BaFin interveniert bei Allianz

Der Structured Alpha-Skandal holt die Allianz nun auch in Deutschland ein. Die Finanzaufsicht BaFin hat dem Versicherer ein Schreiben zugestellt. Darin fordert die BaFin den Konzern auf, seine internen Kontrollmechanismen zu verstärken und die Verantwortlichkeiten besser zu regeln. Weder BaFin noch Allianz wollen sich dazu äußern, doch Branchenkreise bestätigen entsprechende Medienberichte.

Friederike Krieger

Sommerloch fällt aus

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Insurtechs und Halbjahreszahlen von Munich Re, Talanx, Zurich und MLP

Friederike Krieger

Bewährungsprobe für Teflon-Bäte

 Was die Woche bringt  An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Halbjahreszahlen von Generali, Axa, Hannover Rück, Süddeutsche Krankenversicherung und Allianz

Element holt Astrid Stange in die Führung

 Leute – Aktuelle Personalien  Die ehemalige Axa-Vorständin Astrid Stange hat einen neuen Wirkungsort gefunden. Die 56-Jährige wird ab August gemeinsam mit CEO Christian Macht den Berliner Digitalversicherer Element führen. Außerdem: Die Allianz Versicherungs-AG bekommt eine neue Schadenchefin. Der Technologieanbieter Thinksurance vergrößert seine Geschäftsführung, und der Makler und Berater Willis Towers Watson hat einen neuen Chef für Frankreich.

Entspannter Allianz-Vorstand beeindruckt Analysten

Die Allianz unter Oliver Bäte wird den geplanten Gewinn von rund 13,4 Mrd. Euro im Jahr 2022 erreichen, trotz des Structured Alpha-Skandals, der Inflation und der steigenden Zinsen. Das glauben die Analysten der Investmentbank Berenberg nach einem Treffen mit der Konzernführung. Besonders beeindruckt hat die Experten, wie entspannt das Führungsteam auftrat. Weil das Management dem negativen Effekt von Structured Alpha auf den Aktienkurs begegnen will, erwarten sie einen zusätzlichen Aktienrückkauf über 1 Mrd. Euro. In Deutschland habe die Allianz so viel Marktmacht, dass sie aktuell selbst bei risikoarmen Autofahrern neun Prozent Preiserhöhungen durchsetzen könne.

Allianz findet Käufer für US-Fondsgeschäft

Die Allianz wird das US-Fondsgeschäft der Tochter Allianz Global Investors (AGI) an Voya Financial abgeben und im Gegenzug einen Anteil von 24 Prozent an der Gesellschaft übernehmen. Damit folgt der Konzern einer Auflage der US-Behörden, die AGI wegen des Structured Alpha-Skandals für zehn Jahre das Fondsgeschäft in den USA verboten haben. Die Tochter Pimco und das Versicherungsgeschäft seien nicht betroffen, erklärte die Allianz. Der Konzern betont, dass außer drei Managern niemand im Konzern von dem Betrug gewusst habe.

Allianz plädiert auf schuldig

Die Allianz-Tochter Allianz Global Investors (AGI) wird sich in dem Verfahren des US-Justizministeriums gegen die Gruppe wegen des Structured Alpha-Skandals für schuldig erklären, teilte das Ministerium mit. Es wirft in seiner Rolle als oberste Anklagebehörde dem Konzern Betrug vor und hat eine Geldstrafe von 2,33 Mrd. Dollar verhängt. Ein Manager in den USA wird persönlich wegen Betrugs angeklagt, auch zwei weitere müssen sich vor Gericht verantworten. Die AGI darf zehn Jahre lang keine Fonds in den USA anbieten.

Herbert Fromme

Wer folgt auf Oliver Bäte?

 Herbert Frommes Kolumne   In den kommenden Wochen wird der Milliardenskandal um die Structured-Alpha-Fonds der Allianz für Diskussionsstoff sorgen. Es ist unwahrscheinlich, dass Konzernchef Oliver Bäte über die Affäre stolpert, zu sehr lieben die großen Anleger und Analysten seine kompromisslose Politik hoher Dividenden und Aktienrückkäufe. Aber in drei Jahren dürfte Bäte den Posten verlassen, wenn er in fünf Jahren Aufsichtsratschef werden will. Der Versicherungsmonitor spekuliert über den möglichen Nachfolger. Intern sehen wir nach jetzigem Stand vier mögliche Nachfolgerinnen oder Nachfolger. Aber vielleicht überrascht die Allianz auch mit einer externen Besetzung.

