Eigentlich läuft es gut für die Transportversicherer weltweit. Doch die Herausforderungen nehmen zu, stellt die Vereinigung der Transportversicherer fest, die International Union of Marine Insurers (IUMI). Vier Wochen nach ihrer Tagung in Berlin im September legt IUMI jetzt den Zahlenbericht für 2023 vor – und beklagt die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen. Zeitgleich hat die Rating-Agentur S&P eine Schätzung veröffentlicht, nach der die P&I-Clubs ihre Preise erneut um fünf Prozent erhöhen werden.
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Cyber: Risikofragen gewinnen an Bedeutung
Der Cyberversicherungsmarkt ist noch immer sehr beweglich. Die Versicherer aktualisieren ihre Tarife stetig, einige treten aus dem Markt aus und wieder andere preschen mit günstigen Preisen nach vorn. Für Kunden gilt es daher, den Markt gut im Auge zu behalten. Worauf sie allerdings noch nicht genau genug schauen: Die Risikofragen. Das zumindest schreibt der Spezialmakler Cyberdirekt in seiner aktuellen Marktanalyse.
UK: Allianz legt Streit um Corona-Schäden bei
Die Allianz und die britische Restaurantkette Various Eateries haben ihren Rechtsstreit um Betriebsschließungen während der Corona-Pandemie beigelegt. Die Restaurantkette machte einen Schaden von 16 Mio. Pfund (19,2 Mio. Euro) geltend, Allianz wollte nur 2,5 Mio. Pfund bezahlen. In einem Berufungsurteil hatte Various Eateries weitgehend recht bekommen. Allerdings war noch offen, wie viel Geld die Allianz zahlen muss.
„Spirale aus steigenden Schäden und Prämien“
Schwere Gewitter und andere Naturgefahren haben 2023 rund 1,1 Mrd. höhere versicherte Schäden als im Vorjahr verursacht. Vor allem die Autoversicherer mussten mehr Lasten schultern. Der Lobbyverband GDV mahnt in seinem neuen Naturgefahrenreport dringend mehr Prävention und Klimafolgenanpassung an, andernfalls drohe in den kommenden zehn Jahren eine Verdopplung der Prämie in der Wohngebäudeversicherung.
Wochenspot: Neues aus Baden-Baden
Wochenspot – der Podcast Regelmäßig gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe des Wochenspots diskutieren Redakteurin Nina Nöthling (links) und Chefredakteurin Friederike Krieger über das Rückversicherertreffen in Baden-Baden, warum das Zusammenkommen so wichtig ist und was dieses Jahr anders war als sonst.
Cyber-Angriffe nehmen zu
Rund 60 Prozent der deutschen Unternehmen berichten über häufigere Cyber-Angriffe als im Vorjahr. Das geht aus dem Cyber Readiness Report 2024 von Hiscox hervor. Der Spezialversicherer hat dafür weltweit 2.150 Experten befragt. Doch nicht nur die Zahl der Angriffe steigt, auch die Methoden der Cyber-Kriminellen verändern sich. Immer mehr Firmen haben das Thema Cyber-Resilienz als wichtiges Ziel erkannt, auch wenn die Umsetzung noch nicht ganz so glatt läuft.
GDV warnt vor Schnellschuss bei FIDA
Der GDV warnt vor einem Schnellschuss bei der EU-Verordnung FIDA zur Schaffung eines Rahmens für den Zugang zu Finanzdaten. Der Versichererverband befürchtet ein „Bürokratie-Monster“, heißt es in einem gemeinsamen Positionspapier mit der Deutschen Kreditwirtschaft. Grundsätzliche Fragen seien unbeantwortet. Der Verband fordert ausreichend Zeit für eine zielgenaue Anpassung und eine schrittweise Umsetzung.
HDI Global besetzt Positionen neu
Leute – Aktuelle Personalien Der Industrieversicherer HDI Global hat zwei Führungspositionen in Frankreich und der Schweiz neu besetzt. Eric Joly-Pottuz (Bild) wird Leiter des Geschäftsbereichs HDI Enablers, Hansjakob Frey übernimmt die Position des Head Claims der Schweizer Dependance des Hannoveraner Versicherers. Außerdem: Der Spezialversicherer Berkley Europe hat Daniel Rehschuh die neu geschaffene Position des Affinity Managers übertragen. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Rückversicherungsmakler Gallagher Re.
