Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Fachtagung von Euroforum, 21. Vorlesungstag des Instituts für Versicherungswissenschaften an der Universität Leipzig, CFO-Dinner der Süddeutschen Zeitung, Lebensversicherungs-Marktausblick von Assekurata und Mitgliederversammlung des Pensions-Sicherungs-Vereins
Top News
Ford nutzt Datenmacht für Versicherung
Der Automobilhersteller Ford bietet in Kooperation mit dem britischen Pay-per-Mile-Versicherer By Miles künftig eine kilometerbasierte Police an. Kunden aus Großbritannien sollen schon bald sparen können, wenn sie weniger Auto fahren. Ansprechen will Ford damit etwa Pendler, die wegen der Pandemie aus dem Homeoffice arbeiten und nun deutlich kürzere Strecken zurücklegen. Ford ist mit der Idee nicht allein, immer mehr Autobauer wagen sich in das Geschäft mit Fahrzeugdaten vor und sorgen so für große Unruhe bei vielen Versicherern. Tesla kooperiert bereits seit 2019 mit By Miles.
DUK-Verträge: Klinik scheitert mit Klage
Das Greifswalder Uniklinikum ist vor dem Landgericht Stralsund mit einer Schadenersatzforderung gegen seinen früheren kaufmännischen Geschäftsführer gescheitert. Hintergrund ist eine Deckungslücke von rund 30 Mio. Euro bei Altersversorgungsverträgen für Mitarbeiter, die der Geschäftsführer 2005 über das für marktunübliche Provisionen bekannte private Versorgungswerk DUK abgeschlossen hat. Die Klinik macht ihn dafür verantwortlich, dass er jahrelang nichts gegen die sich abzeichnende Lücke unternommen hat. Etwaige Ansprüche gegen den DUK sind dagegen verjährt.
Was Versicherer von Rockefeller lernen können
Am 24. Juni 2021 feierte die Gothaer mit einem Zukunftskongress ihr 200-jähriges Jubiläum in Köln – und holte weit aus. Zusammen mit Gästen aus den Bereichen Meteorologie, Geophysik, Soziologie und Literaturwissenschaft ging es um Themen wie das menschliche Gehirn und die Zukunftsforschung, aber auch darum, was künstliche Intelligenz künftig in der Versicherungsbranche bewirken kann. Was hat Rockefeller damit zu tun, und wie wichtig sind Echtzeitdaten für die Zukunft?
Allianz schränkt Riester- und bAV-Angebot ein
Das anhaltende Niedrigzinsumfeld und die Absenkung des Höchstrechnungszinses von 0,9 Prozent auf 0,25 Prozent fordern ihren Tribut: Die Allianz will ihr Riester-Renten-Angebot Anfang 2022 stark einschränken. Es soll nur noch staatlich geförderte Policen des Typs „Perspektive“ geben. Zudem will der Versicherer die Beitragszusage mit Mindestleistung in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) nach einer Übergangsphase aus dem Programm nehmen. Danach wird es auch im Betriebsrenten-Bereich kein Angebot mit einer 100-prozentigen Beitragsgarantie im Neugeschäft mehr geben. Weitere Gesellschaften könnten dem Marktführer folgen.
Makler, seid ehrlich
Herbert Frommes Kolumne Der Makler steht auf der Seite des Kunden, klar. Deshalb ist er auch gegen Preiserhöhungen, oder? Falsch. Die meisten Industriemakler beten täglich dafür, dass der harte Markt noch eine ganze Weile so bleibt. Denn das wirkt sich direkt auf die Provisionshöhe aus – und damit indirekt auch auf die Höhe der Gebühren, wenn ein größeres Unternehmen den Makler als Berater bezahlt. Nicht nur den Versicherern täte mehr Ehrlichkeit in der Diskussion über Preise, Schadenquoten, Kosten und Provisionen gut, auch den Maklern.
EU-Richtlinie stärkt Rechte von Kfz-Kunden
Die Europäische Union will die Kraftfahrzeughaftpflicht-Richtlinie bis Jahresende reformieren. Das soll Verbesserungen für Kfz-Versicherte bringen. Sie sollen in allen Mitgliedsländern besser geschützt sein, wenn ihr Versicherer pleitegeht, und sollen ihren Schadenfreiheitsrabatt auch beim Umzug in ein anderes EU-Land mitnehmen können. Die Auswirkungen auf bisherige deutsche Regelungen halten sich durch die Reform wohl in Grenzen.
