Exklusiv Der Makler Aon wirft manchen Versicherern Scheindiskussionen vor. Sie argumentierten bei Preiserhöhungen und Kapazitätsreduzierungen immer mit der Inflation, auch wenn es ihnen vor allem um die Bestandssanierung gehe. Im Interview mit dem Versicherungsmonitor erklären Kai Büchter, CEO der DACH-Region (Bild), und Chief Broking Officer DACH Hartmuth Kremer-Jensen die aktuelle Lage der Industrieversicherung, einschließlich der Folgen des Ukraine-Krieges und des Fachkräftemangels.
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Howden und Tiger Risk bündeln Assekuradeursgeschäft
Die Rückversicherungseinheit der britischen Maklergruppe Howden, Howden Re, und deren jüngste Großakquisition Tiger Risk werden ihre Geschäfte mit Assekuradeuren und Programm-Maklern zusammenlegen. Entstehen soll dabei mit einem platzierten Prämienvolumen von 6 Mrd. Dollar die weltweit größte Einheit dieser Art. Das neue Unternehmen SabRe wird ein zentraler Bestandteil der Strategie von Howden Re.
Allianz und Commerzbank gehen in die Verlängerung
Die Allianz und die Commerzbank haben ihre bis 2023 laufende Vertriebspartnerschaft um weitere zwölf Jahre verlängert. Bis 2035 wird das Kreditinstitut Versicherungs- und Vorsorgeprodukte der Münchener in seinen Filialen sowie im Online- und Mobilbanking verkaufen. Künftig soll sich das Angebot nicht nur an Privatkunden, sondern auch an Unternehmens- und Firmenkunden der Commerzbank richten. Bancassurance-Kooperationen erleben derzeit eine Renaissance.
Inflation? Keine Ahnung!
Die hohe Inflation ist eines der dominierenden Themen derzeit. Laut dem „Ergo Risikoreport 2022“, den der Düsseldorfer Versicherer jetzt zum dritten Mal veröffentlicht hat, halten mehr als zwei Drittel der Deutschen die Inflationsrate für alltagsrelevant. An genauem Wissen mangelt es aber. Nur die wenigsten kennen die Höhe der Inflationsrate, und auch beim Thema Leitzins oder dem Zusammenspiel zwischen Zins und Tilgung sieht es nicht besser aus. Die positive Nachricht: Die Deutschen haben immer weniger Scheu vor riskanteren Anlageformen.
S&P: Mehr Gegen- als Rückenwind
Die weltweiten Rückversicherer profitieren von steigenden Preisen und Zinsen, doch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) traut dem Braten nicht. Während Konkurrent Moody’s den Ausblick für die Branche schon vor einem Jahr auf stabil hochgesetzt hatte und das beibehalten will, sieht S&P die Rückversicherer nach wie vor negativ. Vor allem die hohe Inflation setzt den Anbietern zu und könnte dafür sorgen, dass von den erzielten Preiserhöhungen nicht mehr viel übrigbleibt.
Marktanteil der Allianz schrumpft
Exklusiv Der Allianz-Konzern verliert im Heimatmarkt kräftig Marktanteile. Der Grund: Der Konzern fährt das Geschäft mit Policen gegen hohe Einmalbeiträge zurück. Die jüngste Marktanteilsanalyse des Kölner Kivi-Instituts zeigt, dass andere große Gesellschaften leicht zulegen können. Auffällig ist die zunehmend wichtige Rolle der Run-off-Spezialisten.
Fitch warnt vor schlechteren Versicherer-Ratings
Die Rating-Aussichten für mehrere europäische Versicherungsunternehmen könnten sich verschlechtern, wenn die hohe Inflation anhält und die Zinssätze noch weiter steigen. Zu diesem Ergebnis kommt die Ratingagentur Fitch in einer aktuellen Untersuchung. Das Problem betrifft vor allem die Schaden- und Unfallversicherer. In drei Ländern sehen die Analysten die Gesellschaften besonders unter Druck.
MSIG baut deutsche Leitung weiter aus
Leute – Aktuelle Personalien Thomas Riess ist bei MSIG Insurance Europe neuer Head of Underwriting Engineering für Deutschland. Es ist bereits die dritte Neuernennung bei der deutschen Tochter des japanischen Anbieters Mitsui Sumitomo innerhalb weniger Wochen. Außerdem: Marsh Deutschland hat einen neuen Leiter für den Bereich Claims Solutions. Personelle Neuigkeiten gibt es auch beim Abwickler Compre und bei der Asien-Pazifik-Einheit von Dual.
