Marcel Armon übernimmt bei Aon Deutschland ab Juli die Position des CEO für den Geschäftsbereich Commercial Risk Solutions. Außerdem hebt der Großmakler auf Holding-Ebene ein neues Führungsgremium aus der Taufe. Personelle Änderungen gibt es auch bei der Aon-Muttergesellschaft, Munich Re, AIG und dem Versicherungsmarkt Lloyd’s.
Warweg fordert mehr Selbstbewusstsein
Die Versicherungsmakler sollten aufhören, über ihr angeblich schlechtes Image und über den Fachkräftemangel zu lamentieren. Dass sie oft schlecht dastehen, liege an ihnen selbst, weil sie zu wenig selbstbewusst auftreten, argumentierte GGW-Chef Tobias Warweg bei einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Fachmesse DKM in Dortmund. Warweg sagte auch, dass kleinere und mittelgroße Maklerhäuser sich bei Versicherern schon bald nicht mehr durchsetzen könnten. Dafür erntete er Kritik von Jessica Reimers, Chief Operating Officer bei Südvers. Bernd Helmsauer vom Makler Helmsauer, Marcel Armon von Aon und Moderatorin Andrea Brock trugen zu der lebhaften Diskussion bei.
Aon Commercial Risk Solutions stärkt die Führung
Leute – Aktuelle Personalien Der Großmakler Aon erweitert die Führung seiner deutschen Industriemakler-Einheit Commercial Risk Solutions um drei neue Köpfe. Darunter ist Monika Behrens, die ehemalige Geschäftsführerin des konkurrierenden Maklers Willis Towers Watson. Außerdem: Die Munich Re will ein globales Team für parametrische Naturkatastrophendeckungen aufbauen, und die Industrieversicherungseinheit der Generali hat einen neuen Versicherungschef. Neues gibt es auch bei der Axa Schweiz, Swiss Re, Howden, Lloyd’s und der Aon-Tochter One Underwriting.
Chubb zieht Notbremse in D&O
Exklusiv Der Versicherer Chubb hat keine Lust mehr auf das Geschäft mit Managerhaftpflichtversicherungen in Deutschland. Nach Informationen des Versicherungsmonitors steigt er zum 1. August aus dem Geschäft mit Gewerbe- und Industrieunternehmen in Deutschland aus. Darüber hat die Gesellschaft in den vergangenen Tagen Makler informiert. Nicht betroffen davon sind Deckungen für Finanzdienstleister wie Banken. Der Schritt dürfte mit der angespannten Schadensituation im Markt zusammenhängen.
Golling wechselt in den Beraterstatus
Leute – Aktuelle Personalien Franz Rudolf Golling (Bild) verlässt Ende 2021 den Vorstand der Schneider Golling & Cie AG, doch bleibt für zwei weitere Jahre als Berater aktiv. Außerdem: Die Württembergische Versicherung AG schafft ein neues Ressort und holt sich dafür den ehemaligen VHV-Vorstand Per-Johan Horgby ins Boot. Der ehemalige Munich Re-Medienchef Jörg Allgäuer wechselt zu KPMG, und der Versicherer Helvetia verabschiedet Präsidentin Doris Russi Schurter. Personelle Veränderungen gibt es auch bei Germanbroker.net, Aon und Allianz Climate Solutions.
Worte und Taten müssen zusammenpassen
Meinung am Mittwoch Die Industrieversicherer sollten aktiver den Dialog mit den Kunden suchen. Das hätte in der nachvollziehbaren harten Sanierungsphase geholfen, aber auch bei der Auseinandersetzung um die Betriebsschließungsversicherung. Wer als Helfer in Notsituationen eine gute Reputation haben will, sollte zu den wichtigen Themen kommunizieren. Ehrlich, frühzeitig und transparent. Alles andere sind Lippenbekenntnisse, die die hehren Unternehmensleitbilder konterkarieren.
Nicht kleckern, klotzen!
Nachschlag – der aktuelle Kommentar Hiesige Makler regen sich gern darüber auf, dass Konkurrenten ihnen Spitzenpersonal abgeworben haben, obwohl sie dasselbe machen. Diese Streitereien um eine Handvoll Fachkräfte sind lächerlich. Kleckern statt klotzen heißt die Devise. In Singapur wurde der Chef einer Versicherungsagentur jetzt zu einer Millionenstrafe verurteilt, weil er über 220 Mitarbeiter zum Wechsel von Prudential zu Aviva bewegt hatte. Da lohnt sich der Gang vor Gericht doch wenigstens.
VW und Wirecard stärken die Reputation der D&O
Meinung am Mittwoch Die D&O-Versicherer werden gerade verstärkt zur Kasse gebeten. Im VW-Dieselskandal legen sie die Rekordsumme von 270 Mio. Euro auf den Tisch, um sich zu vergleichen. Im Fall Wirecard verlangt der frühere CEO Markus Braun von den Gesellschaften die Übernahme der Abwehrkosten seiner Verteidigung in Millionenhöhe. Die hohen Schäden wirken aber nicht nur belastend auf die beteiligten D&O-Versicherer, sondern stärken auch das Vertrauen der versicherungsnehmenden Industrie in die Anbieter.
