Was die Woche bringt An dieser Stelle nehmen wir die Themen der kommenden Woche in den Blick und stellen wichtige Branchentermine vor. Dieses Mal: Diskussionsrunde der IHK Berlin zu Versicherungs-Apps und das erste Breakfast Briefing des Versicherungsmonitors in Köln zum Thema Fintechs.
Archiv ‘Check24’
Insurtechs sammeln mehr als 720 Mio. Euro ein
Deutsche Unternehmen, die als Fintechs oder Insurtechs im Versicherungsmarkt aktiv sind, haben 2015 zusammen mehr als 20 Mio. Euro von Investoren erhalten. Das geht aus einer Schätzung des Gewerbeversicherungsportals Finanzchef24 hervor. Nach Angaben des Unternehmens flossen im vergangenen Jahr zwischen 480 Mio. Euro und über 720 Mio. Euro in den drei Märkten Deutschland, Großbritannien und USA in Start-ups und etablierte Unternehmen. Gleichzeitig verschärft sich die Konkurrenz in dem Markt deutlich: Das britische Vergleichsportal Confused.com – an dem die Munich Re indirekt beteiligt ist – meldete Umsatz- und Gewinnrückgänge.
Ist Google geschlagen? Im Gegenteil
Herbert Frommes Kolumne Puh, das ist ja noch mal gut gegangen. Google wird jetzt doch nicht mit einem Vergleichsportal auf den deutschen oder irgendeinen anderen Markt kommen. In den USA und Großbritannien schließt das Unternehmen sein Tochterunternehmen Google Compare. Ist die Erleichterung berechtigt, die mancher Versicherungsvorstand und viele Vertriebler hierzulande jetzt verspüren? Ich glaube nicht. Dass Google kein Vergleichsportal mehr betreibt, heißt nicht, dass sich der Suchmaschinenbetreiber nicht mehr für Versicherungen interessiert. Im Gegenteil: Bei der Digitalisierung der Branche wird der Internetriese eine große Rolle spielen.
Klagen gegen Start-ups ist nicht die klügste Lösung
Im Streit zwischen neuen Online-Vermittlern und den klassischen Vermittlern haben sich jetzt auch Außenstehende aus der Branche geäußert. Der Gang vor Gericht oder der Ruf nach mehr Regulierung der neuen Anbieter sei zwar eine Möglichkeit, auf die Wettbewerber zu reagieren, aber sicherlich nicht die klügste, hieß es auf einer Fachkonferenz in Köln. Denn die Digitalisierung lässt sich nicht zurückdrehen. Statt die beleidigte Leberwurst zu spielen, sollten die klassischen Akteure lieber selbst an ihrem Geschäftsmodell arbeiten.
Es ist Zeit zu handeln
The Long View – Der Hintergrund Die deutschen Versicherer stehen trotz vieler Bemühungen bei der Digitalisierung erst ganz am Anfang. Dabei wird es höchste Zeit für sie zu handeln. Auch wenn noch kein disruptiver digitaler Konkurrent von außen aufgetaucht ist, müssen sich die Versicherer auf große Veränderungen einstellen – von außen und innen. Auch wer vor allem offline tätig ist, braucht eine umfassende Digitalisierungsstrategie.
Vergleichsportale: Regierung für mehr Transparenz
Die Bundesregierung unterstützt grundsätzlich die Forderung der Grünen, dass Vergleichsportale im Internet Nutzer deutlicher als bisher auf ihr Geschäftsmodell hinweisen müssen. Kunden sollten wissen, welche Rolle Provisionszahlungen der Versicherer und anderer Anbieter beim Ranking haben. Das geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen zu Vergleichsportalen als Verbraucherinformation hervor. Eine strengere Gesetzgebung lehnt die Bundesregierung jedoch ab. Die Grünen werden der Regierung in dieser Frage Konzeptlosigkeit vor.