Berkshire mischt im deutschen Cybermarkt mit
Exklusiv Angesichts hoher Schäden werden Industrieversicherer immer zurückhaltender mit Cyberdeckungen. Die zu Warren Buffetts Firmenimperium gehörende Berkshire Hathaway Specialty Insurance (BHSI) geht den umgekehrten Weg und bietet in Deutschland erstmals Cyberpolicen an. Der Versicherer will aber nicht in großem Stil in den Markt einsteigen, das Angebot richtet sich an Bestandskunden, betont Andreas Krause, Leiter der DACH-Region bei BHSI, im Interview mit dem Versicherungsmonitor. Die anstehende Erneuerungsrunde wird herausfordernd – vor allem wegen der zunehmenden Inflation.
Axa entschuldigt sich für fingierten Tesla-Brand
Der diesjährige Crashtest wird der Axa Schweiz wohl noch länger im Gedächtnis bleiben. Der Versicherer wollte bei der Veranstaltung eigentlich zeigen, welche neuen Risiken mit einem Elektroauto verbunden sind. Stattdessen hagelte es Kritik für das Unternehmen. Der Grund: Axa hatte den Batterie-Brand eines Teslas mittels Pyrotechnik nur vorgetäuscht, das aber nicht offen kommuniziert. Jetzt bittet die Gesellschaft öffentlich um Entschuldigung.
„Renewals“ – Wirkliche Erneuerungen?
Legal Eye – Die Rechtskolumne Längst haben die Diskussionen zwischen Industrieversicherern und Kunden begonnen. Die alljährlichen „Renewals“ stehen an. Was hier und da irgendwie ein wenig ritualisiert wirkt, ist für die Beteiligten regelmäßig eine Stressphase gefolgt von vorweihnachtlicher Erleichterung, wenn alles geklappt hat. Ja, es sind schwierige Zeiten, auch für die Versicherungswirtschaft mit Klimakrise, Krieg und Kalamitäten unterschiedlichster Art. Doch wie geht Erneuerung in diesem Kontext wirklich – und wie nicht?
MRH Trowe setzt Einkaufstour fort
Exklusiv Die Frankfurter Maklergruppe MRH Trowe meldet ihre nächste Transaktion. Das Unternehmen steigt beim Hamburger Makler afm Holding ein. Anders als bei vorherigen Deals übernimmt MRH aber nicht die Mehrheit, sondern begnügt sich mit 49 Prozent. Den Rest behalten die beiden Vorstände und Inhaber Jan Weithase und Bernd Rademann. Mit der Partnerschaft kann MRH Trowe nun auch den Norden Deutschlands abdecken und bekommt Expertise im gehobenen Privatkundengeschäft.
Treffen mit Konfliktpotenzial
Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Symposium des Gesamtverbands der versicherungsnehmenden Wirtschaft und Rückversicherertreffen in Monte Carlo
Ottonova sammelt 34 Mio. Euro ein
Der digitale Krankenversicherer Ottonova hat eine üppige Finanzspritze erhalten. Statt der 20 Mio. Euro, von denen in Branchenkreisen die Rede war, sammelte das Unternehmen unter Führung von Roman Rittweger 34 Mio. Euro ein. Neben bestehenden Investoren steckten auch der Wagniskapitalgeber Cadence Growth Capital und ein Münchener Family Office Geld in das Start-up. Für Ottonova soll es die letzte Finanzierungsrunde vor dem Break-Even sein.
Sanierungsopfer Wahrheit
Herbert Frommes Kolumne Die Industrieversicherer sanieren weiter. Mit einer Schaden- und Kostenquote von über 150 Prozent in der industriellen Sachversicherung haben sie gute Gründe dafür. Doch leider gibt es bei manchen Versicherern aktuell den Trend, anstehende Preissteigerungen oder Kapazitätsreduzierungen nicht mit ihren eigenen Ergebnissen zu begründen, sondern mit der Anwendung von ESG-Kriterien. Das ist leicht durchschaubar und verärgert die Kunden. Ohnehin tut sich die Branche schwer mit ESG: Es ist klar, dass Europa in den kommenden Monaten mehr Strom aus Kohle braucht. Aber mancher Industrieversicherer hat noch nicht begriffen, dass er dafür seine ESG-Kriterien anpassen muss.