Echtzeitdaten statt Erneuerung
Die Digitalisierung wird die Art und Weise verändern, wie Policen künftig verkauft und verlängert werden. Die zunehmende Verfügbarkeit von Echtzeitdaten könnte Erneuerungsrunden in der Industrieversicherung künftig überflüssig machen, erklärte Andreas Berger, Chef des Anbieters Swiss Re Corso, beim Swiss Re Media Day. In der Privatversicherung geht der Trend zu eingebetteten Policen, die sich der Lebensrealität der Kunden fortlaufend anpassen, glaubt Carlo Bewersdorf, Chef von Iptiq, der digitalen Erstversicherungstochter des Rückversicherers. Viel Platz für Vermittler bleibt in dieser Zukunftsvision nicht.
Die wahre Stärke von Lloyd‘s
Der Londoner Versicherungsmarkt Lloyd’s hat sich nach Einschätzung von Experten schnell an die neuen pandemiebedingten Gegebenheiten angepasst. Zu verdanken war dies nicht zuletzt der elektronischen Platzierungsplattform PPL, über die Risiken digital ausgeschrieben werden können. Die Plattform sei allerdings noch nicht von großem Nutzen für die Underwriter, monierte Paul Lawrence, Chief Underwriting Officer beim Lloyd’s-Syndikat Hiscox London Market, bei einer Diskussionsrunde von Standard & Poor’s. Er sieht die wahre Stärke des Versicherungsmarktes woanders.
Friendsurance stellt Daten-Experten ein
Leute – Aktuelle Personalien Das Berliner Bancassurance-Start-up Friendsurance baut seine Datenkompetenz weiter aus und hat dafür die Position des Head of Data geschaffen. Damit erhält der neue Chief Data Officer Dmitry Kharchenko Unterstützung. Besetzt wird die Stelle mit dem Experten Sergey Gilev (Bild). Außerdem: Die Deutscher Pensionsfonds AG, ein Joint Venture von Zurich und der Deutschen Bank, hat zwei neue Vorstände, und der Digitalversicherer Element nimmt Änderungen im Aufsichtsrat vor.
BdV: Mehr als ein Viertel der Versicherer ist angezählt
Die Solvenz der deutschen Lebensversicherer hat sich verschlechtert, zeigt eine Untersuchung des Bundes der Versicherten (BdV) in Zusammenarbeit mit dem Analysten Carsten Zielke. „Die Lage der deutschen Lebensversicherer ist dramatisch“, sagte BdV-Chef Axel Kleinlein. Die Branche, aber auch die Politik seien gefordert. Lob gab es für die Bemühungen der Versicherer um Transparenz und Nachhaltigkeit. Kritik wehte der Untersuchung von der Deutschen Aktuarvereinigung und vom Versicherer-Verband GDV entgegen.
Wochenspot: Wahlprogramm der Union und JDC
Wochenspot – der Podcast Einmal in der Woche gibt es den Versicherungsmonitor jetzt auch zum Hören. In dieser Ausgabe sprechen Kaja Adchayan und Herbert Fromme über die Einführung eines staatlich geförderten Vorsorgeprodukts, wie es die Union plant, und die Übernahme des Software- und Analyseunternehmens Morgen & Morgen durch den Maklerpool JDC.
Howden baut deutsches Zentrum
Exklusiv Der britische Makler Howden hat den bisherigen Allianz-Manager Holger Schäfer (Bild) zum Deutschlandchef ernannt und baut eine Zentrale für seine deutschen Aktivitäten in München auf. José Manuel González, Chef der Howden Broking, erklärte im Gespräch mit dem Versicherungsmonitor, warum die Wahl auf München fiel und wie der Makler binnen fünf Jahren seinen Umsatz mindestens verdoppeln will.
Groß-Kooperation in der PKV
In der privaten Krankenversicherung (PKV) arbeiten fünf Unternehmen beim Versorgungsmanagement zusammen. Über gemeinsame Verträge mit Leistungserbringern wollen Axa, Debeka, HUK-Coburg und die Versicherungskammer Bayern mit ihren Töchtern Bayerische Beamtenkrankenkasse und Union Kranken die Versorgung ihrer Versicherten besser, effizienter und kostengünstiger machen. Ihnen hilft ihre gemeinsame Marktmacht, immerhin ist fast die Hälfte der Privatpatienten bei den Unternehmen versichert. Die Kooperation „Innovatives Versorgungsmanagement“ beginnt nicht bei null, sondern hat eine Vorgeschichte. Die Unternehmen sind offen für weitere Mitstreiter.
Keine Regenbogenfarben für die Allianz Arena
Die Allianz Arena darf am Mittwochabend zum EM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn nicht in Regenbogenfarben leuchten. Das hat die Europäische Fußball-Union UEFA entschieden. Der Münchener Stadtrat wollte damit ein Zeichen gegen ein ungarisches Gesetz setzen, das Informationen über Homosexualität und Transsexualität für Minderjährige beschränkt. Das war der UEFA zu politisch. Viele kritisieren die Entscheidung scharf, darunter auch der Stadion-Namensgeber Allianz.