Bäte will Structured Alpha-Skandal schnell beenden

Die Allianz wird der Structured Alpha-Skandal in den USA Milliarden kosten, hunderte Millionen sind bereits an geschädigte Anleger geflossen. Wie teuer das Fondsdebakel letztlich genau wird, wollte Allianz-Chef Oliver Bäte auf der Hauptversammlung nicht prognostizieren. Denn noch ist nicht klar, wie hoch mögliche Geldstrafen des Justizministeriums und der Börsenaufsicht sein werden. Bäte versprühte dennoch Optimismus. „Wir wollen das rechtlich und auch finanziell sehr schnell hinter uns bringen“, sagte er. Vor der Hauptversammlung mussten sich die Münchener harsche Kritik von Anlegern gefallen lassen.

Allianz dampft Software-Tochter Syncier ein

 Exklusiv  Die Allianz gibt den Plan auf, ein globaler Anbieter von Versicherungs-Software zu werden. Die Softwaretochter Syncier wird ihr Angebot für Drittkunden reduzieren, bestätigte ein Konzernsprecher. Tatsächlich bietet der Konzern die hauseigene Software ABS neuen Kunden überhaupt nicht mehr an, erfuhr der Versicherungsmonitor. Der Vorstoß in den Markt mit Standard-Programmen für Versicherer ist gefloppt.

Allianz erhält Unterstützung von Aktionärsberatern

Mit Glass Lewis und Institutional Shareholder Services haben gleich zwei einflussreiche Stimmrechtsvertreter dem Allianz-Konzern ihre Unterstützung zugesagt. Die beiden Aktionärsberater haben den Anteilseignern des Versicherers empfohlen, trotz des jüngsten Hedgefonds-Skandals in den USA bei der Hauptversammlung in zwei Wochen allen Tagesordnungspunkten zuzustimmen. Das berichten die Nachrichtenagentur Bloomberg und das Handelsblatt. Kritik gibt es am Gehalt von Konzernchef Oliver Bäte.

Bätes Gehalt steigt trotz Structured Alpha

Allianz-Chef Oliver Bäte hat 2021 mehr verdient, obwohl der Konzern 3,7 Mrd. Euro für den Structured Alpha-Skandal in den USA zurückstellen musste. Bäte erhielt brutto 6,96 Mio. Euro, verglichen mit 6,39 Mio. Euro im Vorjahr. Grund dafür ist der starke operative Gewinn im Jahr 2021. Bei den meisten Vorstandsmitgliedern war die Gehaltsentwicklung positiv, Deutschlandchef Klaus-Peter Röhler machte einen großen Sprung nach oben. Spannend sind die im Bericht genannten Anforderungen des Aufsichtsrats an die individuellen Vorstandsmitglieder – sie zeigen, wo der Konzern unzufrieden ist.

Allianz einigt sich mit US-Investoren

Der Münchener Allianz-Konzern hat sich am heutigen Freitagmorgen auf Vergleiche mit dem Großteil der Investoren geeinigt, die ihn in den USA wegen Verlusten mit den sogenannten Structured Alpha-Fonds verklagt hatten. Die am Donnerstagabend angekündigte Rückstellung über 3,7 Mrd. Euro sei angemessen, sagte Konzernchef Oliver Bäte bei der Bilanz-Pressekonferenz des Versicherers. Mit der Industrieversicherungstochter AGCS zeigte sich der Konzernchef wieder zufrieden.

Herbert Fromme

Allianz-Dividende: Das süße Gift

 Herbert Frommes Kolumne  Allianz-Konzernchef Oliver Bäte zieht alle Register. Höhere Dividende, garantierte Dividendensteigerung in den kommenden Jahren und milliardenschwerer Aktienrückkauf – trotz einer Rückstellung von fast 4 Mrd. Euro, die der Konzern für die Folgen des Structured Alpha-Skandals bilden muss. Bäte glaubt, dass er das alles tun muss, um die Aktionäre gewogen zu halten. Offenbar haben sie immer noch Probleme mit dem Geschäftsmodell der Allianz und der aktuellen Umsetzung.

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