Während der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) die sogenannten Finfluencer von Tiktok, Instagram und Co. am liebsten an die regulatorische Kandare nehmen würde, sehen andere Marktteilnehmer die selbsternannten Finanzexperten aus dem Internet differenzierter. Frank Kettnaker von der Alten Leipziger und sein Kollege Peter Bochnia von der LVM-Versicherung plädierten bei einer Podiumsdiskussion anlässlich der BVK-Jahrestagung dafür, Finfluencer als neuen Kommunikationsweg zu nutzen. Gleichzeitig warnten sie vor der Forderung nach zu viel Regulatorik. Ein Wissenschaftler las der Branche die Leviten.
Archiv ‘BaFin’
Die Zeit der Jungversicherer ist vorbei
Kommentar Mit dem Insurtech Getsafe hat sich ein weiteres Start-up aus dem Versicherungsgeschäft verabschiedet. Das Unternehmen will seine Versicherungslizenz zurückgeben und künftig nur noch als Assekuradeur auftreten. Damit fällt es auch aus dem Aufsichtsbereich der BaFin heraus. Ob die für Vermittler zuständigen Industrie- und Handelskammern einen besseren Job als die BaFin machen, sei dahingestellt. Jedenfalls werden die Informationen über die Geschäftslage von Insurtechs spärlicher werden.
BVK legt sich mit Finfluencern an
Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) ist genervt von Finfluencern, jenen hippen, oft jungen Menschen, die in sozialen Medien Finanztipps geben und zum Abschluss bestimmter Finanzprodukte raten. Deswegen hat der Verband ein Gutachten in Auftrag gegeben, das klären soll, unter welchen Bedingungen diese Art der Vermittlung von Finanztipps rechtens ist. Der Verband fordert BaFin und Handelskammern zu stichprobenartigen Kontrollen auf und scheut sich auch nicht, rechtlich gegen Finfluencer vorzugehen.
Viridium scharrt mit den Hufen
Der Abwicklungsspezialist Viridium sieht sich bestens aufgestellt, um wieder in die Übernahme von Lebensversicherungsbeständen einzusteigen. Möglich macht dies perspektivisch der Eigentümerwechsel, der im zweiten Halbjahr 2025 abgeschlossen sein soll. Auch das vergangene Geschäftsjahr gibt dem Unternehmen Rückenwind: Das Konzernergebnis legte zu, die Solvenzquote verbesserte sich, außerdem erhöhte das Unternehmen die Rückstellungen für Beitragsrückerstattungen sowie die Verzinsungen von Proxalto und Entis.
GDV: Keine Entspannung in Kfz
Nach mehreren Krisenjahren sieht der Versichererverband GDV in der Kfz-Versicherung immer noch keine Entspannung auf die Branche zukommen. Als Gründe nennt der Verband die weiterhin steigenden Preise für Ersatzteile und Werkstattarbeiten, aber auch den sogenannten Designschutz für Autohersteller, der das Problem weiter befeuern würde. Laut GDV sollten Kfz-Versicherer im laufenden Geschäftsjahr zumindest keine roten Zahlen mehr schreiben – außer in der Vollkaskoversicherung.
Zeitreise: Gothaer, Axa, Allianz, HUK, Mannheimer
Vor 20 Jahren Vor 20 Jahren beschäftigte der 2004 von der Allianz begonnene Preiskrieg in der Kfz-Versicherung viele Versicherer, auch den Rivalen HUK-Coburg. Die Gothaer baute den Konzern massiv um, und die BaFin beschäftigte sich intensiv mit den Kapitalanlagen der Versicherer. Im Mai 2005 zog der Bilanzfälschungsskandal beim US-Versicherer AIG bei der Kölnischen Rück in Köln und Dublin seine Kreise.
Grund: Mehrwert von Solvency II überwiegt
Das Aufsichtsregime Solvency II sehen einige als nerviges Bürokratiemonster, das dringend entschlackt werden sollte. Frank Grund, ehemaliger Versicherungsaufseher der BaFin, widerspricht. „Es gibt zusätzliche Bürokratie durch das Regime, aber für mich überwiegt eindeutig der Mehrwert“, sagte er bei einer Konferenz der aktuariellen Beratungsgesellschaft MSK in Köln. Dazu zählen unter anderem ein besseres Verständnis und Management der Risiken. Auch die vielfältigen Berichtspflichten haben ihre Berechtigung, glaubt Grund.