BdV: Kfz-Versicherer setzen eher den Rotstift an
In der Autoversicherung drohen wegen hoher Schäden Beitragserhöhungen, es könnte in der Folge zu vielen Anbieterwechseln kommen. Der Bund der Versicherten rät dazu, erst einmal das Gespräch mit dem bisherigen Versicherer zu suchen. Wechslern will der BdV Unterstützung mit seinem hauseigenen Tarifrechner bieten. In der Schadenregulierung beobachtet der Verband, dass Anbieter rascher als in der Vergangenheit den Rotstift ansetzen.
PKV: Auch Pflegepolicen sind Altersvorsorge
Die von der Bundesregierung angestrebte Stärkung der privaten Altersvorsorge sollte nach Meinung der privaten Krankenversicherer (PKV) auch die Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit über private oder betriebliche Pflegezusatzversicherungen umfassen. Die Absicherung „dieses großen Lebensrisikos“ sollte als Teil der Altersvorsorge steuerlich berücksichtigt werden, findet der PKV-Verband. Gerade die betrieblichen Zusatzpolicen sieht er als guten Hebel. Sie müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllen, darunter den Verzicht auf Risikoprüfungen seitens der Versicherer.
Europas Weg zur resilienten Lieferkette
Meinung am Mittwoch Disruptionen der globalen Lieferkette können erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Um sich davon unabhängiger zu machen, kommt dem Aufbau einer europäischen Kreislaufwirtschaft eine große Bedeutung zu. Dabei werden bestehende Materialien und Produkte so lange wie möglich geteilt, geleast, wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt. Der Versicherungsbranche fällt hier eine Schlüsselrolle zu, die weit über den reinen Risikotransfer hinausgeht.
Wiens: „Da darf es keine Abstriche geben“
Exklusiv Auch wenn es um das Thema IT der Versicherer zuletzt etwas ruhiger geworden ist, hat die BaFin es nach wie vor genau im Blick, betont Versicherungsaufseherin Julia Wiens im zweiten Teil des Interviews mit Süddeutscher Zeitung und Versicherungsmonitor. Sie möchte nicht ausschließen, dass die Behörde weitere Versicherer mit IT-Problemen zu Aufschlägen auf das Solvency II-Kapital verdonnern wird. Außerdem spricht sie über künstliche Intelligenz, Elementarschäden und Run-off.
Wiens: „Wir schauen genau hin“
Exklusiv Julia Wiens, die Chefin der Versicherungsaufsicht bei der BaFin, ist jetzt zehn Monate im Amt. Die ehemalige Baloise-Vorständin redet Tacheles mit der Branche: Im ersten Teil des Interviews mit Süddeutscher Zeitung und dem Versicherungsmonitor macht sie klar, dass sie notfalls Versicherungsvorstände absetzen kann, wenn Lebensversicherungen keinen ausreichenden Kundennutzen stiften und andere Maßnahmen nicht fruchten. Ein zweites Problemfeld sind die Kfz-Versicherer.
Helvetia regelt Nachfolge für Vertriebsleitung
Leute – Aktuelle Personalien Der Versicherer Helvetia regelt vorzeitig die Nachfolge an der Spitze des Vertriebs im Heimatmarkt Schweiz. 2026 übernimmt Simon Weiner (Bild rechts), kommendes Jahr tritt er bereits die neugeschaffene Position des Leiters Vertriebsbund Schweiz an. Außerdem: Der Maklerpool BCA hat Bastian Roeder in den Vorstand berufen. Auch der Großmakler Aon meldet eine personelle Veränderung.
Gewerbeversicherer müssen besser werden
Mehr als jedes dritte kleinere Unternehmen in Deutschland will laut einer aktuellen Studie von Finanzchef24 und R+V seine Ausgaben für Versicherungen in den kommenden zwölf Monaten aufstocken. Die Befragung zeigt aber auch, dass das Vertrauen der Kunden in Versicherer und ihre Produkte nicht besonders hoch ist. Viele Unternehmen treibt die Sorge um, dass der Versicherer einen Schaden nicht zu 100 Prozent regelt.