Kfz: Google-Anzeigen toppen 20 Euro
Der scharfe Wettbewerb unter den Autoversicherern führt zu neuen Spitzenwerten für die Anzeigenpreise bei Google. Inzwischen werden für die ersten Anzeigen nach Suchanfragen wie „Autoversicherung“ mehr als 20 Euro pro Klick aufgerufen. Auch die Ausgaben für die Fernsehwerbung steigen kräftig. Das alles deutet darauf hin, dass die Konkurrenz unter den Autoversicherern eine neue Stufe erreicht hat – und über kurz oder lang auch zu sinkenden Preisen führen wird.
BVK: IDD stützt Check24-Klage
Der Vermittlerverband BVK sieht sich durch die Verabschiedung der EU-Vermittlerrichtlinie IDD durch das Europäische Parlament in der Klage gegen Check24 gestärkt. Die Richtlinie stelle klar, dass für alle Vertriebswege dieselben Vorgaben gelten, sagte Hauptgeschäftsführer Wolfgang Eichele vor Journalisten. Ausdrücklich werde auch auf den Online-Bereich abgestellt. BVK-Präsident Michael Heinz (Bild) berichtete außerdem, dass das Provisionsabgabeverbot nach derzeitigem Stand zum Jahreswechsel ausläuft.
Pfiffikus im Minibus
Nachschlag – Der aktuelle Kommentar Wer in der Kfz-Wechselsaison den Fernseher einschaltet, braucht gute Nerven. In Werbespots animiert der Otto-Normal-Deutsche im Hawaii-Hemd zum fröhlichen Gruppentanz zu „Everybody dance now“. Die Promi-Millionärin von RTL2 brüllt ihrem Göttergatten „Roooooobert“ vom Balkon der Villa zu, wie viel er beim Tarifwechsel sparen kann. Immer schriller und lauter werden die Kampagnen. Dass dabei auch Werbeprofis mal die Sicherung durchbrennt, beweist eine aktuelle Werbung des Versicherers Direct Line.
Lohrmanns Verunsicherung CXVII
An dieser Stelle nimmt sich unser Zeichner Konrad Lohrmann jeden Freitag ein Thema aus der Branche vor. Heute: Kfz-Versicherung – die unbekannten Folgekosten der Wechselwelle.
Der Versicherungs-007
Legal Eye – Die Rechtskolumne Seit Wochen schallt das Lied „Everybody dance now“ aus dem TV-Werbespot des Vergleichsportals Check24 durch deutsche Wohnzimmer. Mit der nun anstehenden Kfz-Wechselsaison dürfte das kaum weniger werden. Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) hat im September Klage gegen Check24 eingereicht. Allerdings nicht wegen der Dauerbeschallung im Vorabendprogramm. Nach Auffassung des BVK gibt Check24 sich dem Verbraucher gegenüber nicht deutlich genug als Versicherungsmakler zu erkennen. Aber nicht nur in der Online-Welt hat der Verbraucher Schwierigkeiten herauszufinden, in wessen Auftrag ein Versicherungsagent unterwegs ist.
Makler suchen Direktanschluss
Die Versicherungsmakler setzen große Hoffnungen in die neuen Standards des Brancheninstituts für Prozessoptimierung, um den Service für ihre Kunden zu verbessern. Allerdings sind dafür hohe Investitionen nötig, glaubt Andreas Vollmer vom Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (Bild). Am Rande der Vermittlermesse DKM in Dortmund nannte der Verband Einzelheiten zu seiner Klage gegen das Vergleichsportal Check24. Die DKM ist 2015 ähnlich groß wie 2014, sagte Veranstalter Dieter Knörrer.
Check24 will Kfz-Dienstleistungen anbieten
Das Internetportal Check24 will seinen Nutzern künftig auch Kfz-Dienstleistungen wie Ölwechsel, die Montage von Scheibenwischern oder Reifenwechsel anbieten. Das kündigte das Unternehmen am Mittwoch in München an. Derzeit sondiert Check24 mögliche Partnerschaften mit Werkstätten und bestehenden Werkstattnetzen. Check24-Gründer und Geschäftsführer Henrich Blase übergibt die Chefrolle an Christoph Röttele. Blase bleibt weiterhin Teil der jetzt dreiköpfigen Geschäftsführung.