Das sind die Schwerpunkte der Versicherungsaufsicht
Die Finanzaufsicht BaFin will bei Versicherern in diesem Jahr auf vier Bereiche ein besonders scharfes Auge werfen: Risiken alternativer Kapitalanlagen, künstliche Intelligenz, das Wohlverhalten und den Bürokratieabbau. Das betonte Versicherungsaufseherin Julia Wiens auf einer Veranstaltung in Düsseldorf. Geopolitische Unruhen spielen dabei zwar eine wichtige Rolle, stellen aus Sicht der BaFin aber kein eigenständiges Risiko dar.
Wochenspot: Konsolidierung – Widerstand zwecklos
Wochenspot – der Podcast Regelmäßig gibt es den Versicherungsmonitor auch zum Hören. In dieser Ausgabe des Wochenspots sprechen Redakteurin Katrin Berkenkopf und Herausgeber Herbert Fromme darüber, warum kein Weg an einer Konsolidierung kleiner Versicherer vorbeiführt. Diesen Podcast können Sie auch frei auf den gängigen Plattformen hören: Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music
Ein Warnschuss von der SPD
Kommentar SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas schlägt vor, auch Beamte, Abgeordnete und Selbstständige in die allgemeine Rentenversicherung einzubeziehen. Das hätte weitreichende Auswirkungen auf die private Altersvorsorge. Die Union erklärt, mit ihr sei das nicht machbar. Das konnte sich Bas auch denken. Dass sie trotzdem vorprescht, hat gute Gründe.
Schadenregulierung: Es dauert einfach zu lang
Legal Eye – Die Rechtskolumne Die Meldungen über Probleme bei der Schadenregulierung durch Versicherer mehren sich. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Mitgliederumfrage des Maklerverbands BDVM ihnen ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Dieser Trend hält 2025 an: Die BaFin bemängelt lange Bearbeitungszeiten, die Zahl der Beschwerden bei der Versicherungsombudsfrau erreicht ein neues Rekordhoch. Ihr Jahresbericht wirft ein Schlaglicht auf ein drängendes Problem: Versicherungsnehmer werden mit ihren Schäden oft monate- oder jahrelang allein gelassen.
BaFin stellt Versicherer und Banken vor ein Dilemma
Einerseits will die Finanzaufsicht BaFin, dass Finanzunternehmen Klimarisiken genauer in den Blick nehmen. Andererseits warnt sie davor, die Kunden mit Datenabfragen übermäßig zu belasten. Das ist ein Widerspruch, denn der Branche fehlen vor allem Daten, um Risiken wie Überschwemmungen oder Hitzewellen besser bewerten zu können. Das zeigte eine Diskussionsrunde auf der BaFin-Tagung Sustainable Finance. Dort regte sich auch leise Kritik an der Aufsicht.
Mark Branson: „Wir machen uns wirklich Sorgen“
Die Finanzaufsicht BaFin will sich stärker um physische Klimarisiken kümmern. Das kündigte Mark Branson, der Chef der Behörde, auf einer Tagung zur Transition der Finanzindustrie an. Die Aufsicht hat Versicherer und Banken befragt, wie sie mit Klimarisiken umgehen. Ein Fazit: Es besteht noch viel Luft nach oben. Zugleich sprach sich Branson dafür aus, die Nachhaltigkeitsregulierung zu entschlacken.
Versicherer SHB erfüllt Kapitalanforderungen nicht
Exklusiv Der kleine Spezialversicherer SHB in Königswinter hat die Finanzaufsicht BaFin im Nacken, nachdem das Unternehmen seine Mindestkapitalanforderungen nicht mehr erfüllen konnte. Die MCR-Quote lag zum Jahresende nur noch bei 85,7 Prozent. Das Unternehmen hat der BaFin einen Finanzierungsplan zur Genehmigung vorgelegt, teilte der Vorstand auf Anfrage mit. Nach Informationen des Versicherungsmonitors ist ein Zusammenschluss mit der Signal Iduna geplant.













