen gemeinsam Autoversicherungen über die Autohäuser großer Hersteller. Die Allianz beteiligt sich mit 200 Mio. Dollar an den von Maiden übernommenen Risiken.
Ergo gibt klassische Lebensversicherung auf
Die Munich Re-Tochter Ergo gibt im Neugeschäft die klassische Lebensversicherung zum Jahresende weitgehend auf. Das sagte Vorstand Clemens Muth im Interview mit SZ und Versicherungsmonitor. Auch die eigene Pensionskasse wird für das Neugeschäft geschlossen. Auch Riester-Renten werden künftig nur noch mit kapitalmarktorientierten Produkten verkauft. Ergo reagiert, so Muth, auf das zunehmende Desinteresse der Kunden und auf die Tatsache, dass Policen mit Garantien den Anbietern keine Gewinne mehr ermöglichen.
Carsharing belebt Flottenversicherung
Der Carsharing-Markt boomt. Immer mehr Menschen mieten sich über die Apps von Drivenow, Car2go und Co. ein Fahrzeug – ganz nach Bedarf und oft nur für einige Minuten. Die Industrieversicherer versprechen sich nach der langen Durststrecke in der Flottenversicherung viel vom Carsharing. Das Geschäft mit den Mietautos birgt jedoch neue Herausforderungen. Immer häufiger leihen sich junge Fahrer und solche mit Rennfahrerallüren die Wagen für waghalsige Wettfahrten, die oft Menschenleben fordern oder hohe Sachschäden verursachen.
Lloyd’s: München ist die gefährdetste Stadt
Risiken wie Terrorangriffe, Börsencrashs oder Pandemien können ganze Volkswirtschaften lahmlegen. Der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London hat gemeinsam mit dem Cambridge Center for Risk Studies eine Untersuchung veröffentlicht, die sich mit den möglichen wirtschaftlichen Einbußen für große Städte durch Katastrophen beschäftigt. Allein in Deutschland wären 120 Mrd. Dollar des Bruttoinlandsprodukts bedroht, so der „City Risk Index“ von Lloyd‘s.