Captives: Freund oder Feind des Maklers?
Meinung am Mittwoch Bei der vergangenen Erneuerungsrunde in der Industrieversicherung wurden viele Unternehmen in einer für sie unpassenden Zeit von massiven Prämienerhöhungen kalt erwischt. Immer mehr Risikomanager denken daher über alternative Absicherungsformen wie Captives nach. Haben sie erst mal einen firmeneigenen Versicherer geschaffen, werden sie sich nicht so schnell davon verabschieden. Während die Versicherer durch diese Entwicklung überflüssig zu werden drohen, können Makler ihrem Selbstbild näherkommen.
Das Janusgesicht der Industriemakler
Meinung am Mittwoch Durch ihre Sandwich-Position zwischen Versicherer und Kunde müssen Makler stets die Defizite ausgleichen. Das gilt auch für fehlende digitale Schnittstellen und Prozesse der Versicherer. Sie führen dazu, dass Informationen händisch in die Kundenportale eingepflegt werden müssen. Statt überflüssige Arbeit zu leisten, sollten Makler auf dem digitalen Weg bestehen.
Industrieversicherung: „Es geht uns noch zu gut“
E-Mails und Excel-Sheets statt Datenübertragung über einheitliche Schnittstellen. Die Digitalisierung in der Industrieversicherung ist noch nicht weit vorangeschritten. Das wird sich auch so schnell nicht ändern, erwartet der Branchenkenner und künftige Aon-Manager Marcel Armon. Der Druck auf die Branche sei noch nicht groß genug, sagte er bei einer Industrieversicherungskonferenz des IT-Anbieters Sum.cumo. Noch könnten die Versicherer die Probleme lösen, indem sie einfach die Preise erhöhen, sagte er mit einem Seitenhieb auf die jüngste Erneuerungsrunde in der Industrieversicherung.
Assekuradeure schreiben den Versicherungs-Knigge
Meinung am Mittwoch Fair und partnerschaftlich dem Kunden gegenüber, gleichzeitig extrem serviceorientiert, schnell und durchgängig digital und damit kosteneffizient – all dies gibt es im Versicherungsbereich. Diese Eigenschaften sind aber weniger bei den Versicherern selbst zu finden. Stattdessen treten Assekuradeure hier als Vorbilder auf. Vor allem deutsche Industrieversicherer tun sich allerdings noch schwer, ihnen zu vertrauen und den „Underwriting Pen“ aus der Hand zu geben.
Maklerkonsolidierung: Hat der Big Bang begonnen?
Meinung am Mittwoch Versicherungsmakler sind bislang von der Corona-Krise weitgehend verschont geblieben. Das macht sie attraktiv für Private Equity-Firmen, die sich Investitionsziele suchen. Für Unternehmer ist gerade also ein guter Verkaufszeitpunkt. Sie können sich ihre Investoren fast schon aussuchen. Bei der Übernahme von Maklern gibt es allerdings ein unterschätztes Risiko.
Armon: „Die Zeit des Bauchladens ist vorbei“
Exklusiv Im Streit zwischen Gastronomen und Versicherern um Leistungen aus Betriebsschließungspolicen sind bisher sehr unterschiedliche Urteile gefallen. Während sich Wirte mit Versicherungsbedingungen, die einen dynamischen Verweis auf das Infektionsschutzgesetz enthalten, oft durchsetzen konnten, gleicht der Gang vor Gericht mit statischen Listen von Infektionskrankheiten einem Glücksspiel, so Anwalt Mark Wilhelm. Das könnte langfristig auch zum Problem für Makler werden, die den Wirten diese Policen vermittelt haben, glaubt Branchenkenner Marcel Armon (Bild). Die wichtigste Lehre aus der Corona-Krise für Vermittler aus seiner Sicht: Makler sollten sich spezialisieren.
Beendet den Renewal-Tanz!
Meinung am Mittwoch Jedes Jahr im Herbst geht es in der Industrieversicherung wieder rund. Binnen weniger Wochen müssen die Underwriter etwa vier Fünftel ihrer Verträge überprüfen und nachverhandeln. Die Versicherer schicken listenweise Sanierungen an den Makler, der in diesem Jahr seinen Kunden Unheilsbotschaften verkünden muss. Nach vielen Jahren, in denen Prämien und Bedingungen zum Vorteil der Kundschaft gestaltet werden konnten, sind jetzt die Versicherer am langen Hebel. Eine konsequente und flächendeckende Verpflichtung der Verhandlungsparteien zu Mehrjahresverträgen anstelle des alljährlichen Renewal-Tanzes könnte das Bild entzerren und Planungssicherheit für alle Seiten schaffen.







